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Corona-Shutdown
26.03.2020

Alltag mit Corona: Acht Tipps fürs Einkaufen, Kochen und Essen

Ob mit Kindern oder in der Homeoffice-Pause. Mittags muss es oft schnell gehen. Wir haben Küchentipps.
Foto: Bodo Marks, dpa (Symbol)

Vorratshaltung ist wieder angesagt. Doch was tun, wenn sich Nudeln und Toastbrot stapeln? Wir haben Experten befragt und sie auch um schnelle, einfache Rezepte gebeten.

Und plötzlich türmt sich alles. Nudeln, Reis, Kartoffeln, Eier. War der Vorratseinkauf wirklich überlegt? Vorbei. Jetzt gilt es, die vielen Lebensmittel richtig zu lagern und sie zu verbrauchen. Schwäbische Hausfrauen und passionierte Hobbyköche wissen sich dieser Tage stets zu helfen. Restaurantliebhaber und Kochmuffel allerdings stehen nicht selten vor unabsehbaren Herausforderungen. Für sie haben wir ein paar Tipps:

Tipp 1: Lieber Eissalat als Tüte

Dass Hamstern nicht das Gebot der Stunde ist, eine vernünftige Vorratshaltung aber schon, hat sich hoffentlich herumgesprochen. Was gilt es aber schon beim Einkauf zu beachten? Daniela Krehl ist Ernährungsberaterin bei der Verbraucherzentrale Bayern. Sie rät vor allem bei rohem Hackfleisch, Geflügel und frischem Fisch zur Vorsicht. Diese Produkte werden alle mit einem Verbrauchsdatum und Lagerhinweis verkauft – „und bei Lebensmitteln mit Verbrauchsdatum soll man sich wirklich dran halten“, betont die Expertin. „Denn bei diesen Produkten reichen unsere Sinne – Sehen, Riechen, Schmecken – nicht aus, um die Verderblichkeit zu beurteilen.“

Abgepackter, geschnittener Salat sollte ganz schnell zubereitet werden. Nicht ohne Grund wird er mit einem Verbrauchsdatum verkauft.
Foto: Robert Günther, dpa

Auch geschnittener Salat in der Tüte wird mit einem Verbrauchsdatum verkauft. „Er ist – wie alles Gemüse mit Bodenkontakt – oft mit Escherichia-coli-Bakterien besiedelt. Und weil Salatschnipsel besonders viel Oberfläche bieten und oft feucht sind, vermehren sich die Bakterien dort besonders gut.“ Krehl rät statt vorgeschnittenem Salat zu Eissalat. „Er sieht nicht nur robust aus, er hält sich auch wirklich eine Woche oder sogar länger im Kühlschrank.“

Aus Eiern lässt sich viel Leckeres zubereiten. Allerdings sollte man sie richtig im Kühlschrank lagern.
Foto: Karl-Josef Hildenbrand

Eier können nach Angaben der Verbraucherzentrale mit bakteriellen Krankheitserregern wie Campylobacter oder Salmonellen behaftet sein. Um zu verhindern, dass sich die Bakterien vermehren, sind rohe Eier im Kühlschrank zu lagern. Sie sollten dort möglichst getrennt von anderen Lebensmitteln sein, also im Karton oder im Eierfach. Gefärbte, gekochte Ostereier sind bei Zimmertemperatur etwa zwei Wochen, im Kühlschrank mindestens vier Wochen haltbar. „Fertig gekaufte bunte Eier halten sich meist länger, weil sie zusätzlich mit einem Lack auf der Farbe geschützt sind.“

Tipp 2: Vorsicht vor gekochtem Reis

Viele Menschen kochen jetzt auch vor. Da eignen sich Gerichte mit Nudeln, Kartoffeln oder Reis. Doch Vorsicht: „Gekochter Reis ist als Beilage heikler als Nudeln oder Kartoffeln, wenn er nicht gekühlt wird“, warnt Ernährungswissenschaftlerin Krehl. „Im Reis überleben Bakteriensporen das Kochen und wachsen bei Zimmertemperatur dann schnell wieder zu Bakterien heran.“ Krehl rät dazu, alten Reis wieder aufzukochen, das töte die Bakterien ab.

