Die Stadtwerke Augsburg werden den Testbetrieb ihrer beiden Elektrobusse mit Fahrgästen ab Mai ausweiten. In einigen Wochen soll der Gelenkbus, der seit Dezember auf ausgewählten Linien unterwegs ist, um Vergleichsdaten zu sammeln, häufiger unterwegs sein und auf allen Linien verkehren.
Bisher, so die Stadtwerke, sei man mit dem Probebetrieb zufrieden. Speziell die Reichweite der Akkus steht im Fokus. Mit dem kurzen Bus ohne Gelenk, der bei Kälte 270 Kilometer mit einer Akkuladung schafft, komme man auf den Stadtteil-Linien gut hin, so Johannes Jung, Projektleiter bei den Stadtwerken. Beim Gelenkbus sei bei kalter Witterung mit Heizung eine Leistung von 220 Kilometern realistisch. Das ist auf einzelnen Linien noch ein Problem, bis 2039 zur kompletten Umstellung der Omnibusflotte werde man aber Lösungen entwickelt haben, so die Stadtwerke.
Stadtwerke Augsburg hoffen auf höhere Batteriekapazitäten
Wie berichtet, wollen die Stadtwerke ab 2028 schrittweise auf E-Busse umsteigen. Die mit Biogas betriebenen 90 Stadtbusse genügen zwar noch den EU-Vorgaben zum Emissionsausstoß, allerdings ziehen sich die Hersteller nach und nach aus diesem Marktsegment zurück. Aktuell läuft die Ausschreibung für die ersten 15 E-Gelenkbusse, die in gut zwei Jahren in Betrieb gehen sollen. Die Stadtwerke bevorzugen Busse, bei denen auch die Heizenergie aus dem Akku kommt. Das geht zwar auf die Reichweite, eine Zusatzheizung mit Verbrenner widerspreche aber dem Grundprinzip, elektrisch unterwegs zu sein.
Die zweite Tranche an E-Bussen soll 2031 anrollen. „Bis dahin wird sich die Batteriekapazität erheblich verbessern“, glaubt Jung. Aktuell tue sich viel in dem Bereich, die Hersteller sähen Luft nach oben. Perspektivisch seien die Fahrzeuge dann für alle Linien geeignet. Im Notfall könne man Linienäste anders verknüpfen, um die Umläufe zu verkürzen. An ein dezentrales Laden an Endhaltestellen ist nicht gedacht.
Neue Linienbusse in Augsburg: Ladeinfrastruktur muss ausgebaut werden
Parallel zum Buskauf bereiten die Stadtwerke die Ladeinfrastruktur im Busbetriebshof an der Lechhauser Straße vor. Das Leitungsnetz wird verstärkt, es müssen Brandmauern zwischen einzelnen Abschnitten hochgezogen werden, die Stadtwerke planen eine intelligente Lade-Steuerung. Wenn 90 Busse nachts gleichzeitig an die Steckdose gehängt würden, käme es zu einer Lastspitze, die teurere Infrastruktur nötig macht.
Mit der Steuerung sollen Busse zeitlich versetzt oder auch nur nach dem Bedarf des kommenden Tages geladen werden. Die Stadtwerke gehen davon aus, für die Fahrzeuge 70 Millionen Euro ausgeben zu müssen – wobei auch bei Gasbussen eine turnusgemäße Erneuerung anstehen würde. Für den Infrastrukturausbau kommen 50 Millionen Euro dazu. Allerdings gibt es Förderung.
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