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Bildung
20.11.2015

Auf der Suche nach neuen Lehrern

Kultusminister Ludwig Spaenle braucht fast 1100 Lehrer.
Foto: Marcus Merk

Seit Monaten stehen täglich neue Flüchtlingskinder vor den Toren bayerischer Grund- und Mittelschulen. Der Kultusminister hofft unter anderem auf die Hilfe pensionierter Beamter.

Berufsschulleiter klagen, dass Klassen für junge Asylbewerber bis auf den letzten Platz ausgebucht sind, bevor der Unterricht überhaupt begonnen hat.

Jetzt soll sich das ändern. Die Schulen im Freistaat bekommen neue Lehrer – und zwar nicht erst im September 2016, sondern bereits zum 1. Januar. Nun könne man „rasch ein qualitätsvolles Angebot“ für junge Asylbewerber realisieren, sagte gestern Kultusminister Ludwig Spaenle (CSU) auf Anfrage unserer Zeitung. Dass es 1079 neue Lehrerstellen und 621 Stellen für Fachpersonal wie etwa Sozialarbeiter geben würde, steht schon seit Oktober fest. Sie alle sollen auf drei Jahre befristet eingestellt werden. Weil der Flüchtlingsstrom nicht abreißt, wollen Regierung und Opposition die Mittel nun früher freigeben. „Da waren wir uns einig“, sagte Thomas Gehring, bildungspolitischer Sprecher der Grünen im Landtag. Jetzt dürfe die Maßnahme nur nicht an Verwaltungsfragen scheitern.

Ludwig Unger, Sprecher im Kultusministerium, betonte, dass man neue Lehrer unbürokratisch einsetzen wolle. Aber wie will das Ministerium zusätzliche Lehrkräfte finden? Man sei noch dabei, das zu planen, sagte Unger. Alle Absolventen für Grund- und Mittelschule jedenfalls sind bereits eingestellt. Noch im Oktober aber standen 3300 Lehrer für Realschule und Gymnasium auf den Wartelisten. Eine „Umschulung“ jedoch war bisher erst nach zwei Jahren abgeschlossen. Das geht Unger zufolge künftig schneller. Erfahrene Lehrer, sagte der Ministeriumssprecher, sollten junge „an die Hand nehmen“, damit diese möglichst bald selbstständig arbeiten. Außerdem gebe es verstärkt Fortbildungen, um Kinder mit nichtdeutscher Muttersprache unterrichten zu können.

Doch bei weitem nicht alle Lehrer für Realschule und Gymnasium wollen an Volksschulen arbeiten. Deshalb versucht das Ministerium gerade noch, pensionierte Beamte, Teilzeitkräfte und Lehrer aus anderen Bundesländern zu akquirieren. Unger: „Ich bin zuversichtlich.“

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