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Bundestagswahl
02.10.2017

Schwabens CSU hat Gesprächsbedarf mit Seehofer

Horst Seehofer wird auf Wunsch des Bezirksvorstands zu einem Gespräch über das Wahlergebnis und dessen Konsequenzen eingeladen.
Foto: Christof Stache, afp (Archiv)

Parteichef Horst Seehofer soll sich dem Bezirksvorstand Schwaben stellen. Mitglieder sprechen von einer "Stimmung wie in der Oberpfalz".

Die schwäbische CSU hat nach den dramatischen Stimmenverlusten bei der Bundestagswahl dringenden Gesprächsbedarf. Der Europaabgeordnete und CSU-Bezirksvorsitzende Markus Ferber bestätigte am Sonntag auf Anfrage unserer Redaktion, dass eine Einladung an CSU-Chef Horst Seehofer auf dem Weg sei. Das sei der Wunsch des Bezirksvorstands, der sich am Freitag in Augsburg getroffen hatte, um das Wahlergebnis und die Konsequenzen zu besprechen. Es gehe darum, mit Seehofer „in interner Runde ein offenes Gespräch zu führen“. Auch Gespräche in kleineren Runden soll es geben.

Das Gerücht, Seehofer solle in den Gesprächen aufgefordert werden, auf eine Spitzenkandidatur bei der Landtagswahl im kommenden Jahr zu verzichten, wollte Ferber nicht bestätigen. „Es gab Stimmen für und gegen Seehofer“, sagte er. Teilnehmer der Sitzung, die nicht genannt werden wollten, hatten zuvor von einer „Stimmung wie in der Oberpfalz“ berichtet. Der dortige CSU-Bezirksvorstand hatte bereits vergangene Woche „einen geordneten Übergang“ an der Parteispitze gefordert.

Markus Ferber ist Bezirksvorsitzender der CSU Schwaben.
Foto: Jochen Aumann (Archiv)

CSU-Bezirkschef berichtet von Diskussion im Vorstand

Der schwäbische CSU-Bezirkschef berichtete, dass es im Vorstand „eine lange Aussprache mit 26 Wortmeldungen“ gegeben habe. Die Diskussion sei „sehr sachlich“ gewesen. „Das hat mich gefreut“, sagte Ferber. Einigkeit habe darüber bestanden, dass die Hauptursache für die Verluste in der Flüchtlingspolitik der Kanzlerin zu sehen sei. Es sei aber auch klar geworden, dass die CSU bei dieser Bundestagswahl ein „Mobilisierungsproblem“ hatte.

 

Die größten Stimmenverluste habe die Partei durch Abwanderung ins Lager der Nichtwähler verloren. An zweiter Stelle liege die FDP und erst an dritter Stelle die AfD. „Wir müssen da aufpassen“, sagte Ferber, „es reicht nicht, nur eine offene Flanke zu schließen, wenn man auch noch eine andere hat.“ Gleichzeitig mahnte er zur Besonnenheit. Die CSU könne zur Zeit „wenig richtig, aber viel falsch machen“.

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02.10.2017

Die Wähleranalyse entspricht meinem Empfinden. Viele, die ich kenne, haben diesmal nicht CSU gewählt, sondern FDP. Grund sie wollten Merkel, aber ohne Seehofer

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02.10.2017

Leider nicht richtig erkannt.

Die meisten wollen -wie Seehofer- die Merkel nicht mehr; dies hat er auch mutig öffentlich gezeigt. Leider wird Frau Merkel mitgewählt, wenn die CSU in Bayern gewählt wird. Seehofer wird zum "Schuldigen" abgestempelt und hält den Kopf hin, obwohl auch die CDU-Anhänger analog mit den CSU-Anhänger gewählt haben: "Less and without Merkel in the Future".

Die Landtagswahlen im Herbst 2018 wird die CSU wieder erstrahlen lassen. Horst Seehofer wird jedoch nicht mehr antreten. Möge ihm der Allmächtige Gesundheit und Kraft geben, er hat es verdient, denn er hat sich auch für Bayern verdient gemacht.

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02.10.2017

Ach wissen Sie Herr Kraus,

Ich glaube schon, dass ich meinen Bekanntenkreis gut kenne und die haben alle diesmal statt CSU FDP gewählt. Ich habe ja nicht behauptet, dass das eine repräsentative Umfrage gewesen wäre. ABER sie haben alle Frau Merkels Leistung in der Flüchtlingspolitik anerkannt, besonders ihr Verhalten 2015. Denn Sie hat die christlichen Werte hochgehalten im Gegensatz zu Pegida, CSU etc, da zwar davon reden aber genau das Gegenteil tun.

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03.10.2017

Die Landtagswahlen im Herbst 2018 wird die CSU wieder erstrahlen lassen.

Das ist längst nicht sicher. Es könnte sein, dass sich die Obergrenzen-Fetischisten bis dahin noch lächerlicher, als sie es ohnehin sind, gemacht haben. Und ein großes Zugpferd ist der "Heimat"-Minister auch nicht.

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03.10.2017

Dann haben die eben falsch gewählt ... . Erstens gibts CDU und CSU, also Merkel und Seehofer, nur im Doppepack. Daran wird sich nichts ändern. Die schwächen sich doch nicht selbst. Zweitens: wer Seehofer, die CSU, nicht will hätte GRÜN wählen müssen (die sind sich nämlich spinnefeind und haben aktuell vielleicht 20%-30% Schnittmenge). Summa summarum: nichts vestanden.

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