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Barrierefreiheit
13.05.2020

Barrierefreier Ausbau: Miese Noten für Bayerns Bahnhöfe

In Bayern fehlt es an Bahnhöfen immer noch an Barrierefreiheit. Andere Bundesländer sind in dieser Hinsicht laut Allianz pro Schiene deutlich weiter.
Foto: Symbolfoto dpa/Andreas Arnold 

Exklusiv In Schleswig-Holstein sind laut Allianz pro Schiene 97 Prozent der Bahnsteige barrierefrei zugänglich. Bayern, Hessen, Thüringen und Saarland sind Schlusslichter.

Rollstuhlfahrer, ältere Menschen mit Rollator, aber auch Familien mit Kinderwagen kennen das Problem: Viele Bahnhöfe sind nicht barrierefrei. Das gemeinnützige Verkehrsbündnis Allianz pro Schiene hat nun einen Ländervergleich vorgenommen und kommt zu einem für Bayern blamablen Ergebnis: Demnach belegt der Freistaat mit dem Saarland, Thüringen und Hessen die hintersten Plätze in dem bundesweiten Ranking.

Viele Bundesländer machen Fortschritte bei Barrierefreiheit am Bahnhof

In diesen vier Ländern mangelt es nach Angaben der Allianz im innerdeutschen Vergleich besonders oft an Aufzügen, Rolltreppen oder Rampen auf dem Weg zu den Bahngleisen. Das habe die Allianz mit Daten des Bundesverkehrsministeriums ermittelt und dafür die Antwort der Bundesregierung auf eine Anfrage der Grünen-Bundestagsfraktion ausgewertet.

Insgesamt gebe es in Deutschland durchaus Fortschritte zu verzeichnen: So sei bundesweit der Anteil der Bahnhöfe mit für alle gut zu erreichenden Gleisen von 77 Prozent im Jahr 2017 auf 83,5 Prozent 2019 gestiegen. In Bayern liege der Wert allerdings nur bei knapp 80 Prozent. Am besten schneidet mit 97 Prozent Schleswig-Holstein ab.

„Im 21. Jahrhundert sollte es selbstverständlich sein, dass alle Menschen ohne fremde Hilfe den Zug erreichen können“, betont Dirk Flege, Geschäftsführer der Allianz pro Schiene. „Dies wird gerade angesichts der demografischen Entwicklung in Deutschland für die vielen Zugreisenden im hohen Alter immer wichtiger.“

Allianz pro Schiene: Bayerns Bahnhöfe sind besonders schlecht ausgebaut

Nach Angaben der Allianz pro Schiene ist es nicht das erste Mal, dass Bayern beim öffentlichen Verkehr schlecht abschneidet: Schon bei einer Untersuchung im vergangenen Jahr, bei der es darum ging, wie gut Bahnhöfe und Bushaltestellen für die Menschen in den Bundesländern zu erreichen sind, landete der Freistaat weit hinten.

Allianz-Geschäftsführer Flege sagt: „Erneut bekommt Bayern Qualitätsmängel im öffentlichen Verkehr bescheinigt. Die bayerische Politik sollte das schlechte Abschneiden als Weckruf verstehen, die Ausstattung der Bahnhöfe mit Aufzügen, Rolltreppen und Rampen schnell zu verbessern.“

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