1. Startseite
  2. Bayern
  3. Asylbewerber gestehen Prügelattacke auf Passanten

Amberg

23.04.2019

Asylbewerber gestehen Prügelattacke auf Passanten

Blick über den Marktplatz und auf das Rathaus in Amberg. Vier Flüchtlinge hatten in der Stadt wahllos Passanten geschlagen.
Bild: Daniel Karmann (dpa)

Sie zogen prügelnd durch Amberg und verletzten 15 Menschen: Deswegen mussten sich nun vier Asylbewerber vor Gericht verantworten. Es gab eine Einigung.

Der Prozess um die Prügelattacke von vier Flüchtlingen auf Passanten in Amberg hat mit Geständnissen begonnen. Die vier jungen Männer im Alter von 17 bis 19 Jahren ließen ihre Anwälte am Dienstag Erklärungen verlesen, in denen sie die Taten jeweils zugaben und bedauerten. Zuvor hatte es eine Einigung der Verfahrensbeteiligten gegeben: Im Fall von Geständnissen wurden bestimmte Strafmaße ausgehandelt - in drei Fällen könnten diese zur Bewährung ausgesetzt werden. 

Die Angeklagten gaben am Dienstag vor dem Amtsgericht Amberg an, vor ihrem gewalttätigen Streifzug durch die Innenstadt reichlich Wodka, Bier und Whiskey getrunken zu haben. Polizisten schilderten als Zeugen zum Prozessauftakt einen dramatischen und unübersichtlichen Einsatz an jenem Abend. Mehrere Streifenwagen waren demnach unterwegs, um die Angreifer zu fassen. Dabei seien ihnen blutende Menschen begegnet, die Opfer geworden waren.

21 Menschen bei Prügelattacke in Amberg angegriffen

Ende Dezember hatten die vier Männer laut Anklage in der oberpfälzischen Stadt wahllos 21 Menschen angegriffen, von denen 15 verletzt wurden. Die Staatsanwaltschaft legt den aus Afghanistan und dem Iran stammenden Männern gefährliche Körperverletzung zur Last, drei von ihnen auch Beleidigung. Sie sind seit der Tat in Untersuchungshaft. Die Übergriffe hatten eine Debatte über konsequentere Abschiebungen von ausländischen Straftätern ausgelöst.

ecsImgBannerWhatsApp250x370@2x-5735210184021358959.jpg

Als die Verdächtigen gestellt wurden, hätten sie einen stark alkoholisierten Eindruck gemacht, die Beamten beleidigt und sich heftig gegen ihre Festnahme gewehrt, so die Polizisten. Zwei der Angeklagten sagten den Polizisten im Gerichtssaal persönlich, dass ihnen ihr Verhalten leid tue. Ein Motiv für die Übergriffe kristallisierte sich nicht heraus. Einer der Angeklagten sagte, er habe sich von einem Passanten böse angeschaut gefühlt.

Langeweile und Alkohol führten zu Prügelattacke in Amberg

Oberstaatsanwalt Joachim Diesch hatte bei Abschluss der Ermittlungen gesagt, dass wohl eine Kombination aus Langeweile, Alkohol und Gruppendynamik Grund für die Taten sei. Das Geschehen sei unabhängig von der Herkunft der vier Angeschuldigten zu betrachten. Im Gerichtssaal sprach auch der psychiatrische Gutachter von alkoholbedingter und gruppendynamischer Enthemmung.

Der Prozessauftakt war von einem großen Medieninteresse begleitet. Es sind zunächst 25 Verhandlungstage angesetzt. Angesichts des zu Beginn getroffenen Deals könnte der Prozess schneller zu Ende gehen.

Die Strafen sollen dem Deal zufolge bei zwei Angeklagten im Bereich von mehreren Monaten liegen, möglicherweise zur Bewährung ausgesetzt. Für einen Angeklagten geht es um eine Strafe von ein bis eineinhalb Jahren. Dem Vierten droht eine Strafe von mindestens zwei Jahren oder mehr - letztere könnte nicht mehr zur Bewährung ausgesetzt werden. (dpa)

Wir wollen wissen, was Sie denken: Die Augsburger Allgemeine arbeitet daher mit dem Meinungsforschungsinstitut Civey zusammen. Was es mit den repräsentativen Umfragen auf sich hat und warum Sie sich registrieren sollten, lesen Sie hier.

Themen Folgen

Sie haben nicht die Berechtigung zu kommentieren. Bitte beachten Sie, dass Sie als Einzelperson angemeldet sein müssen, um kommentieren zu können. Bei Fragen wenden Sie sich bitte an moderator@augsburger-allgemeine.de.

Bitte melden Sie sich an, um mit zu diskutieren.

24.04.2019

Da es sich bei den Straftätern um abgelehnte Asylbewerber handelt, eine Frage: Wann fliegen die zurück in ihr Heimatland, Herr Seehofer? Die mit Bewährung hoffentlich gleich und der mit der Haftstrafe unverzüglich danach? Oder müssen wir die hier noch länger aushalten?

Permalink
23.04.2019

Gut, dass die mutmasslichen jugendlichen Straftäter schon nach wenigen Monaten vor Gericht stehen!
Schnelle Strafverfolgung ist eine gute Konsequenz. Leider stehen in anderen Fällen junge Männer erst
nach über einem Jahr vor Gericht.

Raimund Kamm

Permalink
23.04.2019

Die Öffentlichkeit wird das Strafmaß bundesweit verfolgen.

Permalink
23.04.2019

(edit/mod). leider wird in Deutschland der Verbrecher Geschützt , wobei ich keinen unterschied zwischen Migranten und sogenannten Uhr Deutschen mache !!! denn die sogenannten Reichsbürger sind als Verbrecher noch viel schlimmer !!
aber die betroffenen werden Total vergessen und müssen sich auf eigene Kosten wieder herstellen lassen !!!! warum Sprechen Deutsche Gerichte nicht mehr recht im nahmen Ihrer Bürger sondern Profilieren sich nur noch selbst

Permalink
23.04.2019

Wer zahlt Schmerzensgeld an die Geschädigten ?
Der Staat oder gehen die Leer aus ?
Wenn es genau anders herum wäre, würde der D. blechen müssen.
Falls doch der Staat die Schmerzensgelder zahlt, wäre es beschämend, weil ich das mit meinen Steuergeldern auch noch unterstützt habe.
Woher kommt das Geld für Drogen und Alkohol ?
Zuviel Taschengeld ???

Permalink
23.04.2019

>> das Bundesinnenministerium drang auf Konsequenzen. <<

Passiert ist nichts - wundert sich noch jemand über rückläufige Umfrageergebnisse für die Union?

Grüne ohne Tempolimit braucht kaum jemand in diesem Land.

Permalink
23.04.2019

gut gebellt Löwe ! aber was haben sich selbst darstellende zucker Richter mit Gerechtigkeit zu tun

Permalink
Lesen Sie dazu auch
115264416.jpg
Amberg

Plus Prügelnde Flüchtlinge: Amberg kämpft um seinen Ruf

ad__nl-chefredakteur@940x235.jpg

SECHS UM 6: Unser Morgen-Newsletter

Die sechs wichtigsten Neuigkeiten um 6 Uhr morgens sowie ein Ausblick auf den
aktuellen Tag – Montag bis Freitag von Chefredakteur Gregor Peter Schmitz.

Newsletter bestellen