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Kabarett-Naturtalent

02.06.2009

Die lustige Welt des Maxi S.

Maxi Schaffroth (24), Kabarettist aus dem Allgäu mit Kühen vor dem Stall seiner Eltern in Eggisried im Unterallgäu. Weitere Stichworte: Kabarett, Banker, Commerzbank, Landwirtschaft, Allgäu, Schauspieler, Filmproduzent, Regisseur, München, Stephansried
Bild: Maxi

Das Allgäu hat einen neuen Star: Maximilian Schafroth, 24, Kaberettist. Auch Ottfried Fischer ist auf das "Naturtalent" schon aufmerksam geworden. Von Till Hofmann

Von Till Hofmann

Eggisried - Die Lehrerin hat die richtige Taktik gewählt: Der kleine Maxi war schon in der Grundschule ausgesprochen mitteilungsbedürftig. Also durfte der Bub in Ottobeuren fast täglich ein paar Minuten vor seinen Klassenkameraden erzählen, was ihn bewegt und was er erlebt hat auf dem elterlichen Bauernhof.

"Um Einfälle war ich schon damals nicht verlegen", sagt der junge Mann. Hinterher waren alle zufrieden. Die Mitschüler wegen des lustigen Unterrichtsbeginns. Maxi, weil er andere zum Lachen gebracht hat. Und die Lehrerin, weil alle Kinder ihren Spaß hatten und jetzt auch der Maxi Ruhe gab.

Aus dem aufgeweckten Maxi ist der nicht weniger aufgeweckte Maximilian Schafroth geworden, den die Freunde und Bekannten nach wie vor mit der Kurzform seines Vornamens rufen. Maxi macht das Geschichtenerzählen noch immer unbandig Spaß. Er stellt sich aber nicht mehr auf das Lehrerpult im Klassenzimmer.

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Inzwischen berichtet der 24-Jährige von einer Bühne als Kabarettist über das, was ihm an seiner Heimat, dem Allgäu, so alles aufgefallen ist. Seit September steht Schafroths erstes Soloprogramm "Faszination Allgäu", mit dem er vor allem in der bayerischen Landeshauptstadt für Aufmerksamkeit sorgt. Altmeister Ottfried Fischer ist bereits auf das Naturtalent aufmerksam geworden und hat ihn in "Ottis Schlachthof" eingeladen.

Dort erzählte er unter großem Gelächter, welche Kniffe der Allgäuer anwendet, um zum Verzehr eigentlich nicht mehr geeignete Lebensmittel "wieder gängig" zu machen. Die "schwitzige Lyoner" wird einfach mit Zeitungspapier abgerubbelt und danach entsprechend erhitzt. Was wollen denn dann noch ein paar Fäulnisbakterien ausrichten?

"Der Allgäuer", das war in diesem Fall der Papa, der den Sohn nicht selten zu Anekdoten inspiriert. "Ja, ja, ich krieg' mein Fett schon ab", sagt der Landwirt, der bei Eggisried (Unterallgäu) seinen Stall hat mit rund 60 Milchkühen. Abgefunden hat er sich schon lange damit, dass der Sohn den Bauernhof später nicht übernehmen wird. Er hat andere Talente, konnte die Familie in der Vergangenheit immer wieder feststellen.

Maxi will sich nicht festlegen lassen auf nur eine Tätigkeit. Er versucht möglichst vieles unter seinen Sepplhut zu bringen, den er bei den Auftritten trägt. Sein Arbeitgeber, die Commerzbank in München, unterstützt den Kundenbetreuer mittelständischer Firmen nach Kräften. Der Arbeitsvertrag und damit auch die Arbeitszeit ist flexibel gestaltet. Als "Gegengeschäft" hat Schafroth bereits häufiger eine Spezialvorstellung gegeben, die für Heiterkeit in den ansonsten als spröde geltenden Banker-Kreisen sorgte.

Auch wenn Maxi das eine oder andere Klischee bedient: "Lächerlich will ich niemanden machen", dafür seien ihm die Menschen zu sehr ans Herz gewachsen und "einfach liebenswert. Und Oberflächlichkeit kann mir auch keiner vorwerfen, dafür kenn' ich das Allgäu viel zu gut."

Ein guter Beobachter ist er, der Maxi, ein großer Bub, der - ganz in Banker-Sprache - seinen "approach" deutlich macht. "Ich möchte bei Ihnen heute Abend ein ländliches Wertesystem implementieren", kündigt er sein Ziel zu Beginn des Programms an.

Am 16. Juni wird der Spieß umgedreht. Dann wird er nicht in seiner Wahlheimat München auftreten, sondern steht in Kempten vor einem Publikum, "das Allgäu ist und nicht nur Allgäu kennt".

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