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Der Ladenschluss in Bayern ist von vorgestern

Der Ladenschluss in Bayern ist von vorgestern
Kommentar Von Michael Pohl
05.06.2019

Ausgerechnet CSU-Politiker Stoiber hat erzielt, dass die Länder über die Ladenöffnungszeiten entscheiden können. Doch in Bayern kommt der Fortschritt nicht an.

Die Geschichte des bayerischen Ladenschlussgesetzes gleicht einer Posse: Es war der damalige CSU-Chef und Ministerpräsident Edmund Stoiber, der bundespolitisch durchgesetzt hatte, dass nicht der Bund, sondern die Länder entscheiden, wie lange die Geschäfte geöffnet werden dürfen. Das Ziel des Modernisierers Stoiber war klar: Die alten überregulierten Gesetze den Bedürfnissen der modernen Gesellschaft anzupassen.

Die alten Ladenschlusszeiten lassen den Handel ins Internet abwandern

Alle Bundesländer nutzten die Chance, die Ladenöffnungszeiten kundenfreundlicher zu machen. Nicht so Bayern: In der entscheidenden CSU-Fraktionssitzung setzten sich die von einem Bäckermeister angeführten Traditionalisten dank eines Abstimmungspatts durch. Dumm für Stoiber: Hätte er nicht aus Angst vor einer Niederlage den Saal verlassen, hätte seine Stimme die Mehrheit für eine maßvolle Lockerung bewirkt.

So ist Bayerns Ladenschluss weiter von vorgestern. Die Umsätze abseits der Lebensmittel verlagern sich ins Internet. Die Politik sollte die Ladenöffnungszeiten abgesehen von den Sonntagen den Geschäften überlassen und die Arbeitnehmervertretung den zuständigen Gewerkschaften und Betriebsräten.

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Die Diskussion ist geschlossen.

06.06.2019

Das ist typisch Journalist. Hauptsache, ich kann meinen Joghurt auch noch um 23.00 Uhr einkaufen. Ich, ich, ich und sonst nichts. Wie ja schon geschrieben wurde: Diese Forderung ist egoistisch und rücksichtslos den Arbeitnehmern und deren Angehörigen gegenüber. Jeder, aber wirklich jeder kann seinen Bedarf im Rahmen der geltenden Öffnungszeiten decken. Und warum schöpfen eine Vielzahl von Geschäften - in Friedberg, Gersthofen, Bobingen z. B. - nicht mal die jetzigen Öffnungszeiten aus? Nein, Herr Journalist, nicht etwa deswegen, weil die Geschäfte den Andrang an Kunden nicht bewältigen und so erledigt sind, dass sie eben schon um 19.00 Uhr schließen müssen, sondern weil es sich jetzt schon nicht rentiert, weil mehr Lichtstrom verbraucht wird als Umsatz erzielt wird, oder weil kein Personal zu bekommen ist. Und dann soll eine längere Öffnungszeit sinnvoll sein?? Das müssen Sie mir mal erklären bitte.
Sorry, aber Sie haben meiner Meinung nach echt keine Ahnung, was Sie hier fordern und was an Arbeit und Mühe bei einem EH-Geschäft notwendig ist. Vielleicht denken Sie mal dran, dass nach Ladenschluss noch weitere Arbeiten nötig sind (Reinigen, Waren auffüllen, Abrechnungen machen usw. und so fort). Sie würden das dann sicher locker um 23.00 Uhr noch machen oder? Ich habe Hochachtung vor all den Leuten, die heute noch sich in einen Laden stellen.
Und mit dem Internet hat das gar nix zu tun. Das Internet führt dazu, dass die Umsätze zurückgehen, aber diese Entwicklung wird nie und nimmer dadurch aufgehalten, dass die Öffnungszeiten erweitert werden, das ist doch blanker Unsinn. Und wenn Sie als Inhaber, Herr Journalist, um 21.00 Uhr einen Kunden ausführlich beraten und dieser Kunde sich danach verabschiedet, er wolle sich das nochmal "überlegen" und Sie genau wissen, dass er mit dem Ergebnis Ihrer Beratung dann den Artikel im Internet kauft, wären Sie dann immer noch für die Ausweitung?

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06.06.2019

Um diese Zeit kommen nur Clochards und besoffene Jugendliche. Und Mutti mit Kind und zwei "Drecksjobs" muss herhalten. Wo lebst du Redakteur ???

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06.06.2019

Die Mehrheit der Mitarbeiter ist nicht gewerkschaftlich organisiert. Eine Tarifbindung gibt im Einzelhandel gibt es nicht. Lange Öffnungszeiten sind Energieverschwendung. Rolltreppen Lüftung Beleuchtung. Eine Erweiterung der Ladenöffnungszeiten bringt nicht mehr Umsatz, die Erweiterung erzeugt Kosten und schmälert Erträge. Viele Alleinerziehende arbeiten im Einzelhandel, Kindertagesstätten müssten ihre Öffnungszeiten verlängern und haben dafür kein Personal.

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05.06.2019

DER Herr sollte sich doch selbst mal in einen Laden stellen! Wer bei den derzeitigen Öffnungszeiten sein Zeug nicht bekommt, kriegt es auch bis Mitternacht nicht. In CZ sind Märkte rund um die Uhr offen, nur kein Kunde ist da, nur das Personal schlägt sich die Nacht um die Ohren, die Kosten trägt auf jedenfall wieder der Kunde. Mit dem Internet hat das nichts zu tun. Alle schreien nach den Grünen als Heilsbringer für die Umwelt, aber diese Grünwähler sind die Internetkäufer Nr 1, aber diese Internetkäufe sind Umweltverschmutzer ohne Ende, Verpackung ohne Ende und die Straßen sind voll von den Lieferfahrzeugen. Wie passt daß zusammen???

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05.06.2019

Ich empfehle dem Verfasser mal selbst für ein paar Monate in einem Einzelhandelsgeschäft zu arbeiten. Am besten in einem familiengeführten. Ich denke nach dieser Erfahrung würde ihm wohl ein Licht aufgehen wie unqualifiziert und egoistisch diese Forderung ist.

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05.06.2019

Manchmal denke ich mir, die Journalie sollte sich auf´s Berichten beschränken. Aber das einigermaßen neutral zu tun, gelingt ihr ja meist auch nicht.
Mein Kommentar: Die Öffnungszeiten in BY sind mehr als ausreichend. Und diese Zeiten sind auch nicht gerade familienfreundlich.
Da kommt so ein neoliberaler Kommentar daher und verlangt Shopping ohne Ende.

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05.06.2019

Also so bunt, dass wie im Rest der Welt jeder seinen Laden aufsperrt wann er will, wollen wir es dann auch wieder nicht ;-)

https://de.wikipedia.org/wiki/Ladenöffnungszeit

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05.06.2019

Dieser Kommentar gehört auch in die Tonne.
Sollen denn Arbeitnehmer in diesem Bereich keine Zeitung mehr für Familie und Freunde haben ?
Schauen wir doch mal in Supermaerkte gegen 19.50 rein, da geistern noch 5 Kunden rum und das Personal soll vollständig wie auch das Sortiment vorhanden sein.
Diese Kunden würden bei Ladenschluss 22 Uhr auch 10 Minuten vorher auftauchen.
Viele können einfach nicht mehr planen, sonst könnte jeder zu normalen Zeiten shoppen gehen.

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