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Tennis: Wasserhahn-Schock und Nervenspiele: Wie der TC Schießgraben sein erstes Heimspiel meisterte

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Wasserhahn-Schock und Nervenspiele: Wie der TC Schießgraben sein erstes Heimspiel meisterte

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    Michael Thor feuert hier Denisa Pospisilova an. Vergebens. Die Tschechin verlor ihr Einzel. Am Ende gewann der TC Schießgraben aber 7:2 gegen den TC Hengersberg.
    Michael Thor feuert hier Denisa Pospisilova an. Vergebens. Die Tschechin verlor ihr Einzel. Am Ende gewann der TC Schießgraben aber 7:2 gegen den TC Hengersberg. Foto: Michael Hochgemuth

    Aufgeregt ist Michael Thor vor einem Spiel der Regionalliga-Tennisfrauen des TC Schießgraben längst nicht mehr. Schon zu lange ist der Vorstand und sportliche Leiter des Tennisklubs im Geschäft. Doch am Montagmorgen war sein Adrenalinspiegel gewaltig in die Höhe geschnellt. Nicht weil sein Team nach drei Auswärtssiegen ungeschlagen als Tabellenzweiter zum ersten Heimspiel der Saison Verfolger TC Hengersberg (Lkr. Deggendorf) erwartete, sondern weil es andere Herausforderungen für ihn gab.

    Kran beschädigt Wasserhahn

    Zuerst als Installateur. Die Baufirma, die die neue Zweifachhalle auf dem Klubgelände errichtet – Thor hofft, dass die Halle bis Ende Oktober steht – hatte ihren Kran so nahe an einem wichtigen Wasserhahn aufgebaut, dass der über Nacht den Geist aufgab. So gab es zunächst kein Wasser, um die Sandplätze zu wässern. „Da mussten wir den Wasserhahn austauschen“, erzählt er am frühen Montagnachmittag. Und sportlich hatte er auch eine Hiobsbotschaft bekommen. Die fest eingeplante Emma Pall hatte sich am Freitag beim Training zu Hause am Sprunggelenk verletzt. Einige Telefonate später hatte er die Schweizerin Zoe Kägi organisiert.

    Lotte Helmensdorfer bleibt in der Hitze cool

    Und dann war er bei der ersten Welle am Montag auch noch als Psychologe beim Coaching gefragt. Nicht so sehr bei Jungspund Lotte Helmensdorfer, die 17-Jährige gewann an Position sicher mit 6:4 und 6:3 auch ihr viertes Einzel. Aber da waren noch seine Nummer Zwei und Vier, die Tschechinnen Denisa Pospisilova und Adela Jarosova. Jarosova gewann knapp mit 7:5 und 6:4, doch Pospisilova versagten auf dem Centercourt die Nerven. Den ersten Satz gewann sie noch mit 6:3, doch dann verlor sie den zweiten mit 0:6. Und im entscheidenden Match-Tiebreak vergab sie einen Matchball und unterlag denkbar knapp mit 9:11. „Da war sie einfach zu nervös“, bilanzierte Thor kurz nach dem Spiel.

    Sonntag Spitzenspiel gegen Tabellenführer TC Aschheim

    Doch drei Stunden später war die ganze Anspannung weg. Die Ukrainerin Daria Yesypchuk (6:4, 6:4), Maria Schneider (7:6, 6:4) und Kägi (6:1, 6:2) hatten Schießgraben nach den Einzeln uneinholbar mit 5:1 in Führung gebracht und den vierten Sieg in Folge gesichert. Der Endstand nach den Doppeln: 7:2. „Jetzt ist der Klassenerhalt greifbar nahe“, stapelte Thor tief und musste selbst etwas schmunzeln. Denn nun kommt es am kommenden Sonntag auf der Anlage an der Stadionstraße zum Spitzenspiel mit dem ebenfalls ungeschlagenen Tabellenführer TC Aschheim. Ein Durchmarsch in die 2. Bundesliga ist aber kein Thema. „Aschheim ist normalerweise zu stark. Und die 2. Liga ist noch einmal eine ganz andere Hausnummer“, sagte Thor.

    Männer des TC Schießgraben spielen auch in der Regionalliga

    Dabei war ambitionierter Leistungssport unter seinem Vorstands-Vor-Vorgänger Roland Odörfer lange kein Thema mehr. Erst in den letzten fünf, sechs Jahren arbeiteten sich die Spitzenteams unter Thor wieder nach oben. Und in dieser Saison spielen sowohl die Frauen als auch die Männer, die Ende Juni mit ihren Punktspielen beginnen, in der Regionalliga, in der dritthöchsten Liga. „Solche Aushängeschilder brauchst du, um Anreize für den sportlichen Unterbau zu schaffen“, sagt er. Tennis auf diesem Niveau lockt Zuschauer.

    Nachwuchstrio kommt vom TC Lindau

    Trotzdem ist Thor nach dem Aufstieg kein finanzielles Risiko eingegangen, hat an Bewährtem festgehalten. Teilweise kommen die Spielerinnen schon Jahre zu den Punktspielen zum TC Schießgraben. Wie die drei Talente Lotte Helmensdorfer (18), Emma Pall (17) oder die 15-jährige Ana Miovcic, die am Montag fehlte, weil sie bei den deutschen Nachwuchsmeisterschaften antritt. Unterstützt werden sie von ausländischen Spitzenspielerinnen und Routinier Maria Schneider. Was aber auch zur Wahrheit gehört: In der Stammformation steht mit Schneider nur eine Augsburgerin. Und die war erst vor dieser Saison vom TC Augsburg gekommen. Das deutsche Nachwuchstrio stammt hingegen vom TC Lindau.

    Doch für die Zuschauer sind sie längst eingeaugsburgert. Sie goutieren den Erfolg. So war die Restaurant-Terrasse am Montag trotz hochsommerlicher Temperaturen gut gefüllt. Es ist also alles angerichtet für das Spitzenspiel am Sonntag. Thor bleibt gelassen. Ein eigener Sieg würde aber seinen Adrenalinspiegel anheben. Mehr als ein kaputter Wasserhahn. Denn dann wäre die 2. Bundesliga vielleicht doch ein Thema.

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