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Paradies hinter der Terrassentür

Warum für Familie Rosenberger Erfahrung der beste Gartenlehrer ist

Exklusiv
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„Rosa, blau, lila, hier mal ein gelber Klecks.“ Wenn Marianna Rosenberger von ihrem Garten spricht, klingt es, als würde sie von einem Kunstwerk reden.

Und irgendwie ist die Zusammenstellung auf ihren Beeten das ja auch. „Mir ist es wichtig, dass es farblich passt und dass zu jeder Jahreszeit etwas blüht.“ Da wären im Frühjahr zunächst die vielen Schneeglöckchen, die die Saison einläuten, viele von ihnen lagen schon als Zwiebeln in der Erde, bevor die Rosenbergers das Grundstück in Augsburg bezogen. „Das ist ein echtes Geschenk, die alle blühen zu sehen“, sagt die Gartenliebhaberin. Kurz darauf strecken Narzissen, Tulpen und Osterglocken die grünen Spitzen aus der Erde. Es folgen Iris und Pfingstrosen.

Am meisten Arbeit machen die Dahlien. Die Pflanze stammt ursprünglich aus Mittelamerika und ist nicht winterfest. Sie sollte nach ihrer Blüte bis auf wenige Zentimeter herunter geschnitten werden. Die Knolle muss anschließend aus der Erde gegraben werden und überwintert idealerweise im trockenen und dunklen Keller. „Früher habe ich die Pflanzen im Frühjahr in den Töpfen vorgezogen. Jetzt setzte ich sie je nach Wetter ab Mai so in den Garten. Dann muss man noch hoffen, dass die Schnecken nicht alles fressen.“

Lohn der Mühe ist eine farbenprächtige Blütenschar, die sich bis zum ersten Frost hält. Da die Dahlien schnell in die Höhe schießen, ist es sinnvoll sie mit einem Bambusstock oder ähnlichem zu stützen oder gegebenenfalls etwas anzubinden. Sonst kann starker Regen oder Wind die Blütenstiele abknicken oder brechen. Neben dem Herausnehmen der Dahlien steht im Herbst ein Radikalschnitt aller mehrjähriger Stauden an. „Wir schneiden alles zurück, häckseln die Grünabfälle und streuen das Schnittgut auf die Beete. Das reicht für die Blumenbeete.“ Einzig die Tomaten und der Gemüsegarten brauchen ab und zu eine extra Portion Dünger.

Dreißig Jahre lang hatten die Rosenbergers einen Schrebergarten. Das war, bevor die Familie in das Haus in Augsburg zog. „Ich wollte damals unbedingt, dass meine Kinder sehen und erfahren, wie Gemüse heranwächst“, sagt Rosenberger. Am Anfang habe sie von Gärten und Pflanzen eigentlich keine Ahnung gehabt. Ein Schrebergarten-Nachbar wies sie damals im November darauf hin, dass sie ihre Stauden vor dem Winter besser zurück schneiden sollte. Sie lacht, wenn sie daran zurückdenkt.

Heute weiß sie genau, wann sie in ihrem Garten welches Gewächs stutzen oder umtopfen muss. „Das alles braucht eben Zeit“, sagt sie. Einiges an Wissen hat sie aus Büchern und Magazinen. Doch der beste Lehrer ist die Erfahrung. Ohne Garten – das könne sie sich nicht mehr vorstellen. „Ich mag die Beschäftigung draußen. Der Garten bedeutet Erholung für mich.“ Besonders seit die Rosenbergers vor acht Jahren umzogen sind. „Jetzt muss ich nur noch die Terrassentüre aufmachen und stehe im Grünen.“

Sobald das Thermometer eine annehmbare Temperatur anzeigt und die Sonne scheint, bezieht das Ehepaar ihr „Draußen-Wohnzimmer“. Am liebsten sitzen sie an lauen Abenden auf der Terrasse, die dann von zahlreichen Teelichtern und Laternen, die im Garten verteilt sind, schön beleuchtet wird. Von dort hat man auch den kleinen Teich im Blick, der von Vögeln als Badeplatz genutzt wird.

„Wir sind unheimlich viel draußen“, sagt Rosenberger. Allerdings nicht nur, um zu jäten, zu gießen oder zu schneiden. „Mein Garten soll auch für mich da sein. Es ist mir wichtig, dass die Arbeit mir nicht zu viel wird.“ Deshalb haben sie und ihr Mann einige Vorkehrungen getroffen: Eine davon ist die Bewässerungsanlage, die viele Stunden Gießkannen schleppen erspart. „Wir sind auch ab und an mal unterwegs. Da ist es angenehmer, nicht jedes Mal die Nachbarin bitten zu müssen, ob sie nicht unsere Beete mit gießt“, sagt Rosenberger. Und ihr Trick gegen Unkraut: Meine Pflanzen stehen so dicht, dass Unkraut eigentlich gar keinen Platz hat sich auszubreiten.“

Kurz erklärt:

Ein großer Garten ist eine wunderbare Sache – stundenlanges Herumschleppen von Gießkannen im Hochsommer eher nicht. Gerade im Alter wird die schöne Parkanlage schnell zur Plage. Abhilfe schaffen intelligente Bewässerungssysteme, die automatisiert verhindern, dass der Garten Durst leidet. Grundsätzlich wird hierbei zwischen Sprinkler- und Micro-Dip-Systemen unterschieden. Erstere eignen sich vorrangig für große Flächen wie Rasen oder Beete. Mit großem Druck wird das Wasser dabei über den Garten gesprüht, zeitlich gesteuert durch einen Bewässerungscomputer oder eine simple Zeitschaltuhr. Verbunden mit praktischen Versenkregnern, die nur während der Bewässerungszeit aus dem Boden ploppen, ansonsten aber unterirdisch installiert sind, bleibt der Rasen trotzdem jederzeit nutzbar und ist auch ohne große Hürden mit dem Rasenmäher befahrbar. Micro-Dip-Systeme hingegen leiten das Wasser direkt zu den Wurzeln der Pflanzen. Ein sogenannter Tropfer versorgt das Grün kontinuierlich mit minimaler Wassermenge – quasi tröpfchenweise. Dieses Bewässerungssystem ist damit besonders wirtschaftlich.

Steckbrief:

  • Name: Dahlie
  • Botanischer Name: Dahlia
  • Familie: Korbblütler (Asteraceae)
  • Unterfamilie: Asteroideae
  • Lebensraum: ursprünglich in den Hoch­ebenen ­Mexikos und Guatemalas, als Zierpflanze ­inzwischen weltweit
  • Lebenserwartung: mehrjährig
  • Blütezeit: Juli bis November
  • Blütenfarbe: von reinem Weiß über Gelb-, ­Orange- und Rottöne bis zu fast schwarzem ­Dunkelrot
  • Wuchshöhe: 30 bis 180 Zentimeter
  • Boden: gut durchlässiger, humoser Gartenboden mit leicht saurem pH-Wert

Pflegehinweis:

  • Warmen, vollsonnigen und windgeschützten Standort wählen
  • Pflanzzeit ab Mitte April, wenn Bodenfrost
  • selten ist
  • Blüte im Frühjahr mit organischem Dünger ­unterstützen
  • in den heißen Sommermonaten regelmäßig gießen
  • unbedingt Staunässe meiden
  • verblühte Blüten und Samenansätze im Sommer entfernen
  • im November mit den ersten Nachtfrösten Pflanze eine Handbreit über dem
  • Boden abschneiden
  • Knolle vorsichtig ausgraben, trocknen lassen und über den Winter in Torf, Sand oder Sägemehl in einem kühlen, trockenen Raum lagern