Weiter mit Tracking durch Dritte

Besuchen Sie unsere Website mit personalisierter Werbung und Werbetracking durch Dritte. Details und Informationen zu Cookies, Verarbeitungszwecken sowie Ihrer jederzeitigen Widerrufsmöglichkeit finden Sie in der Datenschutzerklärung und in den Privatsphäre-Einstellungen.

Weiter mit dem PUR-Abo

Nutzen Sie unser Angebot ohne Werbetracking durch Dritte für 4,99 Euro/Monat. Kunden mit einem bestehenden Abo (Tageszeitung, e-Paper oder PLUS) zahlen nur 0,99 Euro/Monat. Informationen zur Datenverarbeitung im Rahmen des PUR-Abos finden Sie in der Datenschutzerklärung.

Zum Angebot Bereits PUR-Abonnent? Hier anmelden

Tracking durch Dritte: Zur Finanzierung unseres journalistischen Angebots spielen wir Ihnen Werbung aus, die von Drittanbietern kommt. Zu diesem Zweck setzen diese Dienste Tracking-Technologien ein. Hierbei werden auf Ihrem Gerät Cookies gespeichert und ausgelesen oder Informationen wie die Gerätekennung abgerufen, um Anzeigen und Inhalte über verschiedene Websites hinweg basierend auf einem Profil und der Nutzungshistorie personalisiert auszuspielen.

Verarbeitungszwecke:
Informationen auf einem Gerät speichern und/oder abrufen

Für die Ihnen angezeigten Verarbeitungszwecke können Cookies, Gerätekennungen oder andere Informationen auf Ihrem Gerät gespeichert oder abgerufen werden.

Personalisierte Anzeigen und Inhalte, Anzeigen und Inhaltsmessungen, Erkenntnisse über Zielgruppen und Produktentwicklungen

Anzeigen und Inhalte können basierend auf einem Profil personalisiert werden. Es können mehr Daten hinzugefügt werden, um Anzeigen und Inhalte besser zu personalisieren. Die Performance von Anzeigen und Inhalten kann gemessen werden. Erkenntnisse über Zielgruppen, die die Anzeigen und Inhalte betrachtet haben, können abgeleitet werden. Daten können verwendet werden, um Benutzerfreundlichkeit, Systeme und Software aufzubauen oder zu verbessern.

▌▉▍▉▉▍▉▌▌▉▍▉▌ ▉▌▌▉▍▉▌▌▉▍▉▍▉▍ ;▌▉▍▉▉▍▉▌▌▉▍▉▌
Newsticker
Russische Attacken im Donbass dauern trotz Schnee und Kälte an
  1. Startseite
  2. Bayern
  3. Abriss: Das widerspenstige Krankenhaus

Abriss
26.05.2017

Das widerspenstige Krankenhaus

Es krachte gewaltig – doch ein Teil des Gebäudes hielt der Sprengung stand. Der misslungene Abriss ist Gesprächsthema Nummer eins im Ort.
2 Bilder
Es krachte gewaltig – doch ein Teil des Gebäudes hielt der Sprengung stand. Der misslungene Abriss ist Gesprächsthema Nummer eins im Ort.
Foto: Benedikt Siegert

Vor zwei Wochen wurde das Marktoberdorfer Gebäude gesprengt. Aber nur fast. Gut ein Drittel des Gebäudes hielt der Explosion stand. Auch der zweite Versuch verlief kaum besser

Der Rumms der Explosion ist ohrenbetäubend, das Resultat bescheiden: Ein Viertel der verbliebenen Klinik-Ruine fällt – wie ein von unten her angeschnittenes Tortenstück – um, der Rest bleibt stehen. Erneut, zum zweiten Mal, ist am Mittwoch die Sprengung des Marktoberdorfer Krankenhauses gescheitert. Trotz 35 Kilogramm Sprengstoffs. Und was machen die Marktoberdorfer? Sie jubeln, kaum dass sich die Staubwolke nach der Detonation gegen 11.26 Uhr gelegt hat. Spontaner Applaus brandet unter den Schaulustigen auf. Knapp 400 sind es laut Polizei. Halb so viele wie beim ersten missglückten Sprengversuch am 11. Mai.

„Ich finde es gut, dass sich unser Krankenhaus wehrt und sich immer noch nicht geschlagen geben will“, sagt etwa Heribert Liebert, dessen Spazierweg ihn häufig an der „traurigen Ruine“ vorbeiführt, wie er sagt. „Da fallen die Politiker leichter um als unser Krankenhaus“, sagt Roland Winkelmann in Anspielung auf die politische Entscheidung 2011, das 1967 eröffnete Haus zu schließen, um das Millionendefizit des kommunalen Klinikverbundes Ostallgäu-Kaufbeuren zu senken. Eine Entscheidung, die sehr viele Menschen in und um Marktoberdorf immer noch empört.

Manche der Zaungäste, die das verpuffte Spektakel jenseits der einen Umkreis von 200 Metern umfassenden Sperrzone verfolgen, sehen in dem Scheitern daher gar eine göttliche Fügung. Zumal ausgerechnet der Teil des Hauptgebäudes, der die Krankenhauskapelle beherbergte, stehen blieb: „Es sollte nicht sein. Die Kapelle steht ja auch noch.“ Andere finden die missglückte Sprengung von rund 5000 Tonnen Stahlbeton „nur peinlich“. Doch was sagen die Verantwortlichen selbst? Manfred Guggemoos, Projektleiter der Baufirma Hubert Schmid, will erst mal gar nicht viel sagen. „Sie sehen ja, dass das Haus noch steht.“ Mit Vorarbeiten geht er grob geschätzt von bis zu 120000 Euro Kosten für beide Sprengversuche aus.

Schmids Nachunternehmer, der sichtlich erschütterte und enttäuschte Sprengmeister Olaf Hoyer aus Buchenberg, versichert: „Die Lademenge war berechnet. Sie war ausreichend für die Wände, die da waren.“ Hoyer erläutert auch, warum er nicht einfach 70 Kilogramm, sprich die doppelte Menge, an Sprengstoff verwendet hat. „Wir wollten die Nachbarschaft nicht durch die Druckwelle gefährden.“ Auch Projektleiter Guggemoos spricht „von der maximal möglichen Sprengladung“. Ein Problem war laut Hoyer die Sprengtechnik. Weil Bohrer die Ruine zu sehr erschüttert hätten, wurde der Sprengstoff nicht in Bohrlöcher gesteckt, sondern an Wände im Erdgeschoss angelegt. „Bei einer solchen Sprengung geht aber viel Energie verloren und verpufft im Freien“, bedauert Sprengmeister Hoyer.

Martin Mayr vom Bayerischen Gewerbeaufsichtsamt, das die zweite Sprengung erst einen Tag zuvor genehmigte, bestätigt das. „Wenn man die Sprengladungen nur anlegen kann, ist das ein viel höherer Schwierigkeitsgrad.“ Froh ist Mayr, dass es keine Blindgänger gab. Nun soll der Krankenhaus-Rest laut Manfred Guggemoos „auf konventionelle Weise“ erledigt werden, sprich per Seilbagger mit Kugel. Das soll im Lauf der nächsten Woche geschehen.

Der Abriss hatte schon im Dezember 2016 begonnen. Auf dem Areal wollen die Stadt sowie die Baufirma Schmid Mehrfamilienhäuser und einen Kindergarten errichten. "Aufgefallen

Themen folgen

Die Diskussion ist geschlossen.