Millionenprojekt

24.06.2019

Bahn frei

Das Bahnhofsgebäude auf der Insel Lindau.

Der 20 Jahre dauernde Streit um Lindaus Bahnhof nähert sich dem Ende

Nach langjährigen Vorbereitungen steht der Beginn des Baus des neuen Lindauer Fernverkehrsbahnhofs bevor. Bahn, Staatsregierung und Stadt Lindau haben den Finanzierungsvertrag für das 21 Millionen Euro teure Vorhaben unterschrieben, wie Bayerns Verkehrsminister Hans Reichhart (CSU) am Sonntag mitteilte.

Ende des kommenden Jahres soll der Bahnhof fertig sein. Er wird die Einfahrt in den bisherigen Kopfbahnhof auf der Bodenseeinsel überflüssig machen und so die Reisezeiten nach München, Stuttgart und Zürich verkürzen. Das Projekt ist Teil der Elektrifizierung und Modernisierung der Fernstrecke München-Zürich. Bislang fahren zwischen den beiden Wirtschaftsmetropolen nur Dieselloks.

„Der neue Fernverkehrs- und Grenzbahnhof ist für die internationalen Eisenbahn-Achsen von München und Ulm über Vorarlberg nach Zürich von enormer Bedeutung“, sagte der aus Jettingen-Scheppach (Landkreis Günzburg) stammende Verkehrsminister Reichhart. Der neue Bahnhof wird auf dem Festland im Stadtteil Reutin gebaut, dort soll dann künftig auch der zwischen München und Zürich verkehrende Eurocity halten.

Um den Standort des Hauptbahnhofs war in Lindau 20 Jahre lang gestritten worden. Zwei Bürgerentscheide gab es zu der Frage, ob er auf die Insel gehört oder auf das Festland verlegt werden soll. Der Kompromiss: Lindau wird künftig zwei Bahnhöfe haben. Die alte Station auf der Insel bleibt für den Nahverkehr erhalten. Der Bahnhof ist über einen rund 500 Meter langen und viergleisigen Damm mit dem Festland verbunden. Das Empfangsgebäude wurde zwischen 1913 und 1921 im sogenannten barockisierenden Heimatstil gebaut und steht unter Denkmalschutz. (dpa)

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