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14.04.2011

Bischof-Mixa.de

In eigener Mission: Walter Mixa will wieder verstärkt präsent sein und sich für die Neuevangelisierung einsetzen.
Bild: Foto: dpa

Der zurückgetretene Augsburger Bischof Walter Mixa lässt eine Internetseite erstellen, die an seinem Geburtstag online geht. Damit meldet er sich in der Öffentlichkeit zurück

Augsburg Am Ostermontag wird der frühere Augsburger Bischof Walter Mixa 70. Seinen Geburtstag wird er voraussichtlich in einer Wallfahrtskirche mit geladenen Gästen begehen. Und er wird sich selbst ein Geschenk machen: Denn am 25. April soll sich seine eigene Internetseite mit Leben füllen. Auf www.bischof-mixa.de ist bereits jetzt auf rotem Hintergrund ein weißes „Bischof-Mixa-Logo“ zu sehen sowie eine E-Mail-Adresse und eine Telefonnummer für Presseanfragen. Mixa, der sich nach einer neuen Aufgabe sehnt, geht online – und meldet sich damit in der Öffentlichkeit zurück. Die vom Papst verordnete „Zeit des Schweigens“ ist beendet – zumindest aus Mixas Sicht.

Etwas mehr als ein Jahr nachdem bekannt wurde, dass Walter Mixa als Stadtpfarrer von Schrobenhausen Heimkinder geschlagen haben soll, hat der zurückgetretene Bischof eine Art Medienoffensive gestartet. Weil er sich über Berichte im Donaukurier geärgert hatte, suchte er den Kontakt zur Redaktion. Das Ergebnis: ein Interview, in dem er ausführlich seine Version der Geschehnisse schildert. Er habe nie Kinder verprügelt, eine Ohrfeige sei keine Prügelstrafe, er habe nie an einem Wirklichkeitsverlust gelitten und sei niemals ein Alkoholiker gewesen, sagt er.

Zu dem Termin begleitete ihn sein neuer „Medienberater“ Matthias Neller aus Bamberg. Der 40-Jährige, der mit seiner dialomedia GmbH Mixas Internetseite entwickelt und deren „administrativer Ansprechpartner“ ist, volontierte nach eigenen Angaben bei dem Lokalsender Radio Bamberg. Inzwischen ist er Geschäftsführer von dialomedia, einer Agentur für „Dialogmarketing und kreative Werbung“, und bietet im Internetauktionshaus Ebay unter anderem ein „Weihrauch-Set“ und den „Kühlschrankmagnet Marienerscheinung“ an. Sein Bruder stellte sich – erfolglos –2006 als Bamberger CSU-Oberbürgermeisterkandidat zur Wahl. Leute, die Neller kennen, beschreiben ihn als einen „quirligen Typen“.

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Matthias Neller und Walter Mixa haben im Januar über einen gemeinsamen Bekannten, einen von Mixa geweihten Priester, Bekanntschaft geschlossen. Seitdem treffen sie sich regelmäßig, um an der Internetseite zu arbeiten. Wie das finanziert wird, will Neller nicht sagen, es handle sich um „eine Privatinitiative Mixas“. Auch zu den Inhalten schweigt er. Nur so viel: „Es wird wenig Rückschau geben.“ Sowie: „Die meisten Bischöfe haben nicht erkannt, was sie im Internet für den Glauben erreichen können.“

Mixa hat wiederholt betont, dass ihm das Thema Neuevangelisierung wichtig ist. Er wolle sich dafür durch Vorträge oder Einkehrtage engagieren. „Dazu brauche ich natürlich auch das Vertrauen der Leute“, sagt er im Interview. Es soll das vorerst einzige bleiben, sagt Neller.

Zu Mixas zwischenzeitlichen Plänen, mit dem Inhaber einer Selbstverteidigungssportschule auf Vortragsreise zu gehen, will er sich nicht äußern. „Ich rate dem Bischof grundsätzlich von Sachen ab, die extrem sind“, sagt er, und dass man verhindern müsse, dass Mixa instrumentalisiert werde. Der Sportschul-Inhaber steht dem evangelikalen Missionswerk Karlsruhe nahe. Auch deshalb kritisierte der Augsburger Bischof Konrad Zdarsa Mixas Vorhaben im Januar: Die Mixa auferlegte Zeit des Schweigens sei noch nicht zu Ende, es handle sich um einen „beklagenswerten Fall“. Zu den neuen Plänen sagt er nichts – wie der Eichstätter Bischof Gregor Maria Hanke, in dessen Diözese Mixa lebt. Ein Sprecher verweist darauf, dass Mixa direkt dem Papst unterstellt sei. Ob Hanke über die Internetseite informiert wurde, wisse er nicht.

Wie es weitergeht? Demnächst mehr auf www.bischof-mixa.de.

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