Tipp 3: Saisonal ist super

Wer am liebsten frisch isst, sollte seine Lebensmittel am besten saisonal – noch besser regional – einkaufen. Momentan gibt es im Herbst geerntete Äpfel aus Bayern, erklärt Andrea Fuß, Geschäftsführerin der Landfrauengruppe im Bayerischen Bauernverband. „Ab Ende Mai kommen dann die ersten Erdbeeren auf den Markt und dann Johannisbeeren und Kirschen.“ Wer gerne Rhabarber mag, darf sich freuen, weil dieser bereits in zwei Wochen zur Verfügung stehen dürfte. Beim Gemüse sieht es noch besser aus, weil es einige Sorten gibt, die auch mit Frost gut umgehen können, etwa Lauch oder Feldsalat. Auch mit gelagertem bayerischen Gemüse, dem typischen Wintergemüse, lassen sich schmackhafte Gerichte zubereiten, zum Beispiel Gelbe Rüben, Wirsing, Weiß- und Rotkraut, Sellerie, Pastinake oder Rote Rüben. Ab April startet die bayerische Spargelsaison und ab Mitte bis Ende April kommen die ersten Angebote aus dem Treibhaus auf den Markt: Radieschen, Blattsalate und Tomaten.

Tipp 4: So töten Sie Viren ab

Einfrieren oder kochen? Wenn auf frischem Gemüse Coronaviren sitzen können, ist es dann besser, es zu erhitzen oder einzufrieren, um die Viren abzutöten? „Viren werden durch Hitze abgetötet, durch Kälte nur bedingt“, erklärt Krehl. Einfrieren ist also keine sichere Methode, Viren zu zerstören. Allerdings ist es laut Bundesinstitut für Risikobewertung äußerst unwahrscheinlich, dass Lebensmittel einen nennenswerten Übertragungsweg darstellen.

Tipp 5: Kreative Rezeptideen für Nudeln und Brot

So mancher hat in der ersten Panik vielleicht doch zu viele Packungen des einen oder anderen haltbaren Produkts erstanden. Nun machen Nudeln zweifelsohne glücklich und Toastbrot, lecker belegt, ist eine feine Sache – was aber, wenn es doch einfach zu viel ist? Wir haben Heidrun Durnberger nach Rezepten gefragt. Sie ist Mitglied im Netzwerk Haushalt und unterrichtet Ernährung und Gesundheit. Ihr Tipp für Nudelberge: eine schnell und einfach zuzubereitende vegetarische Nudelpfanne.

Nudeln machen glücklich! Also gibt es jetzt einfach Nudelpfanne, Nudelauflauf...
Foto: Martin Schutt

Folgende Zutaten sind für das Rezept für vier Personen wichtig: 500 Gramm Nudeln, zwei bis drei Tomaten, eine Zwiebel, je eine halbe rote und grüne Paprikaschote, 200 Gramm Mozzarella, etwa vier Esslöffel Öl, drei Eier, eine Prise Salz, Gewürze, frische Kräuter, falls vorhanden. Und so funktioniert’s: Die Nudeln der Packungsanleitung gemäß kochen. Die Tomaten waschen und in kleine Würfel schneiden. Die Zwiebel schälen und würfeln. Paprika waschen, von Stiel und Kernen befreien und zuerst in Streifen, dann in Würfel schneiden. Den Mozzarella abtropfen lassen und ebenfalls würfeln. Dann das Öl in der Pfanne erhitzen und zuerst die Zwiebelwürfel mit den Tomatenstückchen anbraten. Danach die Paprika und die gekochten Nudeln dazugeben. Eier verquirlen, über die Nudelmasse gießen und bei schwacher Hitze stocken lassen. Noch würzen – gerne mit frischen Kräutern – fertig!

