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Coronavirus

05.05.2020

Das ändert sich an den Corona-Beschränkungen in Bayern

Das bayerische Kabinett um Ministerpräsident Markus Söder (CSU) hat Lockerungen von Beschränkungen in der Corona-Krise angekündigt. Unter anderem dürfen Gastronomen ab dem 18. beziehungsweise dem 25. Mai wieder öffnen.
Bild: Sven Hoppe, dpa

Ministerpräsident Markus Söder kündigt neue Regeln im Kampf gegen das Coronavirus an. Kitas und Schulen öffnen schrittweise, Gastronomen dürfen aufatmen.

Nach wochenlangen coronabedingten Schließungen, Einschränkungen und Beschränkungen hat das bayerische Kabinett sich auf einen "Bayernplan" bis Pfingsten geeinigt, der verschiedene Bereiche von Familie über Schule und Kitas bis hin zu Gastronomie betrifft. Ein Überblick über die neuen Regelungen.

Familie und Kontaktbeschränkungen

Ab dem 6. Mai gilt keine Ausgangsbeschränkung mehr in Bayern, sondern nur noch eine Kontaktbeschränkung. Es bleibt bei 1,5 Metern Mindestabstand und dem Distanzgebot, außerdem soll es grundsätzlich nur eine Kontaktperson außerhalb des eigenen Haushalts geben. Ausgenommen sind nun aber Kinder, Geschwister, Eltern und Großeltern. Sie zu treffen, ist zu Hause und im öffentlichen Raum erlaubt.

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Ab dem 9. Mai sind Besuche in Altenpflegeheimen, Behinderteneinrichtungen und Krankenhäusern für je einen Familienangehörigen oder eine sonstige Kontaktperson wieder erlaubt, allerdings nur mit Abstand und Maske sowie zu vorgegebenen Besuchszeiten. Wenn es geht, sollen Besuche im Freien stattfinden. Spezielle Schutzkonzepte sollen das Ansteckungsrisiko minimieren.

Schulen und Kitas

Rund 50 Prozent der Kita-Kinder sollen die Einrichtungen bis Pfingsten wieder besuchen können, alle anderen sollen danach folgen. Am 11. Mai öffnen die Kitas vor allem für Kinder mit Eingliederungsbedarf sowie diejenigen, deren Eltern beruflich besonders belastet sind, sogenannte Härtefälle. Tagesmütter dürfen zudem wieder Gruppen bis zu fünf Kindern betreuen. Private Spielgruppen von maximal drei Familien sind ebenfalls wieder gestattet. Am 25. Mai folgen dann Vorschulkinder und Waldkindergärten. Kranke Kinder sollen dringend zuhause bleiben, die Bring- und Abholzeiten werden gestaffelt. Kinder müssen keine Masken tragen, Erzieher in bestimmten planbaren Situationen, wie etwa beim Wickeln, schon.

Bis Pfingsten sollen auch 50 Prozent der Schüler wieder ihre Schule besuchen können, zunächst betrifft das Vorabschlussklassen sowie alle Viertklässler ab dem 11. Mai. Am 18. Mai sind Erstklässler dran, genauso wie Fünftklässler an Mittelschulen und Fünft- und Sechstklässler an Realschulen und Gymnasien. Alle Schüler werden nach dem Plan der Staatsregierung noch in diesem Schuljahr in die Schule zurückkehren. Angedacht ist zunächst ein Blockunterricht mit einer Länge von einer Woche.

Kein Schüler muss wegen Corona sitzen bleiben, betont Ministerpräsident Markus Söder. Im Unterricht gilt keine Maskenpflicht. Wenn sich die Kinder und Jugendlichen in der Schule bewegen, sollen sie dagegen Masken tragen. Die Ferienzeiten in Bayern bleiben bestehen, es gibt aber Notbetreuung und Möglichkeiten zum freiwilligen Lernen. Die positiven Ansätze aus dem Lernen von daheim aus möchte Söder auch in Zukunft beibehalten. Die Präsenzpflicht für Schüler und Lehrer wird bis Pfingsten bei einem erhöhten Risiko gelockert.

Lesen Sie dazu auch: So wollen die Familienminister zur Kita-Normalität zurückkehren

Gastronomie und Tourismus

Am 18. Mai darf die Außengastronomie, unter anderem Biergärten, unter Auflagen wieder öffnen. Am 25. Mai folgen dann Speiselokale. Von einer generellen Maskenpflicht für Gäste sieht der Freistaat ab, sie sollen allerdings bei Toilettengängen eine Maske tragen. Nur jeder zweite Tisch darf vergeben werden. Kellner und Küchenmitarbeiter müssen Masken aufsetzen.

Die Außengastronomie muss um 20 Uhr schließen, Speiselokale um spätestens 22 Uhr. Am 30. Mai nehmen Hotels, Ferienwohnungen und Campingplätze den Betrieb wieder auf.

Mehr zum Thema: Bayerns Gastgewerbe: "Wir sind lebensrelevant"

Wirtschaft

Ab dem 11. Mai gilt die Beschränkung von Verkaufsflächen auf 800 Quadratmeter nicht mehr. Es bleibt jedoch bei mindestens 20 Quadratmetern Platz pro Kunde.

In Kaufhäusern ist dieser Wert nach Bedarf auf 30 Quadratmeter erhöhbar. Nagelstudios und Kosmetiker können auch wieder arbeiten.

Lesen Sie dazu auch: Kommen die Kunden nach der Corona-Pause überhaupt wieder in die Läden?

Museen, Spielplätze & Co.

Spielplätze in Bayern sind ab dem 6. Mai wieder geöffnet. Museen, Zoos, Bibliotheken, Ausstellungen und weitere Freizeiteinrichtungen folgen am 11. Mai. Auch Fahr- und Musikschulen dürfen dann unter strengen Auflagen wieder betrieben werden. Eine Entscheidung über die Wiedereröffnung von Theatern steht dagegen noch aus.

Kontaktfreier Individualsport mit Abstand, darunter Tennis, Golf oder Reiten, ist ab 11. Mai zugelassen. Für andere Sportarten sollen Konzepte folgen.

Mehr zum Thema: Spielplätze und Museen werden geöffnet: Ein Zwischenschritt im Corona-Kampf

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Die Diskussion ist geschlossen.

06.05.2020

Es wird sich in naher Zukunft zeigen und herausstellen, was alle "Vorsichtsmaßnahmen" für Schäden angerichtet haben, denn die verheerende ökonomische Welle kommt erst noch, wenn man die Insolvenzen und Arbeitslosen bekannt gibt. Nur anhand von völlig ungesicherten Statistiken zu agieren und zu regieren ist äußerst schwach. Es wäre in solchen Situationen mehr als angebracht, sowohl pro und contra zu hören und nicht nur die ewig gleichen, gebetsmühlenartigen Statements von sogenannten Etablierten. Von Anfang an gab es gut nachvollziehbare Gegenargumente und Aussagen zum Thema. Doch ständig wurde nur Angst und Schrecken verbreitet. Vielleicht war es eine Generalprobe, wie weit man das Volk einschüchtern darf und kann?
Viel interessanter wäre bei all der Debatte den Ursprung der ganzen Geschichte zu erfahren, als ständig mit neuen Horrormeldungen aufzuwarten. So gesehen wird die nächste zu erwartende Grippewelle wieder genauso hochgespielt - hoffentlich nicht!
Australien, als einziges Land, fordert eine lückenlose Aufklärung von neutralen Experten, doch China blockt vehement ab und droht sogar massiv zurück! Was das heißt kann sich jeder selbst zusammen reimen.

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06.05.2020

Was würde es Ihnen denn bringen wenn Sie zweifelsfrei (wird wohl nie der Fall sein) wüssten wo exakt der Ursprung ist? Mir zumindest nichts. Noch ein Wort zu den Lockerungen (ich suche noch nach der Verkleinerungsform von Lockerungen). Leben wird in der Hotellerie, in der Gastwirtschaft und einigen (oder vielen anderen) Bereichen wohl kaum jemand davon können. Mit viel Glück können vermutlich die laufenden Betriebskosten gedeckt werden.

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05.05.2020

Im Interesse unserer Grundrechte, der psychischen Gesundheit und der Prävention von häuslicher Gewalt begrüße ich die Lockerungen sehr. Es ist wichtig, dass Befürworter/innen von Lockerungen nicht moralisierend angegangen werden.

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05.05.2020

Endlich kommen spürbare Lockerungen.

Wenn es nach mir ginge, würde ich noch weiter gehen, weil ich nach wie vor der Meinung bin, dass die Vollbremsung der Wirtschaft ein riesen großer Fehler war und dieser Lockdown mehr Menschen töten und verletzen wird, als das Virus selbst. Durch Kurzarbeit oder Arbeitslosigkeit werden viele Menschen ihre Existenzgrundlage verlieren und dadurch steigt die Selbstmordrate und häusliche Gewalt.

Meine Helden sind nach wie vor die Schweden. Sie haben uns vorgeführt, wie man es besser machen kann. Sollte im Herbst eine zweite Welle kommen, wird es die Schweden nicht so hart treffen, wie uns, weil sie eine gewisse Herdenimmunität entwickelt haben. Und die Wirtschaft wurde nicht gegen Wand gefahren.

Es gibt einen schönen Spruch:

Geld ist zwar nicht alles, aber ohne Geld ist alles nichts !!!

In diesem Sinne

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05.05.2020

Daß in Schweden allerdings die Sterberate das dreifache von Deutschland betrug und über Achtzigjährige nicht mehr intensivmedizinisch behandelt wurden verschweigen Sie hierbei ganz nonchalant...

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05.05.2020

Herr Hagen Keller: das in Schweden die über 80 Jährigen nicht behandelt werden hat sich als Falschmeldung herausgestellt.

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06.05.2020

Ich stimme Ihnen vollkommen zu, der Virus wird Mutieren und wieder kommen... wie die Grippe jedes Jahr

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06.05.2020

@Hagen Keller

Sollte Ihrer Meinung nach die Wirtschaft so lange heruntergefahren und der Krisenmodus so lange beibehalten werden, bis es keine Infizierten es mehr gibt?
Das können Sie vergessen, weil es auf absehbarer Zeit nicht passieren wird. Wir werden mit Corona genau so leben müssen, wie wir es mit der Influenza bereits seit Jahrzehnten tun.

Man könnte echt meinen, dass Corona die gefährlichste Krankheit ist. Es ist fast pervers, dass mittlerweile Leute selbst bei einem Herzinfarkt oder Schlaganfall das Krankenhaus meiden, weil sie Angst haben, sich mit Corona zu infizieren.

Mir persönlich ist es herzlich egal, wie ich das Zeitliche segne, weil ich nach wie vor der Meinung bin, dass ein Anderer meine Zeit schreibt und ich wenig dagegen ausrichten kann.

Warum soll ich mich dann verrückt machen?

Ich kann nur hoffen, dass die Lockerungen noch rechtzeitig gekommen sind, um einen größeren Schaden abzuwenden.

Denn sollte das nicht der Fall sein und viele Menschen ihre Existenzgrundlage verlieren, wird die Kriminalität spürbar steigen, weil der Selbsterhaltungstrieb der stärkste Trieb des Menschen ist und er bereit ist, Sachen zu tun, die er unter normalen Umständen nicht tun würde, wenn er keine Existenzängste hätte.

Dann bringt es mir persönlich wenig, dass ich zwar nicht an Corona erkrankt bin, aber wegen 5 Euro erschlagen wurde, weil mein Gegenüber nichts mehr zu essen hatte.

In diesem Sinne

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05.05.2020

(edit/mit edit Folgekommentare/bitte sachlich bleiben/mod)

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05.05.2020

Wahnsinn, nichts gelernt. Es wird eine zweite Welle geben, die uns richtig fordert und tausende Tote fordert..nur wegen dem Narzissmus der Landesfürsten..Deutschland hat es bis jetzt sehr gut gemacht, aber diese ganzen Lockerungen werden uns tausende Tote 'bescheren'...

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05.05.2020

Es gab in Augsburg stand heute 385 bestätigte Fälle. Für die von Ihnen erwähnte "zweite Welle" müsste es also erstmal eine erste Welle geben...

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05.05.2020

Dann wird nur noch beten helfen!

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05.05.2020

Täglich sterben in Deutschland etwa 2500 Menschen. Jeder einzelne ist auch für die Angehörigen eine Katastrophe.
Durch den Coronavirus starben bisher in Deutschland etwa 7000 Menschen in 2 Monaten. Auch der Tot dieser Menschen ist schrecklich.
Das die Anzahl relativ gering ist verdanken wir wohl dem Lockdown, dem einigermaßen guten Gesundheitswesen in Deutschland und dass es bei uns kam noch Metropolen mit vergifteter Luft gibt wie in China oder Norditalien.
Eine vorsichtige Lockerung find ich nun richtig und wichtig, da die Einschränkung der Grundrechte und der wirtschaftliche Schaden auch in Betracht gezogen werden müssen.

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06.05.2020

Ich nehme an sie beziehen ihre Informationen vom RKI.... es könnte sein... evtl wird.... sehr wahrscheinlich... wir vermuten.....

Wenn es ihnen zu schnell geht, dann bleiben sie doch ganz entspannt zuhause, mittlerweile gibts ja genug Lieferanten die ihnen dann zur Hand gehen können.

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