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Aufklärung ist mehr als nur Sex und Verhütung

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Kommentar Von Dorina Pascher
26.11.2018

Sexualkunde darf nicht allein auf biologische Fragen reduziert werden. Jugendlichen muss eine Sprache für ihren Körper und ihre Gefühle gegeben werden.

Wer erinnert sich nicht an den verkrampften Sexualkundeunterricht in der Schule. Wenn Lehrer von „Penis“ oder „Vulva“ sprechen – und die hormongeplagten Schülerinnen und Schüler kichern, tuscheln oder einfach vor sich auf den Boden starren.

Doch das Bild ist veraltet. Viele Jugendliche sind davon nicht mehr peinlich berührt. Sie warten nicht darauf, dass Eltern oder Lehrer sie aufklären. Sie suchen sich selber die Informationen im Netz. Internet und Sex: Da schrillen bei vielen Eltern die Alarmglocken. Der Zugang zu pornografischen Inhalten ist durch das World Wide Web ein Leichtes geworden. Viele der Videos sind abstoßend. Sie transportieren ein falsches Bild von Sex sowie oftmals eine fragwürdige Haltung zur Rolle der Frau.

Sexualkunde darf nicht nur dem Biologie-Unterricht überlassen werden

Umso wichtiger ist, dass Aufklärung in der Schule mehr umfasst als die Entstehung eines Kindes. Doch ein Großteil der Fragen zu Sex werden lediglich im Biologie-Unterricht angesprochen. Sex rein als den Akt der Fortpflanzung oder Quell für übertragbare Krankheiten zu reduzieren, birgt die Gefahr, das Thema einseitig zu betrachten. Sexualität berührt unser persönliches wie gesellschaftliches Leben. Kindern und Jugendlichen – egal welcher sexuellen Orientierung oder Identität – muss eine Sprache für ihren Körper und ihre Gefühle gegeben werden. Wer lernt, offen über seine Sexualität zu reden, kann über Wünsche und Grenzen sprechen. Mit den Eltern über die eigene Sexualität zu reden, das fällt Pubertierenden schwer – umso wichtiger ist, dass Schulen einen geschützten und professionellen Rahmen bieten. Auch außerhalb des Biologie-Unterrichts.

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