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Zeugen im Prozess um die ermordete Mutter Nina H. in Augsburg: Wie weit ging die Überwachung des Opfers?

Prozess in Augsburg

Zeugen im Prozess um die ermordete Mutter Nina H.: Wie weit ging die Überwachung des Opfers?

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    Im Mordfall Nina H. hat sich die Beweislage gegen den Angeklagten Gino F. im Laufe des Prozesses vor dem Landgericht Augsburg massiv verdichtet.
    Im Mordfall Nina H. hat sich die Beweislage gegen den Angeklagten Gino F. im Laufe des Prozesses vor dem Landgericht Augsburg massiv verdichtet. Foto: Marcus Merk

    Der Angeklagte im Mordprozess ist Gino F., 30 Jahre alt. Er folgt der Verhandlung meist über ein Stück Papier gebeugt oder einen Block, den er beharrlich vollschreibt. Sitzungstag auf Sitzungstag geht das so. Vieles dreht sich um ihn, seine Herkunft, sein Leben, sein mögliches Motiv. Doch manchmal kann man fast schon vergessen, dass er der Angeklagte ist, so oft reden Zeugen auch über einen anderen Mann, nicht den 30-Jährigen. Teils kennen sie Gino F. gar nicht oder kaum. Dafür seinen Ziehvater umso besser, der nicht auf der Anklagebank sitzt, aber von etlichen Zeugen verdächtigt wird, etwas mit der grauenvollen Tat zu tun gehabt zu haben, direkt oder indirekt. Am Montag appelliert ein Zeuge an Gino F., doch Licht ins Dunkel zu bringen und auszupacken – wieder einmal.

    Denn dass ein Prozessbeteiligter oder ein Zeuge sich an den Angeklagten wendet, kam im Verlauf der inzwischen monatelangen Verhandlung schon häufiger vor. Gino F. soll die 30-jährige Nina H. im Mai 2025 in ihrem Wohnhaus in Haunstetten mit vier Schüssen aus einer Pistole ermordet haben. Es ist ein Fall, der die Öffentlichkeit bewegt und auch schockiert, wie das anhaltende Interesse im Sitzungssaal zeigt. Viele Indizien sprechen für die Schuld des Angeklagten, darunter DNA-Spuren. Bislang ist indes ein Rätsel, was Gino F. zu der Tat getrieben hat – warum er geschossen haben könnte. Mit Nina H. hatte er zeit seines Lebens kaum etwas zu tun.

    Sein „Ziehvater“ Christian S. aber war der letzte Lebensgefährte der dreifachen Mutter, sie hatte sich kurz vor dem Mord von ihm getrennt. Christian S., der von Zeugen als Kontroll-Freak und eifersüchtig beschrieben wird, soll nach der Trennung von Nina H. seinen Ziehsohn beauftragt haben, die Mutter seiner zweier Kinder auszuspionieren.

    Prozess in Augsburg: „Mach‘ doch einfach mal den Mund auf“, sagt der Zeuge zu Gino F.

    Auftritt eines Mannes aus dem Raum Landsberg, ein Handwerker, für dessen Betrieb Christian S. derzeit arbeitet: Man sei seit Jahren befreundet, schildert dieser Zeuge, und dass Christian S. unter dem Mord und den Umständen leide. Wie sein Kumpel und Mitarbeiter Nina H. behandelte, habe ihm nicht gefallen, behauptet der Zeuge. „Ich habe ihm gesagt: Du änderst dich oder du lässt diese Frau in Ruhe, sie ist nicht dein Eigentum.“ An Gino F. gerichtet sagt der Mann: „Mach‘ doch einfach mal den Mund auf und sage, was da los ist, auch deiner Mama zuliebe.“ Aber Gino F., mit dessen verstorbener Mutter Christian S. lange in einer Beziehung war, macht den Mund nicht auf. Anfangs ließ er die Tat über seine Anwälte bestreiten, seither schweigt er.

    Ein weiterer Zeuge bestärkt – wie andere schon vor ihm – die Annahme der Anklage, dass der Ziehvater des Angeklagten Nina H. nach der Trennung habe ausspähen lassen. Dieser Zeuge, ein Anwohner aus Haunstetten, hatte sich in den Wochen vor dem Mord öfter mit Nina H. und Freunden von ihr getroffen, man unternahm gemeinsame Ausflüge an die Seen in der Umgebung. Bekannte von Christian S. hätten oft schnell zum Handy gegriffen, wenn sie ihn zusammen mit Nina H. gesehen hätten, sagt der Zeuge. Auch habe ihm die 30-Jährige erzählt, dass ihr Ex-Lebensgefährte wisse, „wie ich heiße und wo ich wohne“. Zu Gino F. kann der Mann nicht viel sagen. Nur eines: Einmal sei ihnen mit dem Fahrrad jemand heimlich gefolgt, der, jetzt, wo er ihn sehe, der Angeklagte sein könne, sagt der Zeuge.

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