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Prozess in Kempten

20.01.2015

20-Jährige erleidet schweres Trauma nach Messerattacke

Ein Mann hat eine Frau in Kempten mit einem Messer attackiert. Sie leidet unter den Folgen des Angriffs. Er stand nun vor Gericht.
Bild: Alexander Kaya (Symbolbild)

Eine 20-Jährige leidet unter den Folgen eines Angriffs. Der Täter ist schizophren und muss wegen Gemeingefährlichkeit in eine geschlossene Anstalt.

Auf unbestimmte Zeit wird ein 29-Jähriger aus dem Senegal wegen Gemeingefährlichkeit in einer geschlossenen psychiatrischen Einrichtung untergebracht. Das hat das Landgericht Kempten beschlossen. Der Mann, der an einer Schizophrenie leidet, hatte im April vergangenen Jahres in Kempten eine heute 20-Jährige mit 20 Messerstichen schwer verletzt. Die junge Frau ist heute noch schwer traumatisiert. Während der Richter sie befragte, rannte sie plötzlich weinend aus dem Gerichtssaal und kam erst nach einer Pause wieder zurück.

Als Grund für die Messerattacke hatte der Senegalese angegeben, dass die junge Frau ihn als homosexuell diffamiert habe. Das bestritt die 20-Jährige. Sie habe mit dem Mann ja gar nicht groß reden können, weil er kein Deutsch, sondern nur Französisch und nur sehr wenig Englisch spricht.

Die beiden hatten sich einige Wochen vor der Tat wohl zufällig kennengelernt. Danach verfolgte der Afrikaner die junge Frau offenbar regelrecht, obwohl sie nichts weiter von ihm wissen wollte.

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Der Mann zückte unvermittelt ein Messer

Eines Abends hatte der 29-Jährige sie dann aus ihrer Kemptener Wohnung geklingelt und ihr an der Tür Vorhaltungen auf Französisch gemacht, die die Frau nicht verstand. Dann verabschiedete er sich, beide drehten sich um und der Mann zückte unvermittelt ein langes Küchenmesser und stach 20 Mal auf sie ein. Ohne medizinische Versorgung wäre die Frau verblutet. Nachbarn hörten sie schreien und halfen ihr. Der psychiatrische Gutachter Norbert Ormanns sagte, dass der Senegalese an einer Schizophrenie erkrankt sei. Er höre seit Jahren Stimmen.

Auch vor Gericht unterstellte der 29-Jährige der Frau noch, sie habe in Kempten verbreitet, dass er homosexuell sei, was ihn in seiner Ehre kränke. Wie Ormanns ausführte, war der Afrikaner zudem der Meinung, in der Wohnung der 20-Jährigen hätten sich drei Männer befunden, die ihn vergewaltigen wollten. Diese existierten freilich nicht. In Untersuchungshaft hatten zudem Mithäftlinge Angst vor dem Senegalesen, weil er äußerst aggressiv war und Voodootänze aufführte. Sowohl Gericht wie auch Staatsanwalt und Verteidigung sahen es als unausweichlich an, dass der Mann weggesperrt werden muss.

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