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Bayern
08.06.2015

Tödliche Badeunfälle: Schwimmkurse für Asylbewerber gefordert

Mehrere Asylbewerber sind in den letzten Tagen bei Badeunfällen ums Leben gekommen. Nun fordert das Bayerische Rote Kreuz Schwimmkurse für Flüchtlinge.
Foto: Philipp Schulze, dpa /Archiv

Nachdem mehrere Asylbewerber bei Badeunfällen ums Leben kamen, fordert das Bayerische Rote Kreuz Schwimmkurse für Flüchtlinge. Auch in der Region gab es Todesfälle.

Nach mehreren tödlichen Badeunfällen von Asylbewerbern fordert das Bayerische Rote Kreuz Schwimmkurse für Flüchtlinge. "Die Situation beunruhigt uns sehr", sagte BRK-Geschäftsführer Leonhard Stärk am Montag. Die Verunglückten seien ein "Skandal" - es sei höchste Zeit, in allen Erstaufnahmeeinrichtungen und Asylbewerberunterkünften zum Schutz der oft jungen Leute Schwimmkurse und Informationen über das Baden anzubieten.

"Immer mehr Spaßbäder": BRK kritisiert die Kommunen

Afrikaner hätten keine Erfahrung mit dem Baden zum Zweck der Erfrischung oder sportlichen Ertüchtigung: "Die fahren mit dem Boot aufs Meer zum Fischen. Schwimmen aus Jux und Tollerei kennen sie in aller Regel nicht", sagte der BRK-Geschäftsführer. Er kritisierte, dass Kommunen immer mehr öffentliche Schwimmbäder zu Spaßbädern umwidmeten, in denen kaum noch Schwimmkurse angeboten werden könnten.

In der vergangenen Woche sind auch in der Region mehrere junge Asylbewerber beim Baden ums Leben gekommen. Beim Schwimmen im Wemdinger Waldsee ist am Samstagnachmittag ein 19 Jahre alter Asylbewerber aus dem Senegal ertrunken. Wie die Polizei mitteilte, wollte er zusammen mit einem Bekannten zu einer Badeinsel schwimmen, die etwa 20 Meter vom Ufer entfernt war. Am Rand des Nichtschwimmerbereichs ging er aber unter. Der Bekannte versuchte noch, nach dem 19-Jährigen zu tauchen, sah ihn unter Wasser aber nicht. Erst nach 40 Minuten konnte der junge Mann laut Polizei geborgen werden. Retter kämpften verzweifelt um sein Leben - konnten den jungen Mann aber nicht wiederbeleben.

Auch Mittwoch und Donnerstag drei Todesfälle

Am Donnerstagnachmittag starb ein junger Mann. Wie die Polizei am Freitag mitteilte, war der 26-jähriger Asylbewerber mit einer 28-jährigen Bekannten aus Ingolstadt beim Baden im Weinzierlweiher bei Großmehring. Aus ungeklärter Ursache geriet er plötzlich in tieferes Wasser und ging unter. Der junge Palästinenser konnte von anderen Badegästen nur noch tot aus dem Wasser geborgen werden.

Ebenfalls am Donnerstagnachmittag ist in der Gemeinde Uffing ein 27-jähriger Syrer im Staffelsee beim Baden ertrunken. Wie die Polizei auf Anfrage von AZ Online bekannt gab, habe sich der junge Asylbewerber zunächst mit einer Gruppe im Uferbereich aufgehalten. Dann sei er aber plötzlich im steil abfallenden Bereich in ein Gebiet gekommen, in dem er nicht mehr stehen konnte. Aufgrund geringer Schwimmkenntnisse konnte sich der 27-Jährige nicht über Wasser halten und ertrank.

Schon am Mittwochnachmittag war nach einem ähnlichen Badeunfall ein 20-Jähriger im Auensee bei Königsbrunn südlich von Augsburg gestorben. Er war bei einer Tiefe von zwei Metern hilflos unter Wasser geraten - auch wegen fehlender sicherer Schwimmkenntnisse. Auch bei ihm handelte es sich dem Polizeibericht zufolge um einen Asylbewerber. Der junge Mann aus Eritrea konnte am Unfallort offenbar zunächst reanimiert werden, wurde jedoch in kritischem Zustand ins Krankenhaus gebracht und starb am Abend. AZ/dpa/lby

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