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Bildung

24.03.2009

Bessere Chancen für Migrantenkinder

Der Münchner CSU-Landtagsabgeordnete Ludwig Spaenle zählt zu den Kritikern Hohlmeiers. Die "etwas skurrile Anfrage" bei seiner Bank, "wie denn der Spaenle finanziell aufgestellt" sei, möchte er aber nicht in Zusammenhang mit der sogenannten "Dossier-Affäre" um Hohlmeiers Drohungen gegen ihre Parteifreunde bringen.
Bild: ma/tm

Bayern will mehr Bildungsgerechtigkeit für Kinder mit Migrationshintergrund erreichen. Ein von Kultusminister Ludwig Spaenle einberufener runder Tisch soll dazu eine Reihe von Maßnahmen erarbeiten.

München (lb, AZ) - Bayern will mehr Bildungsgerechtigkeit für Kinder mit Migrationshintergrund erreichen. Ein von Kultusminister Ludwig Spaenle (CSU) einberufener runder Tisch soll dazu eine Reihe von Maßnahmen erarbeiten. Nach den ersten Beratungen dieses Expertengremiums sagte Spaenle am Dienstag in München, den Kindern mit Migrationshintergrund müsse vor allem der Weg zu höheren Schulabschlüssen geebnet werden. Denn Bildung sei der entscheidende Faktor für sozialen Aufstieg und für Teilhabe am gesellschaftlichen Wohlstand.

Bei der Pisa-Studie habe Bayern insgesamt zwar gut abgeschnitten, zugleich habe die Studie aber Handlungsbedarf bei der schulischen Integration von Migrantenkindern gezeigt, sagte Spaenle. Einen höheren Schulabschluss als den der Hauptschule würden 70 Prozent der deutschen Kinder erreichen, bei Kindern mit Migrationshintergrund seien dies nur 10 Prozent. "Das ist unbefriedigend", so Spaenle. Damit werde das vorhandene Begabungspotenzial nicht ausgeschöpft. "Wir wollen den Kindern mit Migrationshintergrund mitten in unserer Gesellschaft eine Heimat geben."

Nach Angaben des Ministeriums besuchen derzeit rund 162 000 Kinder und Jugendliche mit Migrationshintergrund die allgemeinbildenden Schulen in Bayern - damit sind alle Schulen außer den Berufsschulen gemeint. Unter Menschen mit Migrationshintergrund versteht man Einwanderer aus dem Ausland und deren Nachkommen. Die Fachbegriffe Migrant und Migration seien übliche Ausdrucksweise geworden, weil die Formulierung "ausländische Mitbürger" inzwischen nicht mehr passe, erläuterte Spaenle. Viele Einwanderer aus dem Ausland hätten inzwischen die deutsche Staatsbürgerschaft angenommen.

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Der große Startnachteil für Schüler mit Migrationshintergrund sei, dass sie die deutsche Sprache als erste Fremdsprache erlernen müssten. Deshalb spiele die Sprachförderung eine zentrale Rolle beim Bemühen für eine bessere schulische Integration dieser Kinder. "Bis zum Übertritt müssen sprachliche Defizite bei allen Kindern so weit eliminiert sein, dass sie bei der Entscheidung über die weitere Schullaufbahn keine Rolle mehr spielen", so der Vorsitzende des Philologenverbandes (bpv), Max Schmidt. Für den bayerischen Lehrer- und Lehrerinnenverband (BLLV) ist vor allem wichtig, dass ausreichend Lehrer für die Integrationsaufgaben eingestellt werden müssen. Derzeit jedoch herrsche Mangel an geeignetem Personal, so der BLLV. Ähnlich kommentiert die Landtags-SPD: "Runde Tische ersetzen keine Lehrer", lautet die Kritik.

An dem runden Tisch sitzen Vertreter verschiedener Generalkonsulate, der Islamischen Religionsgemeinschaft, der kommunalen Spitzenverbände und der Schulverwaltung.

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