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Sommerferien

28.11.2019

Bayerischer Biorhythmus: Markus Söder beharrt auf Sommerferienbeginn

Kinder der vierten Klasse einer Grundschule in Kaufbeuren jubeln vor einer Tafel mit der Aufschrift "Hurra Ferien".
Bild: Karl-Josef Hildenbrand, dpa

Die einen liegen im Strandkorb, die anderen schwitzen in der Schule. Dafür haben die länger frei. Über die Sommerferien ist ein Nord-Süd-Streit entbrannt.

Über die Sommerferien ist schon oft gestritten worden in Deutschland, aber um die menschliche Biologie ging's dabei noch nie. Nun ist das anders: "Wir haben unseren Biorhythmus mit den Ferien - den wollen wir gern behalten", so Bayerns Ministerpräsident und CSU-Chef Markus Söder am Mittwochabend bei einer Talkveranstaltung von Bild in München. "Wir haben das schon immer so gemacht - das hat sich gut bewährt."

Damit hat Söder zwar vielleicht den Biorhythmus in Hamburg und Berlin nicht gleich durcheinandergebracht, aber den Blutdruck im Norden definitiv deutlich nach oben getrieben. "Ich bin sauer, aber alle anderen auch, glaube ich, jetzt zunehmend", sagt Berlins Regierender Bürgermeister Michael Müller (SPD) am Donnerstag im Deutschlandfunk.

Streit um die Sommerferien: Hamburgs Bildungssenator ist sauer auf Söder

Und Hamburgs Bildungssenator Ties Rabe (SPD) schimpft im Fernsehsender n-tv: Deutschland sei kein "Mischstaat" mit 16 Einzelstaaten. "Wir müssen uns einigen, wir sind in einem Land. Das muss man vielleicht einigen Ministerpräsidenten ab und zu einmal sagen."

Bayerischer Biorhythmus: Markus Söder beharrt auf Sommerferienbeginn

Worum es im Sommerferien-Streit?

Hamburg und Berlin wollen die Verteilung der Sommerferien in Deutschland neu regeln. Generell sollen sie nicht mehr im Juni, sondern immer frühestens ab 1. Juli beginnen. Außerdem sollen die unterschiedlichen Termine der Länder enger zusammenrücken, so dass die jährlichen Verschiebungen möglichst gering ausfallen. Das bringe "mehr Kontinuität" in den Schuljahresablauf, so die Begründung. Außerdem bekämen Länder, die schon im Juni in die Ferien müssten, Zeitprobleme mit Prüfungen.

Wie sind die Sommerferien bisher geregelt?

1964 vereinbarten die Bundesländer im "Hamburger Abkommen" offiziell, die Sommerferien regional zu staffeln. Fortan sollten sie gruppenweise an verschiedenen Terminen in sechswöchige Sommerferien starten, um Staus und Knappheit bei den Ferienunterkünften zu vermeiden. In der DDR hatten alle gleichzeitig im Juli und August Ferien. Heute sieht das "rollierende System" praktisch so aus: Die Sommerferien in diesem Jahr streckten sich über 83 Tage vom 20. Juni in Berlin und Brandenburg bis zum 10. September in Baden-Württemberg.

Bayern und Baden-Württemberg gehen traditionell als letzte Bundesländer in die Sommerferien

Bayern und Baden-Württemberg machen beim "rollierenden System" nicht mit und gehen traditionell als letzte in die Sommerferien. Als Begründung hieß es früher, dass die Schüler für die Ernte gebraucht würden. Außerdem haben Bayern und Baden-Württemberg als einzige Länder ausgedehnte Pfingstferien, die manchmal erst gegen Ende Juni vorbei sind. Da mache es keinen Sinn gleich wieder in die Sommerferien zu starten, so das Argument.

Gibt es jetzt neue Sommerferien-Termine in Bayern?

Die Sommerferientermine bis zum Schuljahr 2023/24 stehen fest. Sie werden immer für mehrere Jahre von den Ländern in der Kultusministerkonferenz festgelegt. Ob es danach Änderungen gibt, darüber wollen die Länder erst nächstes Jahr im Herbst beraten. Fachleute sollen Vorschläge vorlegen. Beim Thema engerer Ferienkorridor winken die Küstenländer Schleswig-Holstein und Mecklenburg-Vorpommern allerdings schon lange ab, weil sie Einbrüche beim Tourismus befürchten, wenn die Saison verkürzt würde. Die Reisebranche fordert sogar eine Ausdehnung des Ferienkorridors und argumentiert, dass Preise für Unterkünfte und Flüge sinken könnten, wenn es weniger Ballung in einem engen Zeitraum gäbe.

WAS DIE DEUTSCHEN ÜBER DAS THEMA DENKEN: Eine Mehrheit von 53 Prozent ist gegen Einheitssommerferien. Das ergab eine YouGov-Umfrage im Juli. Nur knapp jeder dritte Bundesbürger wäre dafür. (dpa)

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