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10.01.2020

Bauen, kaufen, mieten: So viel kostet Wohnen in der Region

Wie viel kostet ein Bauplatz im der Region? Und wie viel ein Reihenhaus? Auf diese Fragen liefert der Immobilienmarktbericht Antworten.
Bild: Ulrich Wagner (Symbolbild)

Plus Wie viel kosten Häuser? Wie viel zahlt man für eine Wohnung? Die Antworten stehen im Immobilienmarktbericht, und zwar für jeden bayerischen Landkreis.

Alle zwei Jahre erstellen die Gutachterausschüsse einen Immobilienmarktbericht für Deutschland. Daraus lässt sich ablesen, wie viel Einfamilienhäuser, Doppelhaushälften, Reihenhäuser und Eigentumswohnungen im Schnitt gekostet haben. Die Preise sind so detailliert erfasst, dass sie für jeden Landkreis und jede kreisfreie Stadt in ganz Deutschland ausgewertet werden können - und das haben wir gemacht.

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Wer sich den Bericht, der kurz vor dem Jahreswechsel vorgestellt wurde, genauer anschaut, stellt schnell fest, dass die Landkreise in der Region in fast allen Kategorien zu den teuersten Gegenden in Deutschland zählen. So reicht etwa bei den Preisen für Ein- bis Zweifamilienhäuser die Preisspanne von unter 900 Euro bis zu mehr als 2500 Euro für den Quadratmeter. Die Landkreise in der Region fallen alle in die drei obersten Kategorien. Mindestens musste ein Käufer 2018 also 1600 Euro für den Quadratmeter bezahlen, wenn er in der Region ein Haus kaufen wollte. Im Bundesdurchschnitt lag der Quadratmeterpreis für ein freistehendes Ein- oder Zweifamilienhaus im Jahr 2018 bei 1740 Euro. Am meisten kostete der Quadratmeter im Landkreis München. Dort zahlten Hauskäufer im Schnitt 10.200 Euro. Am günstigsten war es im Kyffhäuserkreis in Thüringen. Dort lag der Kaufpreis für einen Quadratmeter bei 410 Euro.

Und in der Region? Kosteten Häuser in den Landkreisen Dillingen, Günzburg und Donau-Ries am wenigsten. Hier zahlten Hauskäufer zwischen 1600 und 1999 Euro für den Quadratmeter. Sie lagen damit etwa im Bundesschnitt. Wie die untenstehende Karte aber zeigt, fielen die meisten Landkreise in unserer Region in die höchste Preiskategorie. Nach der Auswertung des Immobilienmarktberichts kostete der Quadratmeter dort mindestens 2500 Euro.


Nun könnte man vermuten, dass die Preise für Reihenhäuser oder Doppelhaushälften deutlich unter denen für freistehende Ein- oder Zweifamilienhäuser liegen. Falsch vermutet. In fast allen Landkreisen in der Region fallen die Quadratmeterpreise für Reihenhäuser und Doppelhaushälften in die gleiche Kategorie wie die Preise für freistehende Häuser. Nur in Kaufbeuren zahlte man weniger. Dort lag der Quadratmeterpreis für ein Reihenhaus oder eine Doppelhaushälfte 2018 zwischen 2000 und 2500 Euro. Für ein freistehendes Ein- oder Zweifamilienhaus mussten Hauskäufer dagegen mindestens 2500 Euro bezahlen.

In den Landkreisen Neu-Ulm und Neuburg-Schrobenhausen war es dagegen günstiger sich ein Ein- oder Zweifamilienhaus zu kaufen, statt eines Reihenhauses oder einer Doppelhaushälfte. Für diese mussten Kunden nämlich mindestens 2500 Euro pro Quadratmeter bezahlen. Bei einem Einfamilienhaus kostete der Quadratmeter dagegen zwischen 2000 Euro und 2500 Euro.

Generell lässt sich an den Karten ablesen, dass Häuser mehr kosten, je näher sie an München liegen. Es gibt zwei Ausnahmen: Auch im Landkreis Neu-Ulm waren die Preise sehr hoch, was vermutlich an der Nähe zu Ulm liegt. Denn auch Ulm fällt jeweils in die höchste Preiskategorie. Die zweite Ausnahme ist der Landkreis Lindau. Dort waren Häuser ebenfalls ziemlich teuer.

