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Paradies auf engem Raum

So kommen kleine Gärten ganz groß raus
Exklusiv
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Mit einigen Tricks und Gestaltungskniffen kann selbst der schmalste Garten wie ein stattlicher Park wirken. Einzige Voraussetzungen: Kreativität und Mut zur Veränderung.

Die meisten Gärten sind kleiner als es ihren Besitzern lieb ist. Große Grundstücke kosten schließlich ein Vermögen und sind vor allem in Stadtgebieten rar gesät. Doch mit einigen Tricks und Gestaltungskniffen kann selbst der schmalste Reihenhausgarten wie ein stattlicher Park wirken. Einzige Voraussetzungen: Kreativität und Mut zur Veränderung.

Marie Würfl aus Augsburg-Göggingen kennt das Problem: Tausende Ideen und kein Platz, um sie zu verwirklichen. Gerade einmal 120 Quadratmeter umfasst ihr Garten. „Nicht besonders groß also“, gesteht sie. Doch wer ihr Zuhause kennt, kann über diese Größe nur staunen: Dank cleverer Planung und durchdachter Gestaltung wirkt der kleine Zwerg wie ein stattlicher Riese.

Wo andere Gärten häufig nur aus einer Rasenfläche und bestenfalls einigen Sträuchern oder Rabatten bestehen, glänzt das Mini-Paradies durch zahlreiche Rückzugsorte. Hier steht eine holzbeplankte Terrasse für Besucher bereit, dort lädt ein von Rosen, Clematis und Kiwi gerahmter Pavillon zum Verweilen ein. Eine backsteinerne Grill- und Feuerstelle versprüht den Zauber des Südens, während andernorts ein leise plätschernder Zierbrunnen Vögeln ein erfrischendes Bad bietet. Im Hochbeet entfalten Kräuter ihren süßen Duft, während im Pavillon die Seele ausgiebig Urlaub vom Alltag nehmen kann. Schwer zu glauben, dass dieser Park nur XXS-Format hat…

Was ist also das Geheimnis, eines solch beengten Paradieses? Die Antwort ist so einfach wie simpel: „Jeder Bereich für sich muss ein Stück Erlebnis sein“, erklärt Marie Würfl. Sie ist sich sicher, dass jeder Garten, und sei er noch so klein, großes Potenzial haben kann. „Man muss sich nur Zeit nehmen, Geduld haben und immer wieder Neues ausprobieren.“ Auch ihr Reihenhausgarten sei seit 1978 ständig im Wandel gewesen – und noch heute gebe es Kleinigkeiten, mit denen die 60-Jährige noch nicht hundertprozentig zufrieden ist. Kreative Planung ist das A und O für kleine Gärten. Der Winter ist die ideale Jahreszeit, um in Ruhe neue Gestaltungsideen zu sammeln und deren Umsetzung vorzubereiten. Auch die Einteilung der Fläche in verschiedene Bereiche fällt leichter, wenn Sträucher und Bäume kahl sind. „Wichtig ist, dass der Garten sich im Sommer nicht auf Anhieb komplett einsehen lässt“, sagt Marie Würfl. So erscheine er größer. „Der Betrachter ist gespannt, wie es weitergeht.“

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Für die Untergliederung eignen sich Hecken, Rosenbögen, Spaliergehölze oder Rankgitter mit Kletterpflanzen. Die so entstehenden Gartenräume lassen sich individuell gestalten. Ob Japangarten oder Partybereich, wer weiß, was er will, hat keine Grenzen zu fürchten. „Und letztendlich sollte man sich auch einfach auf seinen eigenen Geschmack verlassen“, meint die Hobbygärtnerin. Ihr Geschmack hat sich jedenfalls ausgezahlt – wie ihr Liliput-Park eindrucksvoll beweist.

Kurz erklärt

Wer sich mit dem Nachbarn gut versteht, kann seinen Reihenhausgarten auch optisch vergrößern, indem er auf hohe Hecken oder wuchtige Zäune verzichtet. Sind beide Parteien einverstanden, kann nur ein Beet oder eine lockere Strauchbepflanzung als Grenze dienen. Die Gärten wirken so von allen Seiten deutlich größer. Auch ein schöner Durchgang zu Nachbars Garten bereichert die Gestaltung. Hier kann beispielsweise ein Torbogen aus Kletterrosen oder Geißblatt nebeneinanderliegende Gärten verbinden. Eine solche grüne Tür weckt den Anschein, als ginge der Garten hinter der Hecke noch weiter.

Zur Person

Für Marie und Peter Würfl aus Augsburg-Göggingen ist der Garten gleichbedeutend mit Urlaub. „Das ist für uns einfach Erholung pur“, betont die sympathische 60-Jährige. Aus diesem Grund verbringen sie auch so viel Zeit wie möglich im Freien. Kein Wunder, dass das kleine, aber feine Gartenparadies des Ehepaars bei Besuchern, Nachbarn und Freunden regelmäßig für Begeisterung sorgt – man sieht eben auf den ersten Blick, dass darin jede Menge Leidenschaft und Kreativität steckt. Und mindestens ebenso viel Erfahrung: Denn, so ist sich die Hobbygärtnerin sicher, Rückschläge gehören zum Erfolg eben auch dazu. „So wie der Garten wächst, wächst auch der Gärtner.“

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