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Nase auf und durch

Im Duftgarten liegt Liebe in der Luft
Exklusiv
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Vielfältig und mitunter ganz schön überraschend verwöhnen einige Blumen nicht nur das Auge, sondern auch die Nase: Betörend, verlockend, zauberhaft.

Betörend, verlockend, zauberhaft – den süßen Duft, den manche Blüten verströmen, muss man einfach in den höchsten Tönen loben. Vielfältig und mitunter ganz schön überraschend verwöhnen einige Blumen nicht nur das Auge, sondern auch die Nase, weshalb der Garten auch gerne als Paradies für die Sinne bezeichnet wird. Für Demenzkranke kann der feine Geruch sogar Kindheitserinnerungen wachrufen und ist somit ein wichtiger Bestandteil der therapeutischen Betreuung. Auch die Kneippstadt Bad Wörishofen hat die wohlriechenden Vorzüge bestimmter Pflanzen längst erkannt: Hier lädt ein rund 3500 Quadratmeter großer Duft- und Aromagarten zum Schnuppern und Genießen ein.

Foto: Christian Jung - Fotolia

Mehr als 250 verschiedene Gewächse verwandeln die kleine Attraktion im Herzen des großen Kurparks in ein regelrechtes Abenteuerland für Groß und Klein. Entlang eines befestigten Rundwegs heißt es: „Immer der Nase nach!“ Prachtnelken, Lavendel, Zitronenmelissen und Lilien stellen hier unter Beweis, warum sie seit jeher zu den Lieblingen von Parfümeuren und der Damenwelt zählen. Weniger populäre Exemplare stellen die Gartenprofis aus Bad Wörishofen mittels informativer Schilder vor – so kommt auch das Wissen nicht zu kurz. Wer ganz mutig ist, kann sich in das Reich der „Stinkergruppe“ vorwagen, wo Asphaltklee an frischen Teer oder Gänsefuß an nicht mehr ganz so frischen Fisch erinnert… Doch auch im heimischen Garten lässt sich mit ein wenig Aufwand leicht ein Aroma-Paradies schaffen. Wichtig dabei ist vor allem Vielfalt: „Eine einzelne Duftpflanze allein wird das ganze Jahr über nicht befriedigen können“, sagt Gärtnermeister Andreas Honner. Er rät zu einer regelrechten „Duft-Dramaturgie“, die den Aromabogen quer über alle Gartenmonate spannt. Angefangen mit der süßlichen Dichter-Narzisse über Tulpen und Blauregen bis hin zur Rose reicht das Dufterlebnis, welches seinen Schlusspunkt mit Winterjasmin und Duftschneeball findet. Je sonniger, trockener und windstiller der Standort, desto intensiver ist der Duft. Auch die Verwendung von Pflanzkübeln bietet sich an – so lässt sich das Aroma bequem auf Terrasse oder Balkon verfrachten.

Jeder riecht anders

Die Gestaltung eines Duftgartens ist übrigens immer individuell: Jeder Mensch definiert angenehmen Geruch nämlich anders. „Die Zahl der Rezeptoren, der Zellen und Eiweiße, mit denen Düfte wahrgenommen werden können, ist zwar bei allen Menschen etwa gleich“, erklärt Prof. Dr. Dr. Dr. Hanns Hatt von der Ruhr-Universität Bochum: „Durch Nasenform oder nachgeschaltete Gehirnprozesse wird jedoch ein und derselbe Duft von jedem anders wahrgenommen.“

Foto: Subbotina Anna - Fotolia

Aus diesem Grund ist es ratsam, die Pflanzen schon vor dem Kauf in der Baumschule oder der Gärtnerei längere Zeit auf sich wirken zu lassen. Sonst wird aus dem Dufterlebnis womöglich schnell eine Geruchsbelästigung.

Kurz erklärt

Die Zahl der Duftgewächse ist immens und hält für jeden Geschmack das richtige Aroma bereit. Wer den Geruch von Vanille liebt, sollte sich die Einhornpflanze in den Garten holen. Die Indianernessel hingegen verströmt einen fruchtigen Duft nach Orange und Minze. Goldmelissen, Tulpen, Veilchen, Hyazinthen und Bechermalven – sie alle sind eine echte Freude für die Sinne. Erkennbar sind besonders aromatische Pflanzen übrigens oft bereits am Namen: Entweder beinhaltet dieser den Zusatz „Duft“, wie es etwa beim Duft-Schröterich, der Duft-Skabiose sowie der Duftenden Bisamblume der Fall ist, oder er gibt Aufschluss über den Geruch, der von diesem Gewächs ausgeht, wie der Kuchenbaum, die Schokoladeniris, die Zitronenverbene oder die Gummibärchenblume. Eine große Auswahl an Duftpflanzen halten die meisten Gärtnereien bereit.

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