Augsburger Allgemeine

Wolfgang Schütz

Kultur und Journal

Bild: Ulrich Wagner

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Artikel von Wolfgang Schütz

Ein Teufelsweib? Keine Angst, ist nur Pose - rockt aber wie der Teufel, diese Doro, auch in Augsburg. Foto: Diekamp
Lokales (Augsburg)

Volles Haus, volle Dröhnung

Es geht auf Mitternacht zu und Doro ist noch immer nicht von der Bühne zu kriegen. Schon nach dem Ende des eigentlichen Sets mit "All we are", der fast 25 Jahre alten Metal-Hymne aus ihrer Zeit mit der Gruppe Warlock, verzichtet sie samt Band auf den obligatorischen Abgang für die Zugaberufe. Doro blieb einfach, ließ sich feiern und machte weiter. Jetzt schreibt sie Autogramme, unermüdlich, pflegt den Kontakt zu ihren treuen Fans, die bis aus Zwickau, bis aus der Schweiz ins Spectrum gepilgert sind.

Ein irrer Engel, der da beflügelt, unterm Plastikweihnachtsstern im Spectrum vom Christkind kündete: Guildo Horn, für Fans noch immer "der Meister". Foto: Diekamp
Lokales (Augsburg)

"Das Nanana in uns allen"

Zu Beginn ist Schlimmstes zu befürchten. Das Spectrum ist sehr spärlich gefüllt an diesem Montagabend, für den die Rückkehr des "Meisters" annonciert ist. Elf Jahre war er nicht mehr hier, wo er damals wie bei jeder Tourstation noch als Held des Grand Prix, als liebster Kuschelpädagoge der Nation, als Schlagerpartykönig gefeiert wurde.

Kultur

Der eigene Blick

Prachtband Gibt es etwas Deutsches an der Renaissancekunst von Dürer bis zu den Holbeins?

Die Wise Guys in der Schwabenhalle Augsburg.
Stars, weil sie keine sind

Der "Vokal-Pop" der Wise Guys

Warum verkauft sich der "Vokal-Pop" der Wise Guys so glänzend? Ein Konzertbesuch gibt darüber Aufschluss, stellt Wolfgang Schütz fest.

Michael Jackson ist tot, seine Musik lebt
Jacko bleibt tot

Michael Jackson: Postumes Album ist nichts als Retorte

Das Beste ist, dass das Schlimmste gleich zu Beginn kommt. "Hold my Hand" eröffnet das erste Album von Michael Jackson nach seinem Tod. Zehn Songs sind es, die das Album "Michael" versammelt.

Feierlichen Pop präsentierte der Biberacher Konstantin Gropper bei seinem ersten Auftritt in Augsburg. Foto: Christina Bleier
Lokales (Augsburg)

So schön kann Pop dank Pathos sein

Vielleicht ist es sogar ganz gut, dass sich an einem der innigsten Momente dieses Abends plötzlich der Gitarrengurt löst und Konstantin Gropper beim Anstieg zum schwelgerischen Refrain jäh abbricht. Der Bruch und das anschließende Witzeln nämlich lassen den Kontrast umso erstaunlicher hervortreten: Das sind fröhliche junge Menschen, die hier in Wechsel aus Wucht und Melancholie eine Sound-Kathedrale nach der anderen errichten.

Die "Kings of Leon" spielten in München.
Konzert in der Olympiahalle

"Kings of Leon" rockten in München

Die "Kings of Leon" sind scheinbar nicht aufzuhalten. Die Band rockte die Münchner Olympiahalle. Sind sie die neuen Superstars? Eine Konzertkritik von Wolfgang Schütz

Das neue Buch von Max Goldt heißt "Gattin aus Holzabfällen" und versammelt ausschließlich mit Texten versehene Bilder, wie er sie als Kolumnist im Satiremagazin "Titanic" in den vergangenen Jahren veröffentlicht hat. Zu diesem Bild schreibt Goldt: "Wenn man statt dessen den Nackten zu essen gäbe und den Hungrigen Kleidung, könnten die Beschenkten miteinander in Tauschkontakt treten, und so wäre neben dem Hunger und der Nacktheit noch ein drittes Menschheitsproblem überwunden, nämlich die Einsamkeit." Foto: aus dem Buch
Lokales (Augsburg)

Snob des Stils

"Strebsamkeit und Ehrgeiz sind genauso gute Weltmotoren wie die Liebe." Sagt der Satiriker. Und meint? Doch sicher eine Verhohnepipelung. Nö, nicht dieser hier. Denn Max Goldt pflegt im Kontrast zu vielen Kollegen seiner publizistischen Heimat, des Satiremagazins Titanic, nicht die Kritik per Dampfhammer - Max Goldt führt das Florett zur Verbesserung der Welt. Er meint solche Sätze ernst.

Die Sportfreunde Stiller.
Konzertkritik

München feiert die Sportfreunde Stiller

Nach ihrem New York-Trip feierten die Sportfreunde Stiller in einer ausverkauften Münchner Olympiahalle ihre Heimkehr.

Schon reizvoll: schöne junge Frau mit Gitarre und zarter Stimme. Und im Hintergrund treibt das Schlagzeug. Foto: Kaya
Lokales (Augsburg)

Minimal besetzt, maximal bespaßt

Vielleicht ist es derselbe, der vorhin lautstark jener jungen Frau im Streifenkleidchen und mit E-Gitarre seine Liebe gestanden hat - jetzt jedenfalls, nach nicht mal einer Stunde und schon im Zugabenteil, schreit einer, er wolle "Light it up" hören, noch mal. Der junge Mann mit dem blonden Wischmopp am Schlagzeug aber hat dafür nur Hohn übrig: als hätten sie nicht reichlich von diesem so vergnüglich wie forsch vorantreibenden Liedgut. Und gleich wieder beginnt er, unerbittlich die Viertel auf seiner Snare zu hämmern.