Ein ähnliches Bild ergibt sich, wenn man sich die Grundstückspreise anschaut. Auch Bauland kostet mehr, je näher das Grundstück an München liegt. Allerdings sind die Grundstückspreise nach Angaben des Immobilienmarktberichts in der Region breiter gestreut. Hier teilen die Immobilienexperten den Markt in sieben Kategorien ein. Die unterste Stufe ist ein Quadratmeterpreis von weniger als 45 Euro. So günstig wird Bauland in der Region allerdings nicht verkauft.

Am günstigsten sind Baugrundstücke im Unterallgäu. Dort kostete der Quadratmeter 2018 45 bis 70 Euro. Am zweitgünstigsten waren in der Region Grundstücke in den Landkreisen Dillingen und Donau-Ries. Am teuersten war Bauland in den Landkreisen Aichach-Friedberg, Landsberg, Lindau und Neu-Ulm sowie in der Stadt Augsburg. Hier kostete der Quadratmeter mindestens 280 Euro. Vermutlich jedoch deutlich mehr.

Denn dass die Preise nach oben nicht gedeckelt sind, zeigt sich am Beispiel von München. In der bayerischen Landeshauptstadt kostete ein Quadratmeter Bauland im Durchschnitt 2000 Euro, im Landkreis München 1700 Euro.

Im Mittel kostete ein Quadratmeter Bauland in Deutschland 135 Euro. 2013 lag der Mittelwert noch bei 101 Euro pro Quadratmeter. Am günstigsten gab es Grundstücke im Landkreis Sonneberg in Thüringen. Hier zahlten Bauherren 15 Euro für den Quadratmeter.

Wer sich eine Eigentumswohnung kaufen wollte, zahlte zumindest für neugebaute Eigentumswohnungen deutlich mehr für den Quadratmeter als für ein Haus. In der Region starten die Quadratmeterpreise für neue Eigentumswohnungen bei 3000 Euro. So viel bezahlten Wohnungskäufer in den Landkreisen Unterallgäu, Dillingen, Donau-Ries und Günzburg. In den Landkreisen Aichach-Friedberg, Landsberg am Lech und Lindau sowie in Augsburg mussten sie dagegen mehr als 4000 Euro für den Quadratmeter bezahlen.

In diesen Landkreisen und in der Stadt Augsburg kosteten auch gebrauchte Eigentumswohnungen am meisten. Hier legten Wohnungskäufer mindestens 2600 Euro für den Quadratmeter hin. Am günstigsten waren gebrauchte Eigentumswohnungen im Landkreis Dillingen. Hier zahlten Wohnungskäufer zwischen 1400 und 1800 Euro für den Quadratmeter. Auch für gebrauchte Eigentumswohnungen lag der Quadratmeterpreis im Schnitt höher als jener für Häuser. 


Am teuersten waren gebrauchte Eigentumswohnungen wieder in München. Dort kostete der Quadratmeter im Schnitt 7200 Euro. Am günstigsten waren Wohnungen im thüringischen Saale-Orla-Kreis. Dort kostete der Quadratmeter 400 Euro, heißt es im Immobilienbericht.

Wie eine Auswertung des Immobilienportals Immowelt im Frühjahr ergeben hat, sind die Immobilienpreise in der Region in den vergangenen zehn Jahren immer weiter angestiegen - wie die untenstehende Karte verdeutlicht. Zu dem Ergebnis kommt auch der Immobilienmarktbericht. Die Gutachterausschüsse schreiben, dass der Wert der Immobilientransaktionen im Jahr 2018 269 Milliarden Euro betragen hatte. Insgesamt gab es 990.000 Transaktionen. Das waren zwar etwa 100.000 weniger als im Bericht zwei Jahre zuvor auflistet, dennoch ist der Gesamtwert um 13 Prozent gestiegen.

Wer sich nichts kaufen möchte, sondern zur Mieten wohnen will, bezahlt in der Region ebenfalls im Landkreis Dillingen am wenigsten. Nach einer Auswertung des Immobilienportals Immowelt kostet der Quadratmeter dort 7,10 Euro Miete. Am meisten zahlten Mieter im Landkreis Lindau. Dort kostete der Quadratmeter 10,70 Euro. Danach folgt laut Immowelt Augsburg. Dort kostet der Quadratmeter durchschnittlich 10,50 Euro Miete.

Alle Artikel zur Themenwoche Wohnen finden Sie hier.

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