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Sportwagen
23.04.2022

Maserati bläst zum Angriff: Das kann der neue Grecale

Italienische Erscheinung: Der Maserati „Grecale“, ein ganz neues Modell der Sportwagenschmiede mit dem Dreizack.
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Italienische Erscheinung: Der Maserati „Grecale“, ein ganz neues Modell der Sportwagenschmiede mit dem Dreizack.
Foto: Stellantis

Mit dem Grecale wollen die Italiener Porsche und Co. den Wind aus den Segeln nehmen. Auch eine elektrische Variante kommt.

In den Wind gesprochen. Mistral, Levante, Ghibli – Maserati hat sich bei der Namensgebung seiner Modelle den verschiedenen Mittelmeer-Winden verschrieben. Und jetzt kommt ein Neuer hinzu. Grecale heißt er, kommt, wie der Name schon sagt aus Griechenland und ist ein Wintersturm.

Im Gegensatz zum Namen ist der neue Grecale ein heißblütiger Italiener. Er soll für frischen Wind im Segment der Luxus-SUVs sorgen. Ein laues Lüftchen kann sich Maserati mit dem Grecale jedenfalls nicht leisten. Der Stellantis-Konzern, zu dem die Italiener gehören, hat für die kultige Sportmarke aus dem norditalienischen Modena nämlich jede Menge Geld locker gemacht.

Zum ersten Mal seit vielen Jahren durfte Maserati mit dem MC 20 einen komplett neuen Sportwagen entwickeln. Noch dazu mit einem eigenen Motor und nicht wie sonst mit einem Derivat des ungeliebten Wettbewerbers Ferrari.

Das SUV soll im Vergleich zum MC 20, der ein reines Nischenprodukt ist, auch für frischen Wind in der Konzernkasse sorgen. Ob der Grecale zum „Wind Of Change“ taugt, wird sich noch zeigen. Jedenfalls will er der Premium-Konkurrenz den Wind aus den Segeln nehmen. Und die ist zahlreich: BMW X5, Mercedes GLC, ja sogar den Porsche Macan hat man im Visier.

So viel wird der neue Maserati Grecale kosten

Preislich ist der Grecale auf alle Fälle „Premium“. Wer die Einstiegsvariante „GT“ haben will oder den etwas besser motorisierten „Modena“ (jeweils mit Mild-Hybrid-System) der wird so um die 70.000 Euro hinblättern müssen.

Abgesehen von Details wie dem Dreizack auf der Schulter, der sich je nach Modell farblich unterscheidet, gleicht sich das Grecale-Trio wie ein Ei dem anderen. Gieriger Frontgrill mit Neptuns Gabel im Zentrum, ein weit nach hinten gesetztes Fahrerhaus, Coupé-Silhouette, kräftige Hinterbacken und Bumerang-Rückleuchten, die an den 3200 GT erinnern.

Auch beim Interieur des Grecale weht eine steife Brise. Mit dem riesigen gebogenen Zentral-Display in der Mitte fühlt man sich nicht nur wie in einer Pilotenkanzel, sondern stellt noch einen hauseigenen Rekord auf. „Der größte Bildschirm, der je in einem Maserati zu sehen war“, heißt es. Ein Zugeständnis für die USA und China. Hier heißt digital auch manchmal nur groß.

Viel Liebe haben die Designer in einige Details gesteckt. Zum Beispiel in die Uhr auf dem Armaturenbrett. Dass das Zifferblatt ein Display ist, merkt man erst, wenn man per Tastendruck das Layout des Ziffernblatts verändert. Von klassisch, über sportlich bis modern – oder man lässt sich die Querbeschleunigung anzeigen, und im Fall, dass auch das Navi orientierungslos ist: Schwuppdiwupp wird aus der Uhr ein Kompass. So etwas erobert unsere Herzen im Sturm.

Maserati Grecale: die Motorisierungen

Ziemlich windig finden wir allerdings, dass die verschiedenen Fahrprogramme (Comfort, GT, Sport, Corsa und Off-Road) im Menü versteckt sind, so dass man immer abgelenkt ist. Auszusetzen haben wir auch etwas am HUD, am Head-Up-Display. So nützlich Informationen wie gefahrene Geschwindigkeit und Tempolimit sind, so nervig ist das Navi, das viel zu viele Straßen anzeigt. Übersicht sieht anders aus. Verwirrend ist zunächst auch die Suche nach Blinker und Scheibenwischerhebel. Sie sind zwar dort, wo sie hingehören, seitlich am Lenkrad. Allerdings werden sie von den viel zu großen Schaltwippen verdeckt. Hier heißt es: Vorbeifummeln, um blinken zu können.

Eine klare Sache ist das Fahren eines Grecale. Speziell, wenn man mit einem Trofeo unterwegs ist. Hier gilt das Sprichwort: Wer Wind sät, wird Sturm ernten. Der Wind, das sind „GT“ und „Modena“ mit ihren 300 respektive 330 PS, der eigentliche Himmelsstürmer heißt Trofeo. Sein Herz ist die Nettuno-Maschine, die im Grecale 530 PS leistet.

Trotz der zwei Tonnen Gewicht schiebt Neptuns V6-Zylinder mit Biturbo-Aufladung den Grecale mühelos an. In 3,8 Sekunden geht es auf Tempo 100, zehn Sekunden später fällt die 200er-Marke. Dazu spielt die vierflutige Auspuffanlage eine kleine italienische Verbrenner-Symphonie, und zwar molto vivace.

Ausgeliefert wird der Grecale in der zweiten Jahreshälfte 2022 - genau ein Jahr später bekommt er neuen Rückenwind. Dann folgt nämlich die rein elektrische Variante „Folgore“. Offenbar mit einer Akku-Größe von 105 kWh, was eine Reichweite von über 500 Kilometern bedeutet. 350 kW (476 PS), sowie 800 Newtonmeter Drehmoment sollen die Motoren leisten. Einer vorne und zwei hinten. Das Bordnetz wird nicht mit der schnellen 800-Volt-Technologie ausgerüstet sein, sondern bietet „nur“ 400 Volt.

Trotzdem könnte aus dem ersten Elektro-Modell von Maserati ein Auto werden wie ein Gewittersturm. Denn Folgore heißt auf Deutsch Blitz.

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