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S-Bahn-Surfer in Poing

04.05.2020

17-Jähriger stürzt vom S-Bahndach auf den Bahnsteig

Ein 17-Jähriger ist am Sonntag in Poing von einer S-Bahn gefallen und hat sich am Kopf verletzt.
Bild: Frank Leonhardt/dpa (Symbolfoto)

Am Sonntag ist ein 17-Jähriger beim Surfen auf einer S-Bahn auf den Bahnsteig des Haltepunktes Grub, Gemeinde Poing, gestürzt und hat sich verletzt.

Gegen 15:20 Uhr kletterten am Sonntag zwei 17-Jährige am S-Bahnhaltepunkt Poing auf eine stadteinwärts fahrende S-Bahn. Anschließend legten sie sich, so erste Ermittlungen, auf das Dach und fuhren auf der S2 bis zum nächsten, rund zwei Kilometer entfernten  Haltepunt Grub. Beim Herunterklettern von der S-Bahn in Grub blieb einer der beiden, ein 17-Jähriger aus der Ludwigsvorstadt, mit seinem Fuß an einer Kante auf dem Dach der S-Bahn hängen und fiel kopfüber auf den Bahnsteig zu Boden. Dabei zog er sich Kopfverletzungen sowie Schürfwunden zu.

Der 17-jährige Begleiter aus dem Landkreis Starnberg entfernte sich mit dem Verletzten zunächst vom Haltepunkt, verständigte dann jedoch den Rettungsdienst, da der Freund stark blutete und Ausfallerscheinungen zeigte. Im Krankenhaus wurden keine schwerwiegenden Verletzungen diagnostiziert. Der Jugendliche wurde am späten Nachmittag nach Untersuchungen entlassen und an seine Mutter übergeben.

S-Bahnsurfer in Poing wollten "Adrenalin-Kick"

Beide Jugendlichen werden von der Bundespolizei nach einer Ordnungswidrigkeit nach der Eisenbahn-Bau- und Betriebsordnung (EBO) angezeigt und haben mit einem Bußgeld zu rechnen. Zudem werden sie wegen der Verstöße gegen das Infektionsschutzgesetz angezeigt. Durch den Vorfall war es zu geringfügigen Störungen im Betriebsablauf der S2 gekommen. Am Einsatz waren auch mehrere Streifen der Bayerischen Landespolizei sowie ein Helikopter des Landes beteiligt.

Der Jugendliche aus dem Landkreis Starnberg will sich zuvor eingehend mit dem S-Bahnsurfen auseinandergesetzt haben. Beiden sei es um den „Adrenalin-Kick“ gegangen. Er gab an, er verfüge über sehr genaues Wissen zu szenetypischen Gruppierungen. Die Strecke sei nach Internet-Recherchen wegen der örtlichen Gegebenheiten bewusst ausgewählt worden.

Der letzte Vorfall dieser Art im Zuständigkeitsbereich der Bundespolizeiinspektion München ereignete sich am 20. Juli 2019. Zwei Jugendliche, die im Bereich zwischen Herrsching und Pasing auf S-Bahnen surften, konnten dank eines Mitteilers von Beamten der Bayerischen Landespolizei am S-Bahnhaltepunkt Neugilching (Landkreis Starnberg) gestoppt werden, bevor Schlimmeres passierte. (AZ)

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