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Mulch – Kraftnahrung mit Wirkung

Wie aus Gartenabfall der perfekte Dünger wird
Exklusiv
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Foto: Leserbild

Der vorausschauende Experte spart Geld, indem er zu krautigem Mulch, einer echten Powernahrung für Gemüse, Stauden & Co. greift.

Warum kompliziert, wenn’s auch einfach geht? Viele Hobbygärtner geben getreu dem Motto „viel hilft viel“ Unsummen für unnötig hohe Düngung aus, um die Erträge ihrer Gemüsebeete zu steigern. Der vorausschauende Experte hingegen spart sich das Geld und greift zu krautigem Mulch, einer echten Powernahrung für Gemüse, Stauden & Co.

Wo immer es möglich ist, breitet Mutter Erde eine schützende Decke aus Laub, Nadeln oder abgestorbenen Pflanzenresten über den Boden. Die Schicht bewahrt Kulturböden nicht nur vor Wind und Wetter, sie versorgt sie auch mit allerhand Nährstoffen und verhindert Unkrautbewuchs.

Foto: Stephanie Frey - Fotolia

Ironischerweise ist es jedoch gerade die Furcht vor Unkräutern, die den hilfreichen Mulch aus vielen Gärten vertrieben hat. „Ein großer Fehler“, meint Erna Prestele aus Augsburg-Hochzoll. „Viele Pflanzen wachsen in einer Mulchschicht erst so richtig.“

Echte Wunderwaffe

Der geräumige Garten der Presteles ist ein echtes Schmuckstück. Überall blüht und grünt es, dass es eine wahre Freude ist. Dem Mulch kommt dabei eine zentrale Bedeutung zu: „Im Gemüsebau etwa haben wir mit Rasenschnitt sehr gute Erfahrungen gemacht“, erzählt die rüstige Rentnerin. Dabei wird das frisch gemähte Gras zwei bis drei Zentimeter hoch zwischen den Pflanzen verteilt, was nicht nur für eine permanente Stickstoffdüngung sorgt, sondern auch die Boden-Verdunstung deutlich herabsetzt. „Die Erde ist so meist feucht und krümelig, ein Umgraben in der Regel absolut überflüssig.“

Foto: Leserbild

Die Mulchschicht tut nicht nur den Pflanzen gut, sie spart auch jede Menge Arbeit. Da die Auflage viele Unkräuter am Wachsen und Keimen hindert, sei der Unkrautbesatz spürbar geringer, sagt Erna Prestele. Und falls doch einmal ein unerwünschtes Pflänzlein durchkomme, könne es leicht aus dem luftigen Boden herausgezogen werden. „Einzig der Rasenschnitt im Frühjahr, der erst nach Abblühen der Frühjahrsblüher erfolgt, wenn die Nährstoffe aus den Blättern in die Zwiebeln verlagert worden sind, sollte nur als Deckauflage dienen und keinen direkten Bodenkontakt haben.“ Diese Mahd enthalte durch das späte Mähen nämlich meist viele blühende Unkräuter.

Der Mulch kommt bei Familie Prestele nicht nur im Gemüsebeet zum Einsatz, sondern auch bei Stauden. Da der Rasenmulch in erster Linie für das starkzehrende Gemüse verwendet wird, ist für die aber nur wenig Rasenschnitt vorhanden. „Deswegen erfolgt die dort erforderliche Stickstoffdüngung über Hornspäne“, verrät die sympathische Hobbygärtnerin.

„Der Mulch dient hier der Unkrautunterdrückung zwischen den kleinen Stauden.“

Kurz erklärt

Schluss mit Einheitsbraun! Wer seinem Garten einen besonderen Hingucker verleihen möchte, bekennt Farbe – mit buntem Mulch aus dem Fachhandel. Hierbei handelt es sich um weitgehend rindenfreie Häcksel aus dem Kernholz des Baumes. Nur diese lassen sich nämlich mit unbedenklichen Naturfarben auf Eisenoxidbasis vernünftig einfärben. Das Ergebnis ist originell, praktisch – und bis zu dreimal länger haltbar als herkömmlicher Rindenmulch. Doch Vorsicht: Kernholz- und Rindenmulch bringen im Gegensatz zu krautigem Mulch keinen Stickstoff in den Boden. Sie verhindern also nur den Unkrautbewuchs.

Zur Person

Bei Familie Prestele aus Augsburg-Hochzoll liegt die Liebe zum Garten im Blut: Das stattliche Paradies mit einer Größe von rund 1500 Quadratmetern wird inzwischen bereits von der dritten Generation versorgt. „Bei den Obstbäumen handelt es sich ausschließlich um lokale Sorten, die meine Großeltern vor vielen Jahrzehnten angepflanzt haben“, sagt Corinna Prestele, die ihre Mutter Erna tatkräftig bei der Arbeit im Garten unterstützt. Die Tochter hat ihre große Leidenschaft sogar zum Beruf gemacht: Als Gartenbauingenieurin ist sie ein waschechter Profi fürs grüne Paradies.

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