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Zwölf Stämme

10.12.2013

Behörden trennen sieben Kinder von ihren Müttern

Sichtlich unter Schock standen gestern Mittag die drei Familien der Glaubensgemeinschaft Zwölf Stämme, deren insgesamt sieben Kinder von Mitarbeitern des Jugendamtes Donau-Ries und der Polizei aus der Obhut ihrer Mütter genommen wurden. Den Eltern wurde das Sorgerecht vorläufig entzogen, der Aufenthaltsort der Kinder ist unbekannt.
Bild: Bernhard Weizenegger

Die Polizei und das Jugendamt haben gestern sieben Kinder der "Zwölf Stämme" aus einem Förderungswerk im Landkreis Günzburg abgeholt. Die Mütter stillten teilweise noch.

Die Polizei und das Jugendamt haben gestern sieben Kinder der Glaubensgemeinschaft Zwölf Stämme aus dem Förderungswerk St. Nikolaus in Dürrlauingen (Landkreis Günzburg) abgeholt. Die Buben und Mädchen waren dort seit September mit ihren Müttern im Mutter-Kind-Haus der Einrichtung untergebracht.

Ermittlungen gegen Misshandlung und Körperverletzung

Wie das zuständige Landratsamt Donau-Ries bestätigt, reagiert die Behörde damit auf den Beschluss des Amtsgerichts Nördlingen. Dieses hat den Eltern vorläufig das Sorgerecht entzogen. Nach lange unbewiesenen Missbrauchsvorwürfen wurden im September 40 Kinder der Glaubensgemeinschaft in Heime und Pflegefamilien gebracht. Die Staatsanwaltschaft Augsburg ermittelt wegen Misshandlung Schutzbefohlener und gefährlicher Körperverletzung.

Stillende Mütter bekommen Zeit zum Abstillen

Die drei Mütter durften allerdings bei ihren ein bis neun Jahre alten Kindern bleiben, denn drei Kleinkinder wurden noch gestillt. „Wir mussten den stillenden Müttern noch Zeit lassen, ihre Kinder abzustillen“, teilt die Pressesprecherin des Landratsamts Donau-Ries, Gabriele Hoidn, mit. Nun sei der Beschluss des Amtsgerichts aber vollzogen worden. Wohin die Kinder gebracht wurden, ist nicht bekannt.

Die Mütter berichten, dass ihnen die Kinder aus den Armen gerissen worden seien. Sie würden die drei Kinder immer noch stillen.

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