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München

21.09.2018

Das Oktoberfest beginnt: Das sollten Sie vor Ihrem Besuch wissen

Das Oktoberfest 2018 beginnt am Samstag, 22. September mit dem Anstich im Schottenhamel.
Bild: Tobias Hase, dpa (Archiv)

Wie komme ich hin und wieder heim? Wie viel kostet das Bier? Wie groß darf meine Tasche sein? Was Sie zum Beginn des Münchner Oktoberfests wissen sollten.

Ab Samstag befindet sich München wieder im Ausnahmezustand, wenn Oberbürgermeister Dieter Reiter um 12 Uhr das erste Fass Bier im Schottenhamel-Zelt anzapft. Dann steigt die Wiesn zum 185. Mal. Das sollten Sie wissen, damit Ihr Volksfest-Besuch gelingt.

Bierpreis, Höhepunkte, Anfahrt: Die Infos zum Oktoberfest 2018

Getränkepreise: Der Preis für die Maß Bier knackt in diesem Jahr die elf Euro-Marke. Am meisten zahlen Besucher mit 11,50 Euro in der Käfer Wies’n Schänke und in den Festzelten Löwenbräu, Paulaner, Marstall und Poschner. Die günstigste Maß verkauft das Wirtshaus im Schichtl: 10,70 Euro. Limonaden kosten im Schnitt 9,27 Euro, Spezi 9,80 Euro und Wasser 8,72 Euro.

Fahrgeschäfte: Actionfans steigen ins neue Chaos-Pendel: In 42 Metern Höhe werden zwei Gondeln mit je acht Fahrgästen herumgewirbelt. Sie drehen sich wie Propeller und erreichen bis zu 80 Stundenkilometer. Ebenfalls neu ist der Predator, benannt nach dem US-amerikanischen Science-Fiction-Film. An zwei hochfahrenden Masten sind Gondeln montiert, die sich drehen und überschlagen. Wer lieber am Boden bleibt, geht ins Dschungelcamp: Dort gibt es Hindernisse, Prüfungen und einen Orang-Utan, der Wasser durch die Zähne spritzt. Nach zwei Jahren Pause ist der Hoffotograph zurück: Zylinder auf den Kopf, Schirm in die Hand, rein ins Kostüm. So entstehen nostalgische Sepia-Aufnahmen.

Hinweis: Zu einer größeren Ansicht der Wiesn-Karte gelangen Sie hier.

Höhepunkte: Am Samstag, 22. September, ziehen ab 10.45 Uhr circa eine Stunde lang die Wiesn-Wirte und Brauereien ein. Start ist in der Sonnenstraße. Am Sonntag folgt ab 10 Uhr der Trachten- und Schützenzug von der Maximilianstraße zur Oktoberfestwiese, angeführt vom Münchner Kindl. Der Oktoberfestgottesdienst findet am 26. September um 10 Uhr im Marstall-Zelt statt. Kult ist das Konzert der Oktoberfestkapellen am zweiten Wiesn-Sonntag mit etwa 300 Musikern zu Füßen der Bavaria ab 11 Uhr. Auf den Stufen zur Bavaria wird es auch am 2. Oktober laut: Ab 12 Uhr schießen Böllerschützen ihren alljährlichen Salut.

Andrang: Der größte Trubel herrscht an den Samstagen, vor allem nachmittags und abends. Auch die Freitagabende und der Dienstagabend vor dem Tag der Deutschen Einheit sind sehr gut besucht. Wer es ruhiger mag und auch mal ohne Reservierung einen Platz im Zelt ergattern will, geht unter der Woche vormittags. Bis 15 Uhr ist es ruhig auf der Wiesn. Das sagt das Oktoberfest-Barometer voraus. In der Oktoberfestapp wird stets live über den Andrang informiert.

Familien: Jeden Wiesn-Dienstag ist bis 19 Uhr Familientag mit ermäßigten Fahr-, Eintritts- und Imbisspreisen. Am Familien-Platzl in der Straße 3 gibt es kindgerechte Fahrgeschäfte, Biergarten und Wickeltisch sowie eine Mikrowelle und Kinderwagengarage. Einen Wickel- und Stillraum gibt es außerdem im Servicezentrum. An den Samstagen und am 3. Oktober muss der Kinderwagen zu Hause bleiben. An den übrigen Wiesntagen gilt das Kinderwagenverbot ab 18 Uhr. Kinder unter sechs Jahren dürfen nach 20 Uhr nicht mehr ins Zelt, auch nicht mit Eltern. Nach 20 Uhr ohne Eltern flanieren ist ab 16 Jahren erlaubt.

Menschen mit Behinderung: Am Südteil der Theresienwiese, Einfahrt Hans-Fischer-Straße, gibt es Behindertenparkplätze. Rollstuhlgeeignet sind alle U-Bahnstationen sowie der S-Bahnhof Hackerbrücke. Auf der Webseite MVG Zoom sieht man in Echtzeit, ob die Rolltreppen und Aufzüge der Haltestellen funktionieren. Alle Zelte haben geeignete Plätze, die unter der Woche bis 17 Uhr sowie am Wochenende bis 14 Uhr ohne Reservierung freigehalten werden. Die meisten Attraktionen sind für Menschen mit Handicap geeignet. Das Riesenrad zum Beispiel hat Gondeln für Rollstuhlfahrer. Es gibt behindertengerechte Toiletten.

Oide Wiesn: Seit 2010 gibt es das nostalgische Fest zu Füßen der Bavaria. Auf die Besucher warten täglich von 10 bis 23 Uhr Volksmusik, Brauchtum und nostalgische Fahrgeschäfte, die für einen Euro ausprobiert werden können. Der Eintritt kostet drei Euro. Premiere im Museumszelt feiert ein nostalgischer Verkaufswagen von 1954 mit gebrannten Mandeln, Zuckerwatte und Bonbons, die mit historischem Gerät und nach alten Rezepten gefertigt werden. Nach zwei Jahren Pause kehrt außerdem das humoristische Velodrom mit seinen verrückten Scherzfahrrädern zurück ins Museumszelt. Bewährt hat sich im vergangenen Jahr das Volkssängerzelt „Zur Schönheitskönigin“.

Öffnungszeiten: Die Wiesn findet heuer von 22. September bis 7. Oktober statt. Bier wird in den Zelten von 10 bis 22.30 Uhr ausgeschenkt, am Wochenende und am Feiertag ab 9 Uhr. Die Fahrgeschäfte haben in der Regel von 10 bis 23.30 Uhr, freitags und samstags bis 24 Uhr geöffnet. Die Verkaufsstände öffnen am Wochenende schon um 9 Uhr.

Weiterfeiern: Praktisch ist der Wiesnclub in der Alten Kongresshalle: Er liegt direkt hinter der Bavaria. After-Wiesngaudi gibt es auch im Löwenbräukeller am Stiglmaierplatz. Das P1 ist während der Wiesn dank des großen Außenbereichs beliebt. In der 089-Bar und in der Diskothek Neuraum wird ebenfalls 16 Tage durchgefeiert. Ein Tipp gilt für fast alle Lokale: Wiesn rechtzeitig verlassen, sonst kommt man vielleicht nicht mehr rein.

Sicherheit: Erlaubt sind nur Taschen und Rucksäcke, die nicht größer sind als 20 x 15 x 10 Zentimeter. Das ist kleiner als ein DIN A4-Blatt. Es wird Kontrollen geben. Das Gelände wird videoüberwacht, ebenso viele S-Bahnen und Züge. Im Servicezentrum findet sich eine Polizeiwache. Es werden zudem Beamte mit herausragenden Gesichtswiedererkennungsfähigkeiten und Body-Cams im Einsatz sein.

Anfahrt: Parkplätze gibt es an der Theresienwiese nicht. Wer mit dem Auto kommt, sollte im Umland parken und die S-Bahn nehmen. Hauptbahnhof und Hackerbrücke werden von allen S-Bahnlinien der Stammstrecke angefahren. Von dort geht man etwa zehn Minuten zur Wiesn, genauso lange wie von den U-Bahnstationen Schwanthalerhöhe, Sendlinger Tor, Goetheplatz und Poccistraße. Die überlastete Haltestelle Theresienwiese ist vor allem am Wochenende zu meiden. Die U-Bahnen sind bis circa 1 Uhr im 10 Minutentakt unterwegs, am Wochenende bis etwa 2 Uhr. Die S-Bahnen fahren im 20 Minutentakt bis nach Mitternacht. Zwischen München und Ulm über Augsburg sowie München und Kempten fahren Sonderzüge. Der letzte Zug geht kurz nach Mitternacht.

In unserem Podcast "Bayern-Versteher" diskutiert ein Wiesn-Liebhaber mit einem, den es so gar nicht mehr dorthin zieht.

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