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Bayern

19.12.2016

Bi- und Transsexualität werden Teil des Sexualkunde-Unterrichts

Die neuen Richtlinien zur Sexualkunde an Bayerns Schulen sind umstritten.
Bild: Julian Stratenschulte/dpa

Nach kontroversen Debatten hat Bayerns Kultusminister Ludwig Spaenle (CSU) neue Richtlinien zur Familien- und Sexualerziehung an Schulen in Kraft gesetzt. Was sich jetzt ändert.

Sie ersetzen mit sofortiger Wirkung die bisherigen Richtlinien aus dem Jahr 2002. Ein erster Entwurf war im März im Bildungsausschuss des Landtags zunächst parteiübergreifend gebilligt worden. Doch vor allem die Organisation „Demo für alle“ hatte dagegen protestiert. Der bundesweit agierende Verband konservativer Familieninitiativen und politischer Strömungen hatte unter anderem gefordert, auf das Thema „Sexuelle Identität“ im Unterricht völlig zu verzichten.

Gerade bei diesem Themenkomplex aber hat das Ministerium kräftig nachgebessert. Das war nicht weiter schwer, denn außer Hetero- und Homosexualität hatte in dem Richtlinienkatalog bisher keine sexuelle Identität existiert. Jetzt haben die Lehrer ausdrücklich die Aufgabe, in den Jahrgangsstufen 9 und 10 auch Bi-, Trans- und Intersexualität zu thematisieren. „Ideologisierung und Indoktrinierung“ sind den Lehrern in dem 24-Seiten-Heft aber ausdrücklich untersagt.

Streit um neue Richtlinien zur Sexualkunde

Schüler sollen angehalten werden, „Toleranz und Respekt gegenüber Menschen, ungeachtet ihrer sexuellen Identität“, zu zeigen. Im ersten Richtlinien-Entwurf war noch von „Akzeptanz“ die Rede gewesen. „Demo für alle“ hatte die Formulierung kritisiert. Auf seiner Internetseite feierte es das Bündnis gestern als persönlichen „Erfolg“ des „monatelangen Protests“, dass der Begriff in der neuen Fassung gestrichen wurde.

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Das Aktionsbündnis „Vielfalt statt Einfalt“ hält den Text für einen Rückschritt gegenüber dem ersten Entwurf. Spaenle habe „erzkonservativen Kräften“ nachgegeben. Er habe die Richtlinien eigenmächtig ohne weitere Abstimmung mit parlamentarischen Gremien, Lehrerverbänden oder Experten für Sexualpädagogik verändert. Im Kultusministerium spricht man dagegen von einem breit angelegten „Dialogprozess“, bei dem alle Sichtweisen abgewogen worden seien.

Im Vergleich zum Jahr 2002 rücken die neuen Richtlinien außerdem zwei Punkte besonders in den Vordergrund: die Prävention gegen sexuelle Gewalt und den kritischen Umgang mit sexualisierten Medieninhalten. kna, sari

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