Manchmal ist es zu viel Toastbrot. Wir empfehlen dann einfach mal das leichte Rezept "Arme Ritter" auszuprobieren. Für dieses Rezept braucht man jede Menge Toastbrotscheiben...
Foto: Hans-Jürgen Wiedl, dpa

Wer gedacht hat, ein paar Packungen Toastbrot mehr sind eine tolle Idee, sich aber schon abgegessen hat, kann es mal mit einem einfachen Rezept probieren, das auch Kindern oft schmeckt: „Arme Ritter“. Folgende Zutaten sind nötig: 20 Scheiben Toastbrot, drei Eier, zwei Esslöffel Zucker, 500 Milliliter Milch, etwa 200 Gramm Semmelbrösel und Butterschmalz zum Braten und Puderzucker zum Drüberstreuen. Und so funktioniert es: Die Eier trennen, den Zucker mit dem Eigelb und der Milch verrühren, in eine flache Schüssel gießen und die Toastscheiben darin einweichen. Das Eiweiß unterdessen verquirlen, die abgetropften Brotscheiben in dem Eiweiß und danach in den Semmelbröseln wenden. In einer Pfanne Butterschmalz erhitzen, die Toastscheiben darin ausbacken und mit Puderzucker bestreuen.

Tipp 6: Schnell was Schwäbisches kochen

Für manche muss es auch mal herzhaft und mit Fleisch sein. Und schnell gehen. Schließlich arbeiten viele im Homeoffice und haben nicht viel Zeit. Für solche Situationen empfiehlt die Augsburgerin Heidrun Durnberger Fleischküchle mit Kartoffelbrei. Und so gelingt es: Eine halbe Semmel in einer kleinen Schüssel in etwas Wasser einweichen, eine halbe Zwiebel würfeln; 250 Gramm Hackfleisch in eine Schüssel geben, die Semmel ausdrücken und zum Fleisch geben, die Zwiebelwürfel und ein Ei dazugeben; alles gut vermengen und mit Salz sowie Pfeffer würzen; eventuell mit etwas Semmelbrösel andicken; dann aus der Masse kleine Küchle formen, in einer Pfanne Öl erhitzen und die Küchle herausbacken. Für das Kartoffelpüree werden 250 Gramm Kartoffeln geschält und gekocht. Anschließend lässt man sie etwas abkühlen. Dann mit der Kartoffelpresse durchdrücken und etwa 75 Milliliter warme Milch nach und nach dazu geben sowie einen Esslöffel geschmolzene Butter. Alles mit Salz, Pfeffer, Muskat abschmecken.

Tipp 7: Ein bisschen zaubern

Haben Sie schon die Nase voll von Fertiggerichten und fragen Sie sich, ob Fertigpizzen und Dosenravioli wirklich eine gute Wahl waren? Nur die Ruhe! Einen Frischekick kann man mit zusätzlichem Gemüse immer erreichen, betont Ernährungsexpertin Krehl. Schnell küchenfertig sind etwa Zucchini, Paprika oder Aubergine. „Auch mit frischen Kräutern kann man ein Gericht ernährungsphysiologisch aufwerten.“ Ein frischer Salat und Rohkost mit Dips ergänzen ein Fertiggericht wie Pizza gut. Oder man bringt den Frischekick als Dessert – ein Obstsalat schmeckt doch immer ...

Tipp 8: Jetzt bitte einen Kuchen!

Der Kaffeeklatsch muss leider ausfallen. Was spricht aber dagegen, mal einen schnellen Kuchen zu backen? Wir haben ein Rezept mit einem Gemüse gewählt, das viele jetzt vielleicht vorrätig haben: Karotten! Und so gelingt der Rüblikuchen, verspricht Heidrun Durnberger: 300 Gramm Gelbe Rüben schälen und fein raspeln; vier Eier trennen, das Eiweiß mit einer kleinen Prise Salz in einer Küchenmaschine oder mit dem Rührgerät zu einem steifen Schnee schlagen und kühl stellen. 200 Gramm Zucker und die Eigelb miteinander cremig schlagen; 200 Gramm gemahlene Mandeln und 150 Gramm Mehl miteinander mischen und unter die Eigelbmasse heben, nach und nach die Gelben Rüben dazugeben. Einen Teelöffel Backpulver in die Masse einrieseln lassen und nun den Eischnee am besten mit einem Teigschaber vorsichtig unterheben. Den Teig in eine gefettete Springform füllen und bei 180 Grad etwa 45 Minuten lang backen; dann auskühlen lassen und mit Puderzucker – und wer möchte noch mit Marzipanmöhrchen – verzieren. Lassen Sie es sich schmecken!

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