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Augsburg
21.04.2015

Die Vergangenheit lässt Walter Mixa nicht los

Walter Mixa im Augsburger Dom. Der frühere Stadtpfarrer von Schrobenhausen soll Heimkinder geschlagen haben. (Archivbild)
Foto: Fred Schöllhorn

Walter Mixa ist tief gefallen. Obwohl der frühere Augsburger Bischof zurückgezogen lebt, wird es seit fünf Jahren nicht ruhig um ihn. Seine Verfehlungen verfolgen ihn noch heute.

Es ist ein merkwürdiger Zufall, der Benedikt XVI. und Walter Mixa verbindet. Am 19. April war es zehn Jahre her, dass der eine zum Oberhaupt der katholischen Kirche gewählt wurde. Eine Sensation. Und an diesem 21. April ist es fünf Jahre her, dass der andere auf sein Amt verzichten musste: Der damalige Augsburger Bischof Mixa bot dem damaligen Papst Benedikt den Rücktritt an. Auch eine Sensation, denn das hatte es in dieser Form lange nicht in Deutschland gegeben.

Sensationen sind in der katholischen Kirche nun Alltag

Nur fünf Jahre danach hat sich das Wort „Sensation“ im Zusammenhang mit der Kirche abgenutzt. Benedikt trat wegen seiner Gebrechlichkeit zurück, mit Franziskus wurde nach weit über hundert Jahren wieder ein Ordensmann Papst – und in Deutschland musste erneut ein Bischof auf sein Amt verzichten, diesmal der Limburger: Franz-Peter Tebartz-van Elst. Er hatte sich ein luxuriöses Bischofshaus errichten lassen und die Kosten von 31 Millionen Euro verschleiert.

Benedikt lebt inzwischen im vatikanischen Kloster Mater Ecclesiae. Tebartz-van Elst wurde gewissermaßen „wegbefördert“, und zwar in den Vatikan als „Delegat für Katechese“ des Päpstlichen Rates zur Förderung der Neuevangelisierung. Und Mixa? Der wurde 2012 von Benedikt in den Päpstlichen Krankenrat berufen. Ein Beraterposten. Im Gegensatz zu Tebartz-van Elst hat er eine überschaubare Aufgabe.

Mixa macht dennoch Schlagzeilen. Sei es, dass er Tebartz-van Elst verteidigt und mit Jesus vergleicht. Seien es seine öffentlichen Klagen darüber, dass er wegen Prügel- und Veruntreuungsvorwürfen zurücktreten musste. Anfang März sagte er bei einer Veranstaltung im oberpfälzischen Weiden: Es „tut noch immer sehr, sehr weh, was man mit mir gemacht hat“. Seine früheren Opfer sind jedes Mal aufs Neue über Aussagen wie diese entsetzt.

Mixa soll in Schrobenhausen Heimkinder geschlagen haben

Sie empfinden es, im Wortsinne, als Schlag ins Gesicht, wenn Mixa die Prügelvorwürfe kleinredet. Das hat er in den letzten Jahren oft getan. Schon 2011 sagte er: „Prügelstrafen sind nicht vorgekommen.“ In Berichten des damaligen „Sonderermittlers“ stellt sich das anders dar: Demnach hat Mixa in seiner Zeit als Stadtpfarrer von Schrobenhausen (1975 bis 1996) Heimkinder mit dem Einsatz von Gegenständen“ „gezielt“ gezüchtigt.

Mixa wohnt zurückgezogen in der „Villa Barbara“ in Gunzenheim (Kreis Donau-Ries), das zum Bistum Eichstätt gehört. Und doch polarisiert er nach wie vor. Immer wieder stößt er auf Widerstand, wenn er auftritt, etwa im Kreis Neumarkt in der Oberpfalz. Dort, so berichtet die örtliche Zeitung, sei es im Sommer 2014 bei einer Wallfahrt zum Eklat gekommen, als sich dutzende Gläubige demonstrativ von Mixa abgewandt hätten. In einem anderen Fall hätten Eltern erfolgreich gegen Mixa als Firmspender protestiert.

Als Ruhestandsgeistlicher darf Mixa Gottesdienste halten, wenn ihn der zuständige Pfarrer einlädt. Er hat zu tun. Nimmt an Pilgerreisen teil; bietet auf der Internetseite bischof-mixa.de Rat an; lässt sich bei offiziellen Anlässen in seinen früheren Bistümern Eichstätt und Augsburg blicken. Die Bistumsleitungen haben sich damit arrangiert, zahlreiche Gläubige offensichtlich noch lange nicht.

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