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Deutsche Bahn

11.12.2020

Bahnstrecke München-Lindau: Das müssen Fahrgäste wissen

Am 13. Dezember nimmt die Deutsche Bahn die elektrifizierte Strecke zwischen München und Lindau in Betrieb. Für Fahrgäste ändert sich einiges.
Bild: Marcus Merk (Archivfoto)

Plus Mit dem Winterfahrplan nimmt die Bahn die elektrifizierte Strecke München-Lindau in Betrieb. Was kostete eine Fahrt? Wie schnell ist man unterwegs? Was sich nun für Fahrgäste ändert.

Man kann ohne zu übertreiben von einem Jahrhundertprojekt sprechen. Die Bahnstrecke zwischen München und Lindau ist nach mehrjähriger Bauzeit elektrifiziert und startklar. Alles Wichtige, was Sie als Fahrgäste wissen müssen, erfahren Sie in diesem Frage-Antwort-Stück:

Ab wann kann man auf der elektrifizierten Strecke München-Lindau fahren?

Mit dem Fahrplanwechsel zum Sonntag, 13. Dezember, kommen nach Mitteilung der Bahn zwischen München und Zürich spurtstarke Elektrozüge mit Neigetechnik und mit bis zu 160 Stundenkilometer Höchstgeschwindigkeit zum Einsatz. Das Fernverkehrsangebot erhöht sich von derzeit drei auf künftig sechs Fahrten pro Tag und Richtung zwischen München und Zürich. Künftig kann man in vier Stunden von München nach Zürich fahren. Ab Ende 2021 soll sich die Fahrzeit nochmals auf 3,5 Stunden verkürzen.

Was kostet die günstigste Bahn-Fahrt von München nach Zürich?

Mit dem Ticket Super Sparpreis Europa ist die Fahrt von München nach Zürich nach Auskunft eines Bahnsprechers bereits ab 18,90 Euro möglich.

Was kostete die Elektrifizierung der Strecke München-Lindau?

In die Elektrifizierung der Bahnstrecke durchs Allgäu zwischen München und Lindau wurden rund 500 Millionen Euro investiert. Allein 100 Millionen davon in den Lärmschutz.

Welche Bedeutung hat die Strecke für die Bahn?

Die Strecke München-Lindau ist Bestandteil der internationalen Verbindung zwischen den Wirtschaftszentren Süddeutschlands und der Schweiz. Vor allem im internationalen Fernverkehr soll durch den Ausbau eine deutliche Attraktivitätssteigerung durch Angebotsausweitung und Reisezeitverkürzung ermöglicht werden. Die Verkehrsachse zählt außerdem zu dem durch die EU-Verkehrspolitik definierten Transeuropäischen Netz (TEN), das mit einheitlicher Technologie Europa näher zusammenbringen soll. TEN-Strecken wurden durch die Europäische Union zur Entwicklung des Binnenmarktes und zur Verbesserung des wirtschaftlichen und sozialen Austausches definiert.

Wie wirkt sich die Elektrifizierung der Strecke München-Lindau aus?

Zusätzlich zur Elektrifizierung der Strecke wird der neue Bahnhof Lindau-Reutin am Festland in Betrieb genommen. Dies bewirkt eine deutliche Reisezeitverkürzung auf rund vier Stunden zwischen München und Zürich beziehungsweise unter zwei Stunden zwischen München und Lindau. Ab Dezember 2021 wird sich die Reisezeit zwischen München und Lindau mit dem Fahrplanwechsel noch einmal um rund 30 Minuten verkürzen (automatischer Wechsel zwischen länderspezifischen Zugsicherungssystemen).

Wie lange betrug die Bauzeit der Bahnstrecke?

Es wurden etwa 155 Kilometer Strecke, genauer gesagt von Geltendorf bei München bis Lindau, elektrifiziert. Das hat rund drei Jahre in Anspruch genommen. Dabei mussten alleine rund 3500 Oberleitungsmasten gesetzt werden. Notwendig waren natürlich auch neue Brücken, Signale, Stellwerke und Weichen. Dazu waren Lärmschutzwände und weitere Kurven für die Neigetechnik der Schweizer Züge nötig – um zumindest ein Tempo von 160 Kilometern pro Stunde zu ermöglichen..

Warum dauerte es so lange von der Idee bis zum Bau?

Seit Mitte der Siebzigerjahre, damals hieß die Bahn noch Bundesbahn, wurde die Elektrifizierung der Strecke von München nach Lindau und weiter bis Zürich immer wieder angekündigt. Weil man sich aber immer wieder über die Finanzierung nicht einigen konnte, passierte lange nichts. Erst eine Art Kredit der Schweiz in Höhe von 50 Millionen Euro sorgte dafür, das Bewegung in das Projekt kam.

Wie ist das Allgäu zwischen München und Lindau künftig angebunden?

Auf gute Anschlüsse hoffen auch Bahnfahrer aus dem Allgäu: Die Zahl direkter Verbindungen von dort in die Landeshauptstadt sinkt aber laut Bayerischer Eisenbahngesellschaft an manchen Bahnhöfen spürbar. Die Fahrgäste müssen zudem in eine elektrisch betriebene Bahn umsteigen. Das missfällt aber vielen. Grund: Unter der neuen Oberleitung sollen möglichst wenige Dieselzüge fahren.

Was ist weiter geplant?

Auf den Anschluss des Regionalverkehrs am neuen Bahnhof Lindau-Reutin müssen Fahrgäste noch ein Jahr warten. Die Züge vom Bodensee steuern bis Dezember 2021 den Inselbahnhof an – nicht den neuen auf dem Festland, an dem der Eurocity-Express wartet.

Gibt es weitere Elektrifizierungsmaßnahmen im Allgäu?

Ja, zumindest sind sie geplant. Zur Vorplanung für einen Ausbau der Illertalbahn zwischen Ulm und Kempten hat das bayerische Verkehrsministerium gut zehn Millionen Euro zur Verfügung gestellt. Prognosen zufolge könnte das Projekt 300 Millionen Euro kosten.

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