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Corona-Impfungen
09.03.2021

Ärzte wollen früher impfen, doch Bayerns Gesundheitsminister hält an Plan fest

Bis Dienstag gab es in Bayern 1.373.428 Impfungen.
Foto: Alexander Kaya

Bayerns Gesundheitsminister Klaus Holetschek will Hausärzte ab Anfang April in die Corona-Impfungen einbinden. Sein Ziel: 110.000 Impfungen pro Tag.

Die Ungeduld über die staatliche Impfstrategie wächst. Bayerns Hausärzte wollen möglichst schnell impfen dürfen. Gesundheitsminister Klaus Holetschek (CSU) verweist aber darauf, dass der Impfstoff noch knapp sei. Er hält an dem vereinbarten Plan fest, die Hausärzte ab Anfang April in das Impfsystem einzubinden. Dann sollten bald 110.000 Impfungen pro Tag möglich sein.

"Wir sind an einem gewissen Wendepunkt angekommen, an dem das staatliche Impfstoffmonopol nicht mehr weiter aufrechterhalten werden kann", sagte Gerald Quitterer, Präsident der Bayerischen Landesärztekammer, am Dienstag in München und forderte, Ärztinnen und Ärzte jetzt unkompliziert und unbürokratisch in die Impfungen gegen das Sars-CoV-2-Virus einzubinden. Er verweist darauf, dass sogar der Vorsitzende der Ständigen Impfkommission eingeräumt habe, "dass die Vorgaben der Bundesimpfverordnung, die grundsätzlich sinnvoll seien, großflächig durchbrochen würden". Deshalb sei es an der Zeit, das strenge Priorisierungsschema lediglich als "Handlungsempfehlung" für die Ärztinnen und Ärzte zu interpretieren.

Hausärzte dürfen erst ab nächstem Monat impfen

Ganz so schnell wie gewünscht wird es nach den Worten Holetscheks aber nicht gehen. Er freue sich, so der Minister nach der Sitzung des Kabinetts, dass die Ärzte mit im Boot sind. Die Staatsregierung wolle aber bei dem Zeitplan bleiben, den die Gesundheitsminister der Länder am Montag vereinbart hatten. Demnach werden die Hausärzte erst ab nächstem Monat impfen dürfen. "Das System rollt dann im April an", sagte Holetschek und bat schon mal vorsorglich um Geduld: "Es wird auch nicht am Anfang von der Impfstoffmenge her gleich möglich sein, alles so schnell zu bedienen."

Bayerns Hausärzte wollen möglichst schnell impfen dürfen. Gesundheitsminister Klaus Holetschek (CSU) verweist aber darauf, dass der Impfstoff noch knapp sei.
Foto: Sven Hoppe, dpa

Die 100 bayerischen Impfzentren soll es weiterhin geben. Dort wird, weil der Impfstoff knapp ist, aktuell deutlich weniger geimpft, als von der Kapazität her möglich wäre. Vergangene Woche gab es laut Ministerium pro Tag im Schnitt 36400 Impfungen, maximal möglich wären 49.000. Das Tempo sei jedoch bereits erhöht worden. Bayern liegt bei den Impfungen laut einer Übersicht des Bundes an fünfter Stelle im Bundesländer-Vergleich. Nach Holetscheks Worten hatte es bis Dienstag 1.373.428 Impfungen in Bayern gegeben.

81 Prozent der Pflegeheimbewohner sind geimpft

In den kommenden Wochen werden wesentlich mehr Impfstofflieferungen erwartet. Nach Bayern sollen in den fünf Wochen von Anfang März bis Anfang April 1,67 Millionen Impfdosen geliefert werden. Das wären innerhalb eines Monats mehr als seit Beginn der Impfkampagne Ende Dezember. Dass die Impfungen wirken, lässt sich an den Infektionszahlen in den Alten- und Pflegeheimen ablesen. Mittlerweile sind nach Holetscheks Worten 81 Prozent der Bewohner und 57 Prozent des Personals geimpft. "Das Ausbruchsgeschehen hat sich Gott sei Dank dramatisch verringert", sagte Holetschek. (mit dpa)

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