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Tuntenhausen

26.05.2020

Bayerischer Hells-Angels-Boss muss in den Knast

Die Hells Angels sind weltweit für ihre Machenschaften in der organisierten Kriminalität berüchtigt.
Bild: Fredrik von Erichsen, dpa (Archiv)

Vor etwa einem Jahr sorgten die Hells Angels nahe Rosenheim für Aufregung. Jetzt wurde ihr Präsident verurteilt, weil er eine junge Mutter zur Prostitution zwang.

Die Aufregung war groß im oberbayerischen Tuntenhausen, als es plötzlich mit den berühmt-berüchtigten "Hells Angels" in Verbindung gebracht wurde. Mitglieder des Rockerklubs sollen dort das "Chapter Rosenheim", also eine Ortsgruppe, gegründet und das Gebäude einer ehemaligen Metzgerei in Tuntenhausen als ihr Vereinsheim auserkoren haben. Zur Eröffnungsfeier im Juli des vergangenen Jahres kamen mehr als 100 teilweise vorbestrafte Rocker. Anwohner zeigten sich besorgt. Der Bürgermeister sagte: "Die brauchen wir hier nicht."

Nun, nicht ganz ein Jahr später, ist es offenbar ruhig um die zwielichtigen Motorradfreunde aus Tuntenhausen geworden. "Wir wissen aktuell nicht, ob es das Chapter überhaupt noch gibt", sagt ein Sprecher des Landeskriminalamtes auf Nachfrage. Wohl aber wisse man, dass der Präsident der Rosenheimer Hells Angels unter anderem wegen Zwangsprostitution ein Jahr und acht Monate ins Gefängnis muss. Das Urteil des Amtsgerichts Rosenheim sei vor wenigen Tagen rechtskräftig geworden.

Prostituierte arbeiteten für seinen "luxuriösen Lebensstil"

Bereits kurz nach der Gründung der Rosenheimer Hells-Angels-Ortsgruppe waren Ermittlungen gegen deren Boss angelaufen, teilten Polizei und Staatsanwaltschaft am Dienstag mit. Zunächst habe lediglich der Verdacht des Kokainhandels im Raum gestanden, schließlich seien Zwangsprostitution und weitere Delikte hinzugekommen. Im September wurde der Rocker-Boss festgenommen.

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Der 36-Jährige soll unter anderem einer jungen, alleinerziehenden Mutter mit erheblichen finanziellen Schwierigkeiten eine Liebesbeziehung vorgespielt und sie dazu gezwungen haben, sich zu prostituieren. Ihre Einkünfte – 40000 Euro in drei Monaten – habe sie bis auf Kleinbeträge an den arbeitslosen Präsidenten der Hells Angels abgeben müssen. Dieser soll sich davon einen "luxuriösen Lebensstil" finanziert haben. So habe er gemeinsam mit einer weiteren Prostituierten ein gehoben ausgestattetes Einfamilienhaus bewohnt und zuletzt Autos und Motorräder der Marken Harley Davidson, Bentley und Maserati gefahren.

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