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Sonnengelbes Gartenglück

Warum die Sumpfdotterblumen selbst einer echten Königin gerecht wird

Exklusiv

Denkt man an Bepflanzung im Gartenteich, kommt einem zu allererst die allseits bekannte und beliebte Seerose in den Sinn.

Elegant treibt die Königin der Wasserpflanzen über das kühle Nass, öffnet pünktlich zum Sonnenaufgang ihre Knospen und verbirgt ihre Pracht züchtig nach Sonnenuntergang wieder. Ein ebenso faszinierender, wie geheimnisvoller Blickfang – und ein sehr vergänglicher noch dazu: Die meisten Blüten zeigen sich je nach Sorte nur drei Tage lang. Deutlich langlebiger und mindestens ebenso eindrucksvoll ist hingegen ein Blümlein, dessen Name im Vergleich zur blühenden Majestät vielleicht wenig glamourös wirken mag: die Sumpfdotterblume.

In früheren Zeiten tauchte die Staude Gewässerränder, Gräben und Feuchtwiesen in sattes Gelb. Heute zählt der Frühlingsblüher in einigen Gegenden Deutschlands bereits zu den gefährdeten Arten, ist in der freien Natur immer seltener zu finden. Ursachen sind unter anderem Veränderungen in der Flurbewirtschaftung sowie die Kultivierung wilder Bach- und Flussläufe, wodurch potentielle Habitate der Pflanze immer stärker abnehmen.

Zum Glück entdecken immer mehr Gartenbesitzer den sonnenfarbenen Hingucker für sich und ihre grüne Oase. Die auch unter dem Namen Butterblume bekannte Schönheit fühlt sich nämlich auch am idyllischen Gartenteich pudelwohl – vorausgesetzt sie ist ausreichend mit Feuchtigkeit und Nährstoffen versorgt und keiner Strömung ausgesetzt. Ideale Voraussetzungen bietet ein schwerer, gut durchnässter Lehmboden, der auch gerne einige Zentimeter unter Wasser stehen darf. Ab Ende März erfreut die Sumpfdotterblume ihre Besitzer mit reicher Blüte, bei optimalen Wetter- und Lebensbedingungen bis in den Juni hinein. Mitunter kann es zwischen Juli und Oktober gar zu einer zweiten Blütezeit kommen, die dann jedoch nicht mehr ganz so üppig ausfällt. Interessant ist die Verbreitung der Pflanze mittels Balgfrüchten, also Fruchtblättern, die mehrere Einzelsamen ausbilden und diese bei Samenreife durch Aufplatzen der Verwachsungsnaht verstreuen. Bei entsprechend hohem Wasserspiegel treiben die schwimmfähigen Samen ans Ufer und sorgen so für reiche Vermehrung der Sumpfdotterblume.

Bild: ©A_Bruno - stock.adobe.com

Durch ihre auffällige Signalfarbe setzt der Frühblüher nicht nur Akzente im heimischen Grün, sondern ist auch beliebte Anlaufstelle für Insekten aller Art. Schwebfliegen, Hautflügler und andere Tierchen mit langen Rüsseln kosten gerne ihren süßen Nektar, was sich die Pflanze gerne gefallen lässt, profitiert sie selbst doch von der damit einhergehenden Bestäubung. Zumindest bei ungefüllten Blüten ist eine natürliche Befruchtung indes auch durch Regenwasser möglich. Wer sein Glück gerne teilen möchte, kann der Vermehrung durch Abtrennen des unterirdischen Wurzelstocks, der Rhizome, auf die Sprünge helfen. Den Ausläufer einfach separat einpflanzen – fertig.

Neben der weithin bekannten gelbblühenden Art (Caltha palustris) gibt es einige Zuchtformen mit gefüllten Blüten sowie aus dem Himalaya-Gebiet stammende (Unter-)Arten mit weißem Blütenstand (Caltha palustris alba bzw. Caltha natans). Ihnen allen ist jedoch ein pflegeleichtes, unkompliziertes Wesen gemein, welches den Hobbygärtner vom Diener zum puren Genießer werden lässt. Mehr als hin und wieder verblühte Blätter auszudünnen, um Mehltaubefall vorzubeugen, und die Beetpflanze bisweilen mit etwas Hornspäne oder Knochenmehl zu versorgen, verlangt sie nicht, auch ein Winterschutz ist nicht notwendig, zieht sich die Pflanze in den kalten Monaten doch in den Wurzelstock zurück. Aber Vorsicht: Da bei intensiver Berührung mit der Sumpfdotterblume Hautirritationen drohen, sollte man beim Einpflanzen und Pflegen der Pflanze stets Gartenhandschuhe tragen.

Kurz erklärt:

Die Sumpfdotterblume gilt gemeinhin als giftig – empfindliche Menschen reagieren bei Kontakt mit Ausschlag und Schwellung, bei Verzehr mit Schwindel oder Erbrechen. ­Etwas hartgesottenere Zeitgenossen hält das nicht davon ab, die jungen Blätter als Wildsalat zu verknuspern, wovon wir an dieser Stelle aber explizit abraten wollen! Dann doch lieber die Pflanze als Tee genießen. Der Giftstoff Anemonin verliert nämlich bei Trocknung an Wirkung, wodurch sein Konsum gänzlich ungefährlich wird. Volksheilkundler und Homöopathen empfehlen den Sud des zierlichen Blümleins gegen ­Husten und Erkältungsbeschwerden, in Form von Schüssler Salzen auch gegen Menstruationsleiden und Hauterkrank­ungen.

Steckbrief:

  • Name: Sumpfdotterblume
  • Botanischer Name: Caltha palustris
  • Familie: Hahnenfußgewächse (Ranunculaceae)
  • Unterfamilie: Caltheae
  • Lebensraum:
  • feuchte bis wechselfeuchte Sumpfwiesen
  • Lebenszyklus: mehrjährig
  • Blütezeit: März bis Mai
  • Blütenfarbe: sonnengelb
  • Wuchshöhe: 5 bis 30 Zentimeter
  • Boden: feuchtnasse, nährstoffreiche Lehm- oder Tonböden mit mildem bis mäßig saurem pH-Wert
  • Schutzstatus: Rote Liste Niedersachsens, ­Brandenburgs, Berlins und Hamburgs „gefährdet“

Pflegehinweis:

  • Grundsätzlich anspruchslos und pflegeleicht
  • Halbschattiger bis sonniger Standort mit bis zu
  • 10 Zentimeter Wassertiefe
  • Blätter in den Sommerwochen etwas ausdünnen
  • Auf keinen Fall austrocknen lassen
  • Abgestorbene Triebe im Frühjahr abschneiden
  • Vorsicht: Hautkontakt vermeiden,
  • da schwach giftig bis giftig!