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Bayern
14.06.2020

Blitzeinschläge und festsitzende Wanderer durch Unwetter

Blitze entladen sich über der Nürnberger Altstadt.
Foto: Daniel Karmann, dpa

Die Polizei meldete Blitzeinschläge und vollgelaufene Keller – mehrere Häuser mussten evakuiert werden. In Oberbayern wurden Wanderer per Hubschrauber gerettet.

Gewitter und starker Regen haben am Wochenende in ganz Bayern zahlreiche Einsätze der Feuerwehren und Rettungskräfte ausgelöst. Mit 100 Einsatzkräften rückte die Feuerwehr in der Gemeinde Grainau im Landkreis Garmisch-Partenkirchen aus. Dort mussten in der Nacht auf Sonntag wegen eines über die Ufer getretenen Baches mehrere Häuser evakuiert werden, 200 Menschen seien von der Maßnahme betroffen gewesen, teilte die Polizei mit. In der Nähe sei auch eine Mure abgegangen. Verletzt wurde dabei niemand.

60 Wanderer wurden per Hubschrauber ausgeflogen

Ebenfalls im Landkreis Garmisch-Partenkirchen mussten am Sonntag 60 Wanderer mit Hubschraubern ins Tal ausgeflogen werden. Landrat Anton Speer rief den Katastrophenfall aus. Die Wanderer saßen auf der Höllentalangerhütte fest und konnten wegen beschädigter Brücken nicht zu Fuß ins Tal zurück.

Im schwäbischen Krumbach im Landkreis Günzburg brannte während eines Gewitters in der Nacht zum Sonntag ein Wohnhaus. „Blitzschlag als Brandursache ist nicht auszuschließen“, sagte ein Polizeisprecher am Sonntag. Den Schaden schätzten die Beamten auf mindestens 100.000 Euro, da der Dachstuhl des Gebäudes in Flammen aufging. Das Gleiche passierte auch im Landkreis Wolfratshausen, dort hatte ein Blitzeinschlag eine Scheune in Brand gesetzt – zwei Menschen wurden verletzt, 120 Feuerwehrleute waren im Einsatz.

Auch in Lindau hat das Unwetter große Schäden angerichtet, zum Beispiel wurde dort die Notaufnahme geflutet und musste geschlossen werden. Im Ostallgäu regnete es in kürzester Zeit so viel, dass in Fischen mehrere Keller überflutet wurden, in Ofterschwang und Hüttenberg musste die Feuerwehr ebenfalls zu vollgelaufenen Kellern und überschwemmten Straßen ausrücken. Stellenweise lagen faustgroße Steine und Altholz auf den Straßen. Bäche traten über die Ufer, die Kanalisation konnte nicht alles aufnehmen, das Wasser wurde teils sogar aus den Gullydeckeln herausgedrückt.

Von ähnlichen Fällen berichten auch die Einsatzkräfte aus dem fränkischen Landkreis Aschaffenburg. Dort stand etwa ein Haus bis zum Erdgeschoss unter Wasser, die Bewohnerin kam verletzt ins Krankenhaus. In Nürnberg meldete die Feuerwehr wegen des Unwetters mehr als 100 Einsätze in zwei Stunden. In mehrere Gebäude schlug Polizeiangaben zufolge der Blitz ein. Bei Lauf am Holz verfing sich ein brennender Ast in der Oberleitung der Bahn. Zudem liefen mehrere Keller voll.

Der Deutsche Wetterdienst gibt noch keine Entwarnung

Auch im Rest Deutschlands kam es teilweise zu schweren Unglücken nach Gewittern und starken Regenfällen. Bis Sonntagmorgen rückte die Feuerwehr in Brandenburg zu mehr als 500 Einsätzen aus. In Berlin zählte die Feuerwehr wetterbedingt etwa 40 Einsätze seit Samstagabend. In Helmsdorf im Südharz, nordwestlich von Halle/Saale, wurde eine Landstraße nach einem Erdrutsch überflutet und blieb zunächst für den Verkehr gesperrt.

Der Deutsche Wetterdienst gab auch am Sonntag für den Freistaat noch keine Entwarnung und meldete bis Montag örtlich teilweise schwere Gewitter mit starkem Regen und Hagel. (mit dpa)

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