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Schulgipfel

04.11.2020

Bayerns Schulen sollen auch nach den Ferien geöffnet bleiben

In Zeiten der Corona-Pandemie steht die Situation in Kitas und Schulen unter besonderer Beobachtung - vor allem beim Schulgipfel.
Bild: Jens Büttner, dpa

Ob und wann Schulen wegen Corona geschlossen werden, soll wohl weiter in den Kommunen entschieden werden. Das hatten sich einige Teilnehmer des bayerischen Schulgipfels anders vorgestellt.

Bayerns Schulen sollen offenbar auch nach den Herbstferien offenbleiben. Das hat die Staatsregierung schon vor dem Schulgipfel an diesem Mittwoch angekündigt - und so bleibt es nach Angaben von Teilnehmern des Gipfels auch. Die Entscheidung darüber soll demnach auch in Zukunft nicht an Inzidenzwerte gebunden sein. Stattdessen entscheiden die Gesundheitsämter vor Ort. Die Verbände von Gymnasial- und Realschullehrern hatten ursprünglich ein einheitliches Vorgehen für alle Schulen in Bayern gefordert.

Schulgipfel: "Riesiges Bedürfnis, dass es an den Schulen normal läuft"

Jürgen Böhm, Vorsitzender des Realschullehrerverbands, sagte nach dem Treffen unserer Redaktion: „Die Regierung hat ein riesiges Bedürfnis, dass es an Schulen normal läuft. Das wollen wir alle. Aber die Frage ist, wie in einem Risikogebiet qualitativ hochwertiger Unterricht im Klassenzimmer durchgeführt werden kann - und ob die Gesundheitsämter immer in der Lage sind, darüber zu entscheiden.“

Michael Piazolo musste zuletzt Kritik an seiner Arbeit als Kultusminister einstecken.
Bild: dpa

Die Stimmung beim Gipfeltreffen, an dem sowohl Kultusminister Michael Piazolo (Freie Wähler) als auch Ministerpräsident Markus Söder (CSU) teilnahmen, beschreibt Böhm als nett und konstruktiv. "Aber ich glaube, jeder muss jetzt erst einmal darüber nachdenken, wie er die Ankündigungen findet.“ Es gebe in der Staatsregierung Offenheit für Veränderungen, aber noch keine Klarheit, sagte Simone Fleischmann vom Lehrerverband BLLV nach der Sitzung: "Ich erwarte aber von der Politik, dass alle Maßnahmen jetzt auch der Bevölkerung gut erklärt werden", forderte sie. Nur so sei eine breite Unterstützung zu erreichen.

Eltern kritisieren den Kultusminister für seine Corona-Strategie

Neben Politikern und Lehrerverbänden verliehen auch Eltern und Schüler bei der Videoschalte ihren Forderungen Ausdruck. Schon im Vorfeld hatten besonders die Elternvereinigungen BEV und LEV in einem Brandbrief harsche Kritik an Piazolos Corona-Strategie geäußert. Das Kultusministerium habe "den Takt der Leistungserhebungen seit Schuljahresbeginn so massiv forciert, dass die Kinder und mit ihnen die Familien nur noch ächzen", heißt es da.

Eltern seien nicht nur Nachhilfe-, sondern tatsächlich Ersatzlehrer. Arbeitsblätter zu versenden, auch wenn es digital geschieht, verdiene den Namen "Unterricht" nicht. An den Schulen herrsche "digitales Chaos".

An den Schulen herrsche förmlich eine "Notenjagd", hieß es von Schülern und Eltern.
Bild: Bernhard Weizenegger

Piazolo bezeichnete einen solchen Brief so kurz vor dem Gipfel als "befremdlich". Bei direkter Nachfrage im Kultusministerium hätte man schnell klären können, dass die Schulaufsicht nach einigen Klagen über zu viele Prüfungen gebeten wurde, die Situation an den Schulen genau zu beobachten und gegenzusteuern. Eine Stellungnahme der Elternverbände zum Schulgipfel steht noch aus.

Die Staatskanzlei als Gastgeber dämpfte im Vorfeld allzu hochfliegende Erwartungen an konkrete Ergebnisse. Der Schulgipfel sei ein "reines Arbeitstreffen", sagte ein Sprecher.

Lesen Sie dazu auch den Kommentar: Die "Schulfamilie" steht sich gegenseitig im Weg

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04.11.2020

Wenn man steigende Infektionszahlen will ist das Offenhalten der Schulen genau der richtige Weg.

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