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Augsburger Pflege-Skandal ist Betrug mit der Not anderer

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Kommentar Von Joachim Bomhard
24.10.2019

Was den Augsburger Pflege-Skandal mit Schwarzmarkthändlern und Schleppern verbindet.

Die Pflegebedürftigkeit eines Angehörigen versetzt ganze Familien in eine Ausnahmesituation. Zur seelischen Belastung kommt die finanzielle Sorge. Nicht zuletzt, um solche Ängste zu nehmen, wurde die Pflegeversicherung geschaffen. Sie zahlt zwar längst nicht alles, weil das Geld nicht reicht, kann aber viel Not lindern.

Leistungen müssen dort landen, wo sie gebraucht werden

Deshalb ist es umso wichtiger, dass die finanziellen Leistungen dort landen, wo sie dringend gebraucht werden. Und nicht bei dubiosen Geschäftemachern oder gar mafiösen Sozialbetrügern. Aber genau diese wissen die Lücken im nicht hundertprozentig zu kontrollierenden System zu nutzen, um sich auf Kosten der Beitragszahler zu bereichern. Es mag ein kleiner Kreis sein, der hier die Fäden zieht und das große Geld macht. Aber diese Betrüger brauchen willfährige Mittäter, die das böse Spiel gegen eher symbolisch zu nennende Anreize aller Art mitspielen. Auch sie machen sich mitschuldig.

Ob Schwarzmarkthändler in der Nachkriegszeit, Schlepper für Flüchtlinge oder eben heute die Pflegemafia: Leider gibt es immer Menschen, die genau dort ihre dunklen Geschäfte betreiben, wo die Not am größten ist. Sie sind das Hauptproblem, nicht die womöglich unzulänglichen Kontrollen oder lückenhafte Gesetzgebung. Der aktuelle Fall beweist, dass durchaus darüber gewacht wird, ob das Geld in falsche Kanäle fließt. Aber das kriminelle Netzwerk ist so weit gespannt, dass es nur mit riesigem polizeilichen Aufwand aufgedeckt werden kann. Das ist vielleicht das Schlimmste daran.

Lesen Sie dazu auch: Soko "Eule" kämpft gegen Pflegebetrug: So lief die Razzia in Augsburg  

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24.10.2019

100000 Sozialstunden für jeden dieser Täter wäre eine angemessene Strafe

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