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Flüchtlingspolitik

27.07.2018

Der "Lifeline"-Kapitän muss wieder zurück nach Malta

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Claus-Peter Reisch in seiner Heimatstadt Landsberg am Lechwehr.
Bild: Thorsten Jordan

Claus-Peter Reisch hat Flüchtlinge gerettet. Ab 30. Juli stellt er sich wieder seinem Strafprozess. Zuvor wird er aber von der Bayern-SPD geehrt.

„Rettung ist kein Verbrechen, sondern eine Pflicht.“ Mit diesen Worten bekräftigte Claus-Peter Reisch auch am Freitag bei einer Preisverleihung durch die Landtags-SPD in München, dass er sich im Recht sieht. Der Landsberger hatte als Kapitän des Seenotrettungsschiffs „Lifeline“ mit 234 Flüchtlingen an Bord mehrere Tage vor Malta gelegen, da das Schiff in keinen Hafen einlaufen durfte. „Es ist eine Schande, wenn Ehrenamtliche, die Menschen in Not retten, wenn die Europäische Union und ihre Mitgliedstaaten dazu nicht in der Lage oder willens sind, systematisch kriminalisiert werden“, sagte die SPD-Landesvorsitzende Natascha Kohnen bei der Veranstaltung.

Die „Lifeline“ lag mit 234 Flüchtlingen an Bord mehrere Tage vor Malta

Sie spielte auf den Prozess an, dem sich Reisch ab 30. Juli wieder stellen wird. Der 57-Jährige muss sich in Malta vor Gericht verantworten. Die Anklage geht davon aus, dass das Flaggenzertifikat der „Lifeline“ ungültig ist. Wie andere Schiffe der Seenotretter hat die „Lifeline“ ein Zertifikat beim niederländischen Wassersportverband als Freizeit-Fahrzeug. In den Niederlanden könnten Schiffe bis zu 50 Metern Länge als Sportboote zugelassen werden, in Deutschland sei bei 25 Metern Schluss, begründet Reisch dies gegenüber unserer Redaktion.

Dem „Lifeline“-Kapitän droht bis zu ein Jahr Gefängnis

Das höchste Strafmaß für sein Vergehen seien ein Jahr Haft oder 11.600 Euro Geldstrafe, so sein Kenntnisstand. Reisch geht nicht davon aus, verurteilt zu werden. Wenn ja, werde er in Berufung gehen. Verteidigt wird er von drei Anwälten einer führenden Kanzlei der Insel. „Die Polizei vertritt die Anklage“, berichtet er über das maltesische Rechtssystem. In den Verhandlungen bekomme er das Gesagte übersetzt.

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Reisch wird am Sonntag nach Malta reisen, um am Montag präsent zu sein. Eine weitere Verhandlung ist auf den 23. August terminiert. „Ich hoffe, dazwischen nach Landsberg heimkommen zu können“, sagt er.

Der Lifeline-Kapitän kommt auch in unserem Podcast zu Wort. Hier können Sie reinhören:

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Die Diskussion ist geschlossen.

28.07.2018

Hoffentlich behalten sie diesen Fähigen mann in Malta !!! er ist doch da mit seiner großen Erfahrung als Transporter von Illegalen viel besser aufgehoben !!! die frau des Presidenten hat bestimmt Verwendung für so einen gut ausgebildeten Mitarbeiter !! meine wegen Manipulierung der Presse !!! dann brauch sie sie nicht mehr verschwinden lassen ,die Zeitungsleute die nicht so schön über sie schreiben

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27.07.2018

Der Lifeline Kapitän kann die Flüchtline sehr gerne retten und dann soll er sie wieder da hin zurück bringen wo sie gestartet sind.Wenn er Zeit hat, und nichts anderes zu tun, kann er es so lange machen wie er lustig ist. (edit/mod)

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28.07.2018

Immerhin hat der Lifeline Kapitän Claus-Peter Reisch den Mut mit seinem Einsatz Menschen vor dem Ertrinken zu retten. Ein unmenschliches Drama nach dem anderen spielt sich mittlerweile auf dem Mittelmeer ab und das sollte im Grunde jedem zivilisierten Europäer aufzeigen, dass sämtliche Seenotrettungsschiffe sofort einsatzfähig gemacht werden müssen.

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