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Anschläge
16.09.2016

IS-Anweisungen an Würzburg-Attentäter: "Mach es mit der Axt!"

Vom Axt-Attentäter von Würzburg, Riaz Khan Ahmadzai, sind Chat-Protokolle aufgetaucht.
Foto: dpa

Die Attentäter von Würzburg und Ansbach wurden von der Terrormiliz IS gesteuert. Chat-Protokolle zeigen jetzt, wie genau die Anweisungen für die beiden jungen Männer waren.

Mit verstörender Kaltblütigkeit hat die Terrororganisation Islamischer Staat die Attentäter von Würzburg und Ansbach dirigiert. Das belegen Protokolle von Internet-Chats, aus denen die Süddeutsche Zeitung zitiert. Mutmaßliche IS-Hintermänner haben demnach dem 17-jährigen Riaz Khan Ahmadzai und dem 24-jährigen Mohammad Daleel klare Anweisungen erteilt. Erschreckend ist der Tonfall der Kommunikation. Es klingt, als würden sich junge Menschen ganz banal via WhatsApp oder Facebook zum Ausgehen verabreden. Tatsächlich besprechen sie aber Terroranschläge, bei denen möglichst viele Menschen sterben sollten.

Riaz Khan Ahmadzai, der als Flüchtling bei einer Pflegefamilie bei Würzburg lebte, erhielt unmittelbar vor dem Attentat, bei dem er fünf Menschen schwer mit einer Axt verletzte, Instruktionen. Zunächst fragt der Chat-Partner: „Mit welchen Waffen beabsichtigst du zu töten?“ Der 17-Jährige antwortet: „Messer und Axt sind bereitgelegt.“ Daraufhin sagt der mutmaßliche IS-Mann: „Bruder, wäre es nicht besser, es mit einem Auto durchzuführen?“ „Ich kann nicht Auto fahren“, so die Reaktion. „Du solltest es lernen“, antwortet der Chat-Partner und fügt hinzu: „Der Schaden wäre auch erheblich größer.“ Später schreibt er: „Nicht mit einem Messer. Mach es mit der Axt.“

Der 17-Jährige gibt in dem virtuellen Gespräch auch seine Motivation preis: „Ich möchte heute Nacht ins Paradies kommen.“ Im weiteren Verlauf des Chats geht es auch um den Umgang mit dem Bekennervideo, das der Attentäter an eine IS-Propaganda-Agentur schickte.

"Bete, dass ich zum Märtyrer werde. Ich warte jetzt auf den Zug"

Ahmadzai schreibt: „Bruder, ich sende dir mein Video. Ich werde heute in Deutschland einen Anschlag mit einer Axt unternehmen.“ Wenig später schiebt er nach: „Bete, dass ich zum Märtyrer werde. Ich warte jetzt auf den Zug.“ Mittlerweile in die Regionalbahn Ochsenfurt–Würzburg eingestiegen, meldet sich der 17-Jährige erneut: „Fang jetzt an.“ Der Chat-Partner antwortet: „Jetzt erlangst du das Paradies.“ Wenig später verübt der junge Mann seine grausame Tat. Mit der Axt verletzt er vier Menschen schwer. Zwei von ihnen schweben tagelang in Lebensgefahr.

Ein Zugpassagier zieht die Notbremse. Ahmadzai flieht. Unterwegs verletzt er eine Passantin mit der Axt, bevor er von einem Spezialkommando der Polizei erschossen wird. Sein Handy wird später im Gebüsch gefunden. Der 17-Jährige hatte zuvor versucht, es mit der Axt zu zerstören. Doch die Ermittler können die Aktivitäten mit dem Mobiltelefon rekonstruieren.

Der Attentäter von Ansbach wurde ähnlich gesteuert

Der Attentäter, der sich am Eingang eines Festivals in Ansbach in die Luft sprengte, wurde auf ähnliche Weise vom IS gesteuert. Der bayerische Innenminister Joachim Herrmann wollte die Veröffentlichung der Chat-Protokolle nicht kommentieren. Auf Nachfrage betont er jedoch, der Typ „gesteuerter Einzeltäter“ sei eine Täterkategorie, die die Behörden im Blick haben müssten. Islamisten nutzten das Internet und die Social-Media-Dienste gezielt als Propaganda-, Rekrutierungs- und Steuerungsmedium.

„Die Sicherheitsbehörden arbeiten eng zusammen, um diese häufig verschlüsselte Kommunikation auszuwerten“, sagte Herrmann.

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