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28.01.2004

Beweisaufnahme im Strauß-Prozess beginnt

Bild zum Strauß-Prozess vom 28. Januar 2004.
Foto: dpa

Augsburg (dpa/lby) - Im Prozess gegen Max Strauß wegen Steuerhinterziehung in Millionenhöhe beginnt an diesem Donnerstag die Beweisaufnahme. Als erste Zeugen wurden der in die Leuna-Affäre verstrickte und in Frankreich verurteilte Geschäftsmann Dieter Holzer sowie der ebenfalls bereits verurteilte Ex-Thyssen-Manager Jürgen Maßmann vom Landgericht Augsburg geladen. Holzer teilte dem Gericht mit, er könne zum angesetzten Termin nicht in Augsburg erscheinen, halte sich jedoch als Zeuge bereit. Ein neuer Termin für seine Zeugenvernehmung steht noch nicht fest.

Augsburg (dpa/lby) - Im Prozess gegen Max Strauß wegen Steuerhinterziehung in Millionenhöhe beginnt an diesem Donnerstag die Beweisaufnahme. Als erste Zeugen wurden der in die Leuna-Affäre verstrickte und in Frankreich verurteilte Geschäftsmann Dieter Holzer sowie der ebenfalls bereits verurteilte Ex-Thyssen-Manager Jürgen Maßmann vom Landgericht Augsburg geladen. Holzer teilte dem Gericht mit, er könne zum angesetzten Termin nicht in Augsburg erscheinen, halte sich jedoch als Zeuge bereit. Ein neuer Termin für seine Zeugenvernehmung steht nach Angaben des Augsburger Landgerichts vom Mittwoch aber noch nicht fest.

Holzer war 2003 in Paris wegen Schmiergeldzahlungen in Höhe von 39 Millionen Euro in Zusammenhang mit dem Verkauf der ostdeutschen Leuna-Raffinerie an den französischen Elf-Konzern zu 15 Monaten Haft und einer Geldstrafe von 1,5 Millionen Euro verurteilt worden. Das Augsburger Gericht wird auch über zwei Anträge der Verteidigung zur Aussetzung des Verfahrens und zu einer neuen Begutachtung des Gesundheitszustands von Strauß entscheiden. Der Sohn des früheren CSU-Vorsitzenden und bayerischen Ministerpräsidenten Franz Josef Strauß ist wegen Steuerhinterziehung von 1,3 Millionen Euro aus Provisionszahlungen von dem nach Kanada geflüchteten Waffenhändler Karlheinz Schreiber angeklagt.

Bei dem Max Strauß zugeordneten Schweizer Konto "Maxwell" war ein Kürzel "Delta Int. EST" aufgetaucht. Dabei soll es sich um Holzers Firma Delta International Establishment handeln. Über das Konto sollen auch Millionenprovisionen aus dem Leuna-Deal geflossen sein. Holzer galt lange Zeit als eine der Schlüsselfiguren in der CDU- Spendenaffäre. Ihm werden gute Kontakte zu Schreiber, Franz Josef Strauß und auch zum jetzigen Ministerpräsidenten Edmund Stoiber (CSU) nachgesagt.

Maßmann war in Augsburg bereits selbst wegen Steuerhinterziehung und Untreue zu fünf Jahren Haft verurteilt worden. Er soll bei einem Rüstungsgeschäft 5,6 Millionen Euro Schmiergelder von Schreiber bekommen und nicht versteuert haben. Das Urteil hängt zur Revision beim Bundesgerichtshof an. In dem Prozess ging es um millionenschwere Schmiergeldzahlungen bei einer Panzerlieferung nach Saudi-Arabien. Maßmann und der ebenfalls zu einer Haftstrafe verurteilte Winfried Haastert, der auch als Zeuge zum Strauß-Prozess geladen ist, hatten das Geld nach Ansicht des Gerichts von Schreiber kassiert und nicht versteuert.

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