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Tarifverhandlungen

19.03.2009

Bus- und Bahnstreik noch stoppen?

Foto: Ruth Plössel

Im Tarifstreit des öffentlichen Nahverkehrs in Bayern haben Arbeitgeber und Gewerkschaft am Donnerstag versucht, unbefristete flächendeckende Streiks doch noch zu verhindern. In Augsburg stehen die Räder von Bus und Bahn trotzdem still.

München (dpa/lby) - Im Tarifstreit des öffentlichen Nahverkehrs in Bayern haben Arbeitgeber und Gewerkschaft am Donnerstag versucht, unbefristete flächendeckende Streiks doch noch zu verhindern. Spitzenvertreter beider Seiten loteten bei einem Treffen aus, ob es noch Möglichkeiten zur Einigung gibt, sagte ver.di-Verhandlungsführer Frank Riegler in München.

Über das Ergebnis solle die Öffentlichkeit jedoch erst am Freitag informiert werden, sagte ein ver.di-Sprecher am Abend auf dpa-Anfrage. Sollte eine Einigung möglich geworden sein, könnten die Verhandlungen am Samstag fortgesetzt werden. Die für Freitag und Samstag angekündigten Streiks in Augsburg fänden aber in jedem Fall statt.

Nach gescheiterten Tarifverhandlungen hatte sich die große Mehrheit der Gewerkschaftsmitglieder in einer Urabstimmung für Streiks entschieden. Am Freitag und am Samstag müssen sich deshalb zunächst die Fahrgäste in Augsburgs Bussen und Straßenbahnen rund um die Uhr auf erhebliche Behinderungen einstellen. Wie es dann in der kommenden Woche weitergeht, wollte die Gewerkschaft ebenfalls frühestens am Freitag bekanntgeben. Neben München und Nürnberg müssten zahlreiche weitere bayerische Städte mit Streiks rechnen, hieß es. Laut Riegler gibt es noch eine Möglichkeit, großangelegte Streiks zu verhindern, wenn sich Arbeitgeber und Gewerkschaft noch bis zum Wochenende einigen.

Bus- und Bahnstreik noch stoppen?

Ver.di hatte die Verhandlungen für die 6500 Beschäftigten in den kommunalen Nahverkehrsbetrieben für gescheitert erklärt. Die Bediensteten fordern für das laufende Jahr 9,5 Prozent mehr Lohn, mindestens aber 250 Euro. Der Kommunale Arbeitgeberverband bot von 1. April an eine auf zwei Jahre verteilte Erhöhung um insgesamt 6,95 Prozent, dazu eine Einmalzahlung von 120 Euro im Januar 2011 sowie eine Erhöhung der Schichtzulage von 130 auf 200 Euro an. Im Gegenzug verlangten die Arbeitgeber aber vom 1. Juli 2010 an eine Verlängerung der Wochenarbeitszeit um eine halbe Stunde auf 39 Stunden.

Riegler erläuterte, dass es drei "Knackpunkte" gebe, die einer Einigung im Weg stehen: Die von den Arbeitgebern geforderte lange Laufzeit des Tarifvertrages, das Fehlen einer sozialen Komponente für die unteren Einkommensgruppen und die von 2010 an verlangte Arbeitszeitverlängerung. "In allen drei Punkten werden sich die Arbeitgeber bewegen müssen, sonst wird eine Einigung sehr, sehr schwierig", sagte Riegler.

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