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Kirche

16.03.2020

Corona-Krise: Warum Gläubige jetzt in WhatsApp-Gruppen beten

Wegen der Corona-Pandemie werden Gottesdienste abgesagt - ein Bild wie das aus der Basilika St. Lorenz Kempten gehört damit erst einmal der Vergangenheit an. Zumindest vorläufig.
Bild: Ralf Lienert

Plus Auch das Bistum Augsburg sagt alle Gottesdienste ab. Betroffen davon sind Taufen und Erstkommunionfeiern. Wie Gläubige jetzt die sozialen Medien zum Beten nutzen.

Das Bistum Augsburg hat am Montag wegen der Corona-Pandemie mit sofortiger Wirkung die Feier aller öffentlichen Gottesdienste „an allen Orten auf seinem Gebiet“ eingestellt. Diese Regelung gelte vorerst bis Freitag, 3. April. Betroffen davon sind Taufen und Trauungen; in diesem und im nächsten Monat wird es zudem keine Firmungen geben; Erstkommunionfeiern am 19. und 26. April sollen „bereits jetzt abgesagt werden“, hieß es.

Augsburgs künftiger Bischof wendet sich an Gläubige und seine eigene Institution

Der ernannte Augsburger Bischof Bertram Meier wandte sich am Montag zudem mit einem Schreiben – einem „Wort der Ermutigung“ – an die Gläubigen. In dieser Krise gehe es nun darum, „alles zu tun und auf noch mehr zu verzichten, um unsere Mitmenschen nicht zu gefährden“. Meier, dessen Bischofsweihe am Freitag bis auf Weiteres verschoben worden war, regte an, in den kommenden Wochen und Monaten wieder mehr in der Bibel zu lesen.

Und er appellierte an seine eigene Institution, an Priester und Diakone: „Die Kirche darf nicht fliehen. Wir müssen bei den Menschen sein und bleiben“. Die Corona-Krise könne auch eine Chance sein, „als Kirche(n) mehr zusammenzurücken“. Der 27. März, schlug Meier vor, solle in der ganzen Diözese mit ihren fast 1,3 Millionen Katholiken als Fasten- und Gebetstag begangen werden.

Auch der evangelische Regionalbischof Axel Piper empfahl allen Kirchengemeinden im Kirchenkreis Augsburg und Schwaben „dringend“, auf alle Gottesdienste zu verzichten. Das gelte überdies für Konfirmationen, Trauungen und Taufen. Ausgenommen sind in beiden großen Kirchen Beerdigungen.

Kirchen übertragen Gottesdienste in TV, Radio oder Facebook

Angesichts der massiven Einschränkung des kirchlichen Alltags, hat das Bistum Augsburg Gläubige auf Gottesdienstübertragungen in Fernsehen, Radio und Internet hingewiesen – etwa die aus dem Kölner Dom auf domradio.de. Für die „kommenden Wochen“ sei geplant, auch im Bistum Augsburg Gottesdienste live zu übertragen. Bereits jetzt gibt es Pfarreien, die ausgewählte Gottesdienste live streamen, darunter die Pfarreiengemeinschaft Dinkelscherben auf ihrer Internetseite und die Pfarrei St. Michael in Mering auf ihrer Facebook-Seite.

Am Sonntag schon startete eine Themenwoche unter dem Motto „Christlich beten angesichts der Corona-Krise“ des Gebetsnetzwerks „Einfach gemeinsam beten“. Dabei werden Gebetsimpulse in WhatsApp-Gruppen geschickt. Nutzer können sich von ihnen zu eigenen Gebeten anregen lassen. Das Netzwerk, das der katholische Jugendpfarrer Daniel Rietzler aus Weißenhorn im Kreis Neu-Ulm Anfang 2017 mitbegründete, hatte zuletzt etwa 3400 Nutzer.

Beten in WhatsApp-Gruppen: Nachfrage steigt in Krisenzeiten

Die Nachfrage habe sich in den vergangenen Tagen verstärkt, sagt er. „In Krisenzeiten kann der christliche Glaube helfen, auch weil er Zuversicht verbreitet.“ Rietzler wünscht sich eine „Infektion des Guten“. Zum Start kam der Gebetsimpuls von dem bekannten Benediktinerpater Anselm Grün aus der Abtei Münsterschwarzach bei Würzburg. Rietzler hatte ihn kontaktiert, nachdem er vor etwas mehr als einer Woche einen Facebook-Beitrag Grüns mit Gedanken zum Coronavirus gelesen hatte.

Grün schickte Rietzler daraufhin kurz entschlossen eine Audio-Datei, die nun via WhatsApp verbreitet wurde. Darin sagt der Mönch: „Die Sorge für die Kranken ist auch eine spirituelle Herausforderung dieser Corona-Krise. Wir schützen uns, damit wir andere schützen.“

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