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Bayern
10.05.2018

Auch Schwaben soll ein Anker-Zentrum bekommen

Flüchtlinge in einer Erstaufnahmeeinrichtung in Ingelheim in Rheinland-Pfalz.
Foto: Christoph Schmidt, dpa (Archiv)

In Bayern sollen nach dem Willen der Staatsregierung in allen Regierungsbezirken Anker-Zentren für Flüchtlinge entstehen. In Schwaben hatte das Thema unlängst schon für Aufregung gesorgt.

Die bayerische Staatsregierung plant, in allen Regierungsbezirken sogenannte Anker-Zentren für die Aufnahme von Flüchtlingen zu schaffen. "In Bayern haben wir mit der Zusammenführung der Behörden sowohl in Manching-Ingolstadt als auch in Bamberg sehr gute Erfahrungen gemacht", sagte Innenminister Joachim Herrmann (CSU) der Passauer Neuen Presse. Diese Einrichtungen stünden Pate für das, was im Koalitionsvertrag festgeschrieben worden sei. "Bei uns soll es aber nicht bei diesen beiden Zentren bleiben: Wir planen derzeit, in allen Regierungsbezirken eine solche Einrichtung zu schaffen", sagte er.

Wo genau diese Anker-Zentren geschaffen werden, sagte Herrmann der Zeitung nicht: "Ich gehe nicht davon aus, dass wir irgendwo eine völlig neue Einrichtung aus dem Boden stampfen. Vielmehr werden wir prüfen, ob in vorhandenen Einrichtungen (...) die notwendigen Behörden angesiedelt werden können."

Kempten ein Standort für die zentrale Einrichtung in Schwaben?

In Schwaben dürfte die Nachricht vor allem in Kempten die Alarmglocken schrillen lassen. Dort hatte es zuletzt Aufregung um eine mögliche Verlegung der Flüchtlingserstaufnahme von Donauwörth gegeben. Die Einrichtung in Nordschwaben wird Ende 2019 geschlossen. Die Stadt Kempten hatte sich 2016 in einem Vertrag mit dem Sozialministerium mit einer Erstaufnahmeeinrichtung für 1000 Flüchtlinge auf dem Gelände der ehemaligen Artillerie-Kaserne bereiterklärt. Lokale Politiker befürchten, dass hier nun gleich eines der neuen Anker-Zentren entstehen könnte.

In der Kemptener Artilleriekaserne könnten ab 2020 Flüchtlinge unterkommen.
Foto: Ralf Lienert

Im Gespräch mit unserer Redaktion betonte Herrmann Ende März allerdings, eine Entscheidung über eine Einrichtung in Kempten sei noch nicht gefallen. Die Liegenschaft sei für eine Nutzung als zentrale Asylunterkunft allerdings prinzipiell geeignet.

Seehofer will Asyl-Behörden in Anker-Zentren bündeln

Bundesinnenminister Horst Seehofer (CSU) will möglichst rasch sogenannte Anker-Zentren einrichten. Dort sollen Asylbewerber ankommen, bis zur Entscheidung über ihren Asylantrag bleiben und im Fall einer Ablehnung von dort in ihre Heimat zurückgebracht werden. Bamberg gilt als möglicher Standort für ein solches Zentrum, ebenso Manching in Oberbayern. Bamberg hatte angekündigt, sich gegen einen weiteren Ausbau der Aufnahmeeinrichtung für Flüchtlinge zu wehren.

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(drs, dpa/lby)

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