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Tour 01

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Zu Quellen, Teichen und Bächen

Exklusiv
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3 Bilder
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Bild: Michael Hochgemuth

Ein Ausflug in den „Wilden Westen“ ist ein Naturerlebnis für Jung und Alt

Schloss Wellenburg ist gerade erst verschwunden. Wir sind in den Wald der Fugger eingetaucht. Und Halt. „Papa, ­dürfen wir Frösche suchen.“ Links taucht ein kleiner Weiher auf. Still liegt er da. Aber nur scheinbar. Wer dem Wasser zu nahe kommt, hört es: „Plopp! Plopp!“ Ein Frosch nach dem anderen springt ins Wasser. Sie sind kaum zu sehen, aber doch ein Erlebnis – nicht nur für Kinder.

Karte
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Das gilt für jeden der gut 21 Kilometer durch die Westlichen Wälder. Die Großen genießen Wald, Wasser und Idylle, die Kleinen erleben einen großen natürlichen Erlebnispark. ­Bäume, Wasser, Tiere – alles ist dabei – hat aber auch seinen Preis. Die Fahrt in den Westen ist ein wenig wild, weil sich zwischen Wellenburg und dem Anhauser Tal ein Bergrücken auftürmt.

In Wellenburg locken Biergarten und Minigolf. Beides ist ein Zuckerl für den Rückweg. Wir – Felix [vier Jahre] im ­Kindersitz und Anna-Lena [11 Jahre] auf dem Rad – fahren ein kleines Stück auf dem neuen Radweg in Richtung ­Bergheim und ­biegen dann nach rechts ab. „Burgwalden“ steht auf dem Schild, es weist auf einen feinen Kiesweg. Er ist mit einem grünen Rad auf weißem Grund markiert und führt sanft bergauf. Der Weg ist gut ausgeschildert [Burgwalden oder Anhauser Tal] – das nächste Naturerlebnis dagegen ein Fall für Fährtenleser. „Maderquelle“ steht nach 4,9 Kilometern auf dem Schild. Es geht einen Hohlweg hinab. „Wo ist die Maderquelle?“ – „Langsam, irgendwo muss es links weg­gehen.“ Die Talfahrt macht Spaß. Rechts taucht eine Bank auf. Bremsen. Links abbiegen. Ein Pfad führt zur Quelle. Wasser plätschert. Wir kühlen uns die Hände.

„Dürfen wir ins Bächlein?“

Hier könnte man bleiben. Könnte, doch wir fahren weiter ins Anhauser Tal. Unten geht es links nach Burgwalden. Bald tauchen Fischweiher auf. Am Wegesrand plätschert das Bächlein. „Dürfen wir rein?“, fragen die Kinder. Später. Nach knapp zehn Kilometern ist Burgwalden erreicht. Ein Bier­garten lädt zur Rast ein.

Reichen Augsburgern hat der kleine Ort schon immer gefallen. Ambrosius Höchstetter baute einst ein Wasserschloss. Es ist längst verschwunden. Später kamen unter anderem die Fugger. Es gibt viel zu sehen: die Teiche, den Golfplatz, das Kirchlein – und den Bach.

Mozarts Urgroßonkel baute an der Kirche mit

Auf dem Weg nach Anhausen stoppen wir. Schuhe ­ausziehen, Socken auch, Hose hochkrempeln und rein. „Uih, kalt!“, ruft Felix. Aber schön. Mit kühlen Füßen ­rollen wir durch das wunderschöne Tal nach Anhausen. Rechts schlängelt sich der Bach. Am Ortsrand führt der Weg nach rechts zur Kirche St. Adelgundis. Ein Besuch lohnt sich, nicht nur weil ein Urgroßonkel von Wolfgang Amadeus Mozart mitgebaut hat. Gegenüber führt ein Fußweg zum Biergarten [Traube].

Eine kleine Pause könnte helfen, denn der Weg zurück nach Wellenburg ist vor allem anfangs steil. Weder der kleinste Gang noch Absteigen sind eine Schande. Nach zwei ­Hügeln taucht der Anhauser Weiher auf. Die letzte Chance auf ­Frösche und Kröten. Dann der letzte Berg. Zur Not hilft das Zuckerl: Auf der anderen Seite wartet Wellenburg mit ­Minigolf, Biergarten und Eis. Das zieht immer.