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Christine Kamm

05.03.2009

Atomkraft: Sterben die Dillinger deshalb früher?

Warum ist im Landkreis Dillingen die Lebenserwartung um bis zu 2,5 Jahre geringer als drumherum? Die bayerische Grünen-Landtagsabgeordnete Christine Kamm meint, Ursache dafür könnte ein Störfall im AKW Gundremmingen 1977 gewesen sein. Und will es jetzt genauer wissen.

Augsburg (ddp-bay). Die bayerische Grünen-Landtagsabgeordnete Christine Kamm vermutet einen Zusammenhang zwischen einem Störfall im AKW Gundremmingen 1977 und einer niedrigeren Lebenserwartung im Landkreis Dillingen.

Die Gerüchte sind nicht neu. Doch jetzt hat die Augsburger Politikerin zur Abklärung eines möglichen Zusammenhangs eine Anfrage an die Staatsregierung eingereicht, wie sie am Donnerstag in Augsburg mitteilte.

Grundlage ihrer Vermutung ist der kürzlich veröffentlichte zweite bayerische Sozialbericht. Dieser weist eine vergleichsweise niedrige Lebenserwartung für die Menschen im Landkreis Dillingen aus: Um zwei bis 2,5 Jahre geringer als in anderen ländlich geprägten schwäbischen Landkreisen sei die Lebenserwartung der Dillinger, sagte Kamm.

Atomkraft: Sterben die Dillinger deshalb früher?

Möglicherweise bestehe ein Zusammenhang mit einem Störfall im AKW Gundremmingen vor 32 Jahren. Bei diesem seien radioaktive Emissionen abgegeben worden, die um ein Vielfaches die jährlich zulässigen Emissionen überschritten hätten.

"Normale Erklärungsmuster für eine niedrigere Lebenserwartung wie Arbeitslosigkeit oder Umweltverschmutzung greifen in Dillingen nicht", erklärte Kamm. Sie erwartet sich von ihrer Anfrage konkrete Erklärungsansätze für die geringere Lebenserwartung der Dillinger.

Außerdem solle die Öffentlichkeit endlich erfahren, was damals in Gundremmingen passiert sei: Nach dem Störfall in Block A des Kraftwerks im Jahr 1977 seien von Behördenseite die Grenzwerte für radioaktive Emissionen erhöht worden, um den Vorfall kleinhalten zu können, sagte Kamm auf ddp-Anfrage. Block A war bis 1977 in Betrieb. Seit 1985 wird er zurückgebaut.

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