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Bild: Marcus Merk
Bild: Marcus Merk

Das Museum Oberschönenfeld soll in den nächsten Jahren ein neues Museumsdepot bekommen.

Kultur, Wohnen, Natur
16.02.2019

Bezirk Schwaben gibt 860 Millionen Euro für die Region aus

Von Maria Heinrich

Der Bezirk Schwaben investiert 2019 unter anderem in die Hilfe für bedürftige Menschen, in Wohnprojekte und Museen. Drei größere Vorhaben sind geplant.

Ein junger Mann mit Behinderung ist auf der Suche nach einem Job. Da er aber im Rollstuhl sitzt, ist es schwierig für ihn, eine Anstellung auf dem freien Arbeitsmarkt zu finden. Er wendet sich an eine Behindertenwerkstatt. Außerdem will er nicht länger bei den Eltern wohnen, sondern selbstständig leben, zum Beispiel in einem betreuten Wohnheim. Der junge Mann steht für viele Menschen, die im Alltag Schwierigkeiten haben. Um ihre sozialen Bedürfnisse kümmert sich der Bezirk Schwaben und gibt 2019 knapp 800 Millionen Euro für sie aus.

Diese Summe haben die Bezirksräte im Haushalt für 2019 beschlossen. Der Posten heißt soziale Sicherung. Birgit Böllinger, Pressesprecherin des Bezirks, erklärt, was das bedeutet: "Der Bezirk Schwaben ist allumfassend für Menschen mit Behinderung zuständig, vom Baby bis zum Senior, von inklusiven Klassen über Werkstätten bis zu Wohnheimen." Darüber hinaus unterstützt er pflegebedürftige Menschen, deren Vermögen und Pflegeversicherung nicht für eine Betreuung im Heim oder zu Hause reichen.

Bezirk Schwaben plant 860 Millionen Euro für die Region ein

Die soziale Sicherung macht im Haushalt den größten Brocken aus. Insgesamt umfasst der Etat für 2019 mehr als 860 Millionen Euro, 820 Millionen Euro waren es 2018.

Neben der sozialen Sicherung bleiben dem Bezirk ungefähr 34 Millionen Euro, um eigene Projekte im Bereich Bildung, Kultur und Gesundheit anzustoßen. 2019 sind drei größere Vorhaben eingeplant:

Kultur Zum einen sind das die Museen Oberschönenfeld im Landkreis Augsburg und das Museum Kulturland-Ries in Maihingen im Landkreis Donau-Ries. Beide Häuser haben die Aufgabe, das schwäbische Erbe zu bewahren. Dazu sollen sie in den nächsten Jahren je ein neues Museumsdepot bekommen.

Wolfgang Bähner, Mitglied im Kulturausschuss und Fraktionsvorsitzender der SPD, hat die Planungen begleitet. Jedes Jahr bekämen die Museen unzählige Gegenstände, Bücher und Erbstücke gestellt. „Damit diese optimal aufbereitet und eingelagert werden, sind solche Einrichtungen notwendig.“ Eine Million Euro hat der Bezirk für 2019 für die Depot-Planungen einkalkuliert, bis zur Fertigstellung 2022 sollen weitere 23 Millionen Euro folgen. Für Bezirkstagspräsident Martin Sailer (CSU) sind solche Vorhaben wichtig: „Denn nur wer investiert, gestaltet die Zukunft mit.“

Wohnen Weitere fünf Millionen Euro fließen nach Günzburg. Der Bezirk hat dort in Form der Dr.-Georg-Simnacher-Stiftung eine generationenübergreifende und integrative Wohnanlage mit 88 Einheiten errichtet. Dort wohnen etwa geringverdienende Familien, Alleinerziehende und Senioren. Sie unterstützen sich im Alltag gegenseitig. „Das Konzept ist: gelebte Solidarität zwischen den Nachbarn“, erklärt Sprecherin Birgit Böllinger. Für fünf Millionen Euro soll in Günzburg ein dritter Komplex entstehen mit 23 neuen Wohnungen. 

Für die stellvertretende Fraktionsvorsitzende der CSU, Stephanie Denzler, ist das eine Herzensangelegenheit. „Wir wollen Menschen helfen, die etwa durch einen Schicksalsschlag oder Krankheit unverschuldet in Not geraten sind.“

Woher der Bezirk Schwaben sein Geld bekommt

Budget Da der Bezirk selbst keine Steuereinnahmen hat, kommen seine Finanzmittel zu circa 63 Prozent aus der Bezirksumlage. Dies ist das Geld, das Landkreise und kreisfreie Städte an den Bezirk zahlen.

Der Hebesatz dafür beträgt im Jahr 2019 22,4 Prozent und bleibt damit im dritten Jahr nacheinander unverändert. Die Summe beträgt mehr als 525 Millionen Euro.

Von den übrigen Finanzmitteln fließt ein Teil über den Finanzausgleich vom Freistaat. Allein dieser Posten macht 120 Millionen Euro aus.

Woher der Bezirk Schwaben sein Geld bekommt

Zweck Der Bezirk erfüllt Aufgaben, die eine Kommune allein überfordern. Er unterstützt unter anderem die Bereiche Soziales, Pflege, Krankenhäuser, Jugend und Bildung, Kultur- und Heimatpflege und die Natur.

Woher der Bezirk Schwaben sein Geld bekommt

Haushalt 2019 Der Bezirk Schwaben hat im Gesamthaushalt 2019 mehr als 860 Millionen Euro zur Verfügung. Der Verwaltungshaushalt beträgt 840 Millionen. Davon sind etwa 800 Millionen fest für die soziale Sicherung eingeplant, zum Beispiel für pflegebedürftige Menschen. Etwa 34 Millionen Euro bleiben für eigene Projekte. (mahei)

Natur Das dritte große Projekt finanziert der Bezirk Schwaben heuer mit 500.000 Euro. Es ist der Erlebnisgarten in Schlachters im Landkreis Lindau. Heidi Terpoorten, Fraktionsvorsitzende der Grünen, sagt: „Es geht darum, alte heimische Obstbaumsorten, die von anderen hochgezüchteten Äpfel- und Birnenarten verdrängt wurden, wieder zu fördern. Das ist ein Teil des schwäbischen Erbes, der wieder in die Heimat zurück soll.“

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