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Energie

11.02.2013

Bayern gegen neue Gasförderung

In den USA hat das "Fracking" eine Revolution im Energiemarkt ausgelöst. Die Bundesregierung will das Verfahren nun auch in Deutschland einführen. Bayern wehrt sich mit Umweltargumenten.
Bild: Jim Lo Scalzo, dpa

"Fracking" ist eine umstrittene Technik, die in den USA die Erdgasförderung revolutionierte. Die Bundesregierung will auch an der Technik-Revolution teilhaben. Bayern sträubt sich.

Gegen den Widerstand aus Bayern will die Bundesregierung eine neue Technik der Förderung von Erdgas einführen. Das unter dem Begriff „Fracking“ bekannte Verfahren revolutioniert derzeit in den USA den Energiemarkt. Fracking erlaubt es, Erdgas und Erdöl aus Gesteinsschichten zu fördern, die sich bisher nicht für Bohrungen eigneten.

Fracking ist wegen Grundwassergefährdung umstritten

Unter hohem Druck werden dabei Wasser, Sand und Chemikalien in die Tiefe gepumpt, bis der Stein aufbricht und das Gas oder Öl freigibt. Die USA fördern mittlerweile derart viel Erdgas und Erdöl selbst, dass das Land immer weniger Energie importieren muss. Aufgrund der Chemikalien und einer möglichen Gefährdung des Grundwassers ist das Förderverfahren aber sehr umstritten.

Jetzt möchte auch die Bundesregierung Regeln für das Fracking auf heimischen Erdgasfeldern definieren: „Wir werden gemeinsam mit dem Bundeswirtschaftsministerium zügig Regelungsvorschläge vorlegen“, sagte gestern ein Sprecher von Bundesumweltminister Peter Altmaier. Eine Arbeitsgruppe aus CDU und FDP hatte kürzlich gefordert, Fracking – unter Auflagen – auch in Deutschland zu genehmigen.

Bayern gegen neue Gasförderung

Für die Fracking-Technik kommen insbesondere Gasfelder in den nördlichen Bundesländern infrage. Aber auch in Bayern gibt es Erdgasvorkommen. Kürzlich erst hat eine Firma aus Österreich von Plänen Abstand genommen, nördlich des Chiemsees nach Gas zu bohren. Dabei ging es allerdings nicht um Fracking, sondern um die konventionelle Gasförderung.

Bayerische Industrie für neue Fördermethode

Trotzdem kommt aus Bayern harter Widerstand gegen die Fracking-Pläne von Schwarz-Gelb: „Das ist für uns nicht verantwortbar“, sagte CSU-Umweltminister Marcel Huber unserer Zeitung. „Es gibt erprobte Gasfördertechniken, die hier seit Jahrzehnten angewendet werden. Fracking versucht aber, unkonventionelle Gasvorhaben durch das Einbringen chemischer Substanzen zu erschließen“, erklärte er.

Es würden grundwassergefährdende Substanzen in tiefe Gesteinsschichten eingebracht. „Das birgt erhebliche Risiken für Umwelt und Gesundheit“, warnte Huber.

Die Industrie plädiert dafür, Fracking zu erlauben: „Wir würden gerne in die Forschung einsteigen, um überhaupt herauszufinden, ob es möglich ist, hier wirtschaftlich, sozial akzeptiert und umweltverträglich Schiefergas zu fördern“, sagte BASF-Vorstand Harald Schweiger der Frankfurt Allgemeinen. (mit dpa)

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