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Pilotprojekt in Bayern

26.01.2015

Auto ohne Fahrer: Teststrecke auf A9 geplant

Autos sollen bald auch ohne Fahrer unterwegs sein können.
Bild: BMW (dpa)

Der Bund will die Entwicklung für autonome Fahrzeuge vorantreiben. Eine erste Teststrecke ist auf der A9 in Bayern geplant. Doch der Weg ist noch weit

Einparkhilfen, Stauassistenten, Abstandsautomaten – Autos können schon heute vieles selbst erledigen. Zur Entwicklungsstufe, bei der ein Autopilot das Steuer übernimmt und der Fahrer quasi auf dem Rücksitz Platz nehmen könnte, ist es indes noch ein langer Weg. Die deutsche Automobilindustrie arbeitet seit Jahren am sogenannten autonomen Fahren, bei dem der Computer den Menschen am Lenkrad ersetzen soll.

Dobrindt: „Wir stehen jedoch erst ganz am Anfang.“

Der Bund will die Entwicklung selbstfahrender Autos jetzt voranbringen. Verkehrsminister Alexander Dobrindt (CSU) kündigte in einem Interview mit der Frankfurter Allgemeinen Zeitung auf der A9 in Bayern ein Pilotprojekt noch für dieses Jahr an. Auf der hochbelasteten Teststrecke zwischen München und Nürnberg mit Dauerstaus in Stoßzeiten sollen dafür Messsysteme errichtet werden, der Autobahnabschnitt soll digitalisiert werden.

Dobrindt sagte, dass damit auf der A9 die Kommunikation nicht nur zwischen den Testfahrzeugen, sondern auch zwischen Sensoren an der Straße und den Autos möglich werde – etwa bei der Übermittlung von Daten zur Verkehrslage und zum Wetter. „Dort werden also Fahrzeuge mit Assistenzsystemen und später auch voll automatisierte Autos fahren können“, so Dobrindt. Ein Sprecher des Verkehrsministeriums betonte gegenüber unserer Zeitung, dass damit auch Warnsysteme für Falschfahrer eingerichtet, Unfälle angezeigt und der Verkehrsfluss gemessen werden könnten. Es gebe ein Potpourri an technischen Möglichkeiten. „Wir stehen jedoch erst ganz am Anfang.“

Auf dem „Digitalen Testfeld Autobahn“ sollen nach den Plänen des Ministeriums moderne und zukunftsweisende Systeme und Technologien in der Praxis erprobt und bewertet werden. Langfristig sei die komplett vernetzte Straße das Ziel. Damit könnten Staus und Umweltbelastungen reduziert, die Verkehrssicherheit erhöht und die Infrastruktur optimal ausgelastet werden.

Bayern: Teststrecke auf der A9 geplant

Alle Prognosen zeigen, dass der Verkehr in Deutschland weiter zunehmen wird. Dies könne nicht alleine durch Neuinvestitionen in Straßen aufgefangen werden, heißt es aus dem Ministerium. Wichtig sei auch mehr Effizienz auf bestehenden Strecken, um den Verkehr besser zu steuern. Um Details zu klären, hat Dobrindt einen runden Tisch „Automatisiertes Fahren“ eingerichtet, an dem Vertreter aus Politik, Wissenschaft und Industrie sitzen. Die Experten sollen sich zudem mit komplizierten Haftungsfragen beschäftigen. Also auch mit der Frage, wer eigentlich bei einem Unfall haftet, wenn ihn nicht der Fahrer, sondern das Auto verursacht hat.

In der Branche stießen Dobrindts Pläne für das Pilotprojekt auf positive Resonanz. „Dies ist ein wichtiger Schritt, um die innovative Technologie voranzutreiben“, sagte ein Sprecher des Münchner Autobauers BMW. „Wir müssen irgendwann beginnen“, betonte Daimler-Nutzfahrzeugevorstand Wolfgang Bernhard. Und Audi-Entwicklungsvorstand Ulrich Hackenberg meinte, um im internationalen Wettbewerb als Automobil- und Industrienation bei diesem Thema vorn zu sein, „bedarf es in Deutschland noch intensiver Anstrengungen“.

Dobrindts Ankündigung hat auch Baden-Württembergs Wirtschaftsminister Nils Schmid (SPD) elektrisiert. Was in Bayern funktioniere, müsse auch im Südwesten möglich sein, sagte Schmid. Der SPD-Politiker schlug als Teststrecke in Baden-Württemberg die A81, die von Würzburg bis zum Bodensee reicht, vor. Allerdings könne dies die grün-rote Landesregierung nicht alleine entscheiden. (mit dpa)

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