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13.08.2018

Armut in Bayern nimmt zu

Alleinerziehende und Senioren sind am meisten betroffen

Im reichen Bayern hat die Armut vor allem unter alleinerziehenden Eltern und Alten zugenommen. Das geht aus der Antwort des Sozialministeriums auf eine Landtagsanfrage der SPD hervor. Demnach ist die sogenannte Armutsgefährdungsquote in Bayern zwar nach wie vor niedriger als in allen anderen Bundesländern – mit Ausnahme Baden-Württembergs. Doch ist von 2006 bis 2016 die Armutsgefährdung insgesamt leicht gestiegen, eine überdurchschnittliche Zunahme gab es sowohl bei Senioren als auch bei Alleinerziehenden.

„Ohne spezifische staatliche Unterstützungsmaßnahmen bleiben immer mehr Menschen auf der Strecke“, sagte die SPD-Sozialpolitikerin Doris Rauscher. Sie fordert unter anderem eine eigenständige Grundsicherung für Kinder. Denn Trennung der Eltern bedeutet bei weitem das größte Armutsrisiko: Im Jahr 2016 waren laut Statistik 36,7 Prozent der Familien mit nur einem Elternteil armutsgefährdet, fast drei Prozentpunkte mehr als zehn Jahre zuvor. „Armut vererbt sich oft weiter“, sagte Rauscher. Bei den Senioren über 65 stieg die Armutsgefährdungsquote im Zehn-Jahres-Vergleich von 2006 bis 2016 von 14,1 auf 17,6 Prozent. SPD-Sozialexpertin Rauscher kritisierte weiter, dass die stark gestiegenen Mieten es für viele Menschen immer schwieriger machten, bezahlbare Wohnungen zu finden: „Wohnen wird mehr und mehr zur Armutsfalle.“

„Armutsgefährdet“ bedeutet im Jargon der Sozialbehörden ein Einkommen von weniger als 60 Prozent des mittleren Einkommens in Deutschland. Diese Quote lag insgesamt in Bayern 2016 bei 12,1 Prozent, das entsprach laut SPD knapp 1,6 Millionen Menschen. Den größten Anteil armer Bürger hat demnach Mittelfranken mit 14,7 Prozent, den niedrigsten Oberbayern mit 9,3 Prozent.

Der boomende Arbeitsmarkt hat aber zur Folge, dass der Anteil der Menschen, der die sogenannte Mindestsicherung bekommt, in fünf der sieben bayerischen Regierungsbezirke gesunken ist. Die Mindestsicherung umfasst Hartz IV, die Grundsicherung für Ältere, für Behinderte sowie die Leistungen für Asylbewerber. (dpa